Börsentipps Oktober 2018

Kaufen, halten, verkaufen? (Wohl) (bald) Verkaufen! Die US-Notenbank Fed bleibt trotz Kritik von US-Präsident Trump ihrem geldpolitischen Kurs treu und erhöhte den Leitzins zum dritten Mal in diesem Jahr. Wie erwartet hob die Fed den Leitzins ein weiteres Mal um 0,25 Punkte auf nun 2,0 bis 2,25 Prozent an. Der Schritt war von den Anlegern erwartet worden. Dennoch macht sich an der Wall Street Ernüchterung breit. Die Währungshüter bekräftigten in ihrer Erklärung zum Zinsentscheid ihre positive Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage. Besorgt zeigte sich Fed-Chef Jerome Powell hingegen über die Folgen einer protektionistischen Handelspolitik, wie sie gegenwärtig von den USA ausgeht. Sowohl die Währungshüter als auch die Märkte gingen zwar mehrheitlich von einem weiteren Zinsschritt im Dezember aus. Und damit ist noch längst nicht Schluss mit der Zinsspirale. Bis Ende des kommenden Jahres stellt die Notenbank vier weitere Zinsschritte in Aussicht. Ob im Dezember die nächste Anhebung folgt, ließ sie aber offen. Die Schätzung für den langfristigen Zinssatz hob die Fed minimal von bisher 2,9 auf nun 3,0 Prozent an. Trumps Wirtschaft brummt: Die Politik der Steuersenkungen lässt das Wachstum und die Lohnforderungen steigen, so dass die Zinsanhebung passt und damit wieder Luft nach unten schafft, wenn die US-Wirtschaft wieder mal lahmen sollte. Ganz anders in Deutschland: Die vier führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute korrigieren ihre Wachstumsprognose 2018 von 2,2 auf 1,7 Prozent. Die Exporte leiden. Die EZB lässt die Zinsen auch Sicht unten: Hier fehlt die Luft nach unten, wenn die Wirtschaft mal nicht läuft und die Geldpolitik unterstützen muss. Die Warnung aus der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich klingen alarmierend: Die Finanzwelt, heißt es, steht vor neuen, heftigen Erschütterungen. Sorgen bereiten der Zentralbank der Zentralbanken nicht nur der US-Präsident und die Leitzinsen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt vor neuen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Die Ursachen für das derzeitige Risikopotenzial sehen die BIZ-Experten unter anderem in einer Überbewertung der Märkte in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften. An der Wall Street zum Beispiel bewegen sich die großen Börsenbarometer seit Monaten weiter aufwärts, obwohl die Perspektiven mit der laufenden Zinswende im Dollarraum, den Währungsschwierigkeiten aufstrebender Schwellenländer und den wachsenden protektionistischen Hürden im Welthandel von erheblichen Unsicherheitsfaktoren überschattet werden. Dazu kommen aus der Sicht der BIZ weitere gewichtige Punkte: Die Finanzierungsbedingungen seien in vielen Teilen der Welt weiterhin zu locker und die globalen Schuldenstände insgesamt zu hoch. Zuletzt hatten Währungsturbulenzen in zahlreichen Schwellenländern für Aufregung an den Finanzmärkten gesorgt. Als eine der Ursachen für den heftigen Währungsverfall in Ländern wie Indien, der Türkei oder Brasilien gilt der erstarkende Dollar in Verbindung mit steigenden Zinsen in den USA. Geld, das in den vergangenen Jahren aus den USA in die Schwellenländer geflossen war, fließt derzeit wieder zurück in die Vereinigten Staaten und bringt die dortigen Firmen an den Rand des Ruins. Als weitere Gründe für Kursturbulenzen nannte die BIZ ausdrücklich auch die angespannten Handelsbeziehungen führender Volkswirtschaften. Ausgehend von einer populistisch motivierten US-Politik kam es zuletzt zu immer neuen Eskalationsstufen im Handelskonflikt zwischen den USA und China, den beiden führenden Volkswirtschaften der Welt. Konfliktlinien hatten sich aber auch zwischen den USA und der Türkei gezeigt. Außerdem habe eine schwächere Konjunktur in China belastet, heißt es in der BIZ-Analyse. Europa ist auch von dem BREXIT-Chaos betroffen. Die jüngste Umfrage des ifo-Instituts in den Topetagen lässt erahnen, dass da womöglich bald was auf die Konjunktur zukommt. Der ifo-Geschäftsklimaindex sinkt im September leicht auf 103,7 Punkte. Die Anleger fassen die Nachricht verhalten auf. Nach Auffassung der EZB haben steigende Immobilienpreise das Potenzial, die nächste Finanzkrise in Europa auszulösen. Auch in der Vergangenheit seien viele Krisen mit dem Immobilienmarkt verknüpft gewesen. Auch die Bundesbank warnt vor Preisübertreibungen bei Immobilien. Infolge der niedrigen Kreditzinsen als Folge der langanhaltenden lockeren Geldpolitik der EZB wächst bei vielen Menschen der Wunsch nach einer eigenen Immobilie. Doch die steigende Nachfrage hat auch zur Folge, dass die Preise für Wohnimmobilien kräftig anziehen. Deshalb warnte auch die deutsche Bundesbank schon seit einiger Zeit, dass sie Eigentumswohnungen und Häuser in deutschen Städten für zu teuer hält: „Die expansive Geldpolitik drückt sich auch in einer niedrigen Verzinsung auf Bankeinlagen aus, welche viele private Haushalte dazu veranlasste, einen Teil ihrer Ersparnisse in Wohneigentum zu investieren. Dies trug zu einem kräftigen Aufschwung am Immobilienmarkt bei, bei dem es – zumindest in einigen Regionen – auch zu preislichen Übertreibungen und zu einem Übermaß an Neubauten gekommen sein dürfte“, ist im Monatsbericht für Juli 2018 zu lesen. Ähnlich hatte sie sich auch schon in vorangegangenen Berichten geäußert. Einer früheren Schätzung der Bundesbank vom Februar zufolge beliefen sich diese Preisübertreibungen im Jahr 2017 auf 15 bis 30 Prozent. Noch stärker überteuert seien Wohnimmobilien in Großstädten wie Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln, München oder Stuttgart. Dort dürften die Preisabweichungen sogar bei 35 Prozent liegen. Nachdem sich die Preise für Wohneigentum in Deutschland bereits seit Jahren verteuerten, setzte sich dieser Trend laut der Bundesbank auch 2017 fort, und zwar um kräftige rund 9 Prozent. Nach dem Crashpropheten Roubini könnte es bis 2020 zu einer Finanzkrise kommen. Auch zehn Jahre nach dem Lehman-Crash scheinen die Nebenwirkungen nicht ganz aus der Welt zu sein. Der Starökonom nennt dabei zehn Gründe für eine weitere Finanzkrise ab 2020. Die derzeit noch einwirkenden fiskalpolitischen Stimulierungsmaßnahmen seien auf Dauer nicht tragfähig und würden mit einem fiskalischen Rückgang bis 2020 auslaufen. Weiterhin führt der Ökonom den Trump´schen Protektionismus, den Handelsstreit und dessen wahrscheinliche Eskalation, die Verlangsamung des Wachstums der Weltwirtschaft, eine überhitzende US-Wirtschaft und der damit einhergehende Anstieg der Inflation als weitere Gründe für ein solches Szenario auf. Die jetzt schon massiven Staatsschulden würden zudem in den nächsten Jahren den Spielraum der fiskalischen Maßnahmen weiterhin massiv begrenzen. Die nächste Krise könnte laut Roubini schlimmer und länger dauern als die letzte, vor allem da die Gesamtverschuldung beträchtlich höher sei als beim letzten Mal. Experten der US-amerikanischen Bank JPMorgan sind ebenfalls der Meinung, dass es 2020 zu einer weiteren Finanzkrise kommen könnte. Jedoch gehen die Analysten im Gegensatz zu Roubini von einem Crash aus, der die Finanzwelt nicht so stark treffen werde wie es 2008 der Fall gewesen sei. Nach "Bloomberg"-Angaben gebe es jedoch eine Wildcart, welche schwer zu spielen sei - die verminderte Finanzliquidität seit dem Crash 2008. Die Länge der wirtschaftlichen Expansion, der Grad der Verschuldung, das Niveau der Deregulierung, die Bewertungen der Vermögenswerte, die finanzielle Innovation vor der Krise und die potenzielle Dauer der nächsten Rezession würden die Grundlage für die Berechnungen des Modells der US-Bank liefern. Ben Bernanke, ehemaliger Präsident des Federal Reserve Board, warnt ebenfalls nach Angaben des Informations-Dienstleisters vor einem Wendepunkt im Jahr 2020 - viele der Stimulus-Programme nach der Finanzkrise würden in diesem Jahr auslaufen. Das Jahr 2020 könnte, in Anbetracht der Präsidentschaftswahlen, die Wirtschaft auf eine gewaltige Probe stellen. Die US-Leitzinserhöhungen sind eine schlechte Nachricht für viele Schwellenländer. Denn sie sind meist hoch in Dollar verschuldet, für neue Kredite müssen sie nicht nur höhere Zinsen aufbringen. Erschwerend kommt hinzu, dass ihre Währungen in jüngster Zeit stark abgewertet haben und damit die Dollar-Schuldenlast umgerechnet in heimischer Währung noch schwerer wiegt. Seit längerem Sorgenkinder an den Devisenmärkten sind die türkische Lira und der argentinische Peso. Die Dollar-Auslandsverschuldung Südafrikas und seiner Unternehmen beträgt fast 55 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Nur die Türkei hat noch eine höhere Dollar-Auslandsverschuldung. Die türkische Lira hat seit Jahresanfang 40 Prozent zu Euro und Dollar verloren. Auch die Türkei leidet unter den Handelssanktionen der Vereinigten Staaten, außerdem muss auch sie Energie im Ausland in Dollar einkaufen. Zudem übt Präsident Erdogan Druck auf die Notenbank aus, indem er sich niedrigere Zinsen wünscht. Wenn internationale Anleger aber trotz Zinsen von 16 Prozent und mehr ihr Kapital aus der Türkei abziehen, werden sie von Erdogan beschimpft. Doch auch Inländer ziehen Geld aus Lira-Anlagen ab, und das mit gutem Grund: Die Inflationsrate in der Türkei betrug im August 17,9 Prozent. Angemessen wären also nicht niedrigere, sondern höhere Leitzinsen. Die Allianz weist aktuell darauf hin, dass die Deutschen im internationalen Rahmen falsch sparen, da sie auf Geldvermögen, konkret Bankguthaben setzen, die sich seit Jahren nicht verzinsen, so dass hier reale Vermögensverluste nach Inflation entstehen. Der in Bonn lehrende Volkswirt Moritz Schularick zeigt, was Finanzkrisen auslöst und warum Reiche immer reicher werden - dafür erhielt er den diesjährigen Gossen-Preis. Große Finanzkrisen brechen häufig nach Perioden starken Kreditwachstums auf, oft befeuert durch eine lockere Geldpolitik. Diese Aussage ist mittlerweile ein Gemeinplatz unter Ökonomen. Ein starkes Kreditwachstum liegt zur Zeit, vgl. oben, vor. Viel beachtet wird auch seine Studie über die durchschnittlichen Real-Renditen von Aktien, Immobilien, Anleihen und Sparguthaben in sechzehn Ländern von 1870 bis 2015. Sein erstaunliches Ergebnis: Die langfristige Rendite auf Wohneigentum sei mit mehr als 7 Prozent der langfristigen Aktienrendite durchaus vergleichbar - bei geringerem Risiko allerdings. Besonders seit den 1970er Jahren haben die Immobilienpreise in den meisten Ländern kräftig angezogen. Anleihen kommen real langfristig nur auf 1,5 Prozent, Bankeinlagen bloß auf mickrige 0,3 Prozent Rendite nach Inflation. Auch zur Ungleichheitsforschung hat Schularick damit wichtige Beiträge geleistet. Die Oberschicht besitzt laut Schularick vor allem Aktien, also Beteiligungen an Unternehmen, und Immobilienbesitz, die Mittelschicht hat Eigenheime, die Unterschicht nur kleine Sparguthaben. Weil die Renditen auf Aktien und Häuser mit 8 oder 7 Prozent langfristig so viel höher sind als die Zinsen auf Sparguthaben, driften die Vermögenspositionen auseinander. „Die Sparbuch-Kultur ist gerade für Haushalte mit niedrigem Vermögen problematisch“, mahnt Schularick. Was tun? Vgl. oben! Wenn Sie Verluste durch andere Einkünfte nicht mehr ausgleichen können, raus. Wenn Sie jung sind oder andere kompensierende Einkünfte haben, können Sie noch etwas warten. Immer gilt nach Warren Buffet: Verluste vermeiden, der Rest kommt von selbst. Eine auf Sie passende Anlagestrategie muss aber formuliert werden. Hierbei helfen wir Ihnen.

Wie immer an dieser Stelle ein paar Bonmots zu Aktienmarktstrategien, alle von Altmeister Kostolany:

  • „Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen.“ Diese Börsenweisheit geht insbesondere an die Adresse der Nicht-Investoren, die jahrelang ängstlich an der Seitenlinie stehen und auf noch weiter sinkende Kurse warten, vgl. aber obige Ausführungen.
  • „Spekulieren kann jeder. Es zur richtigen Zeit zu tun – das ist die Kunst.”, sagte Kostolany einmal. Timing ist alles, meinte der Börsenguru, wenn es um spekulative Finanzanlagen geht, vgl. oben.
  • „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten“, gehört wohl zu den bekanntesten Börsenweisheiten von Kostolany. Damit wollte der im Jahre 1999 verstorbene Börsenaltmeister sagen, dass sich Geduld am Aktienmarkt langfristig auszahlt, aber Vorsicht, die individuelle Anlagesituation ist stets zu beachten.

Haben Sie Rentabilitätsprobleme, sei es mit dem Hintergrund Schweiz oder der geringen Höhe aufgrund der Bankenhonorare oder sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand und wir werden nicht von dem Produkteanbieter bezahlt.

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