Börsentipps März 2018

Kaufen, halten, verkaufen? Bei einem Blick ins Depot ist nicht zu übersehen, dass der DAX von seinem Höchststand Mitte Januar von 13.550 kommend nun bei 11.900 steht. Die relevanten anderen Indizes haben ebenfalls einen Rückgang verzeichnet. Wird die Luft dünner oder stehen wir vor einer großen Korrektur? Der Ifo-Geschäftsklimaindex, das wichtigste Konjunkturbarometer des Landes, ist im Februar vom vorigen Allzeithoch etwas zurückgefallen, weil die Unternehmen die Aussichten für das nächste halbe Jahr nicht mehr so optimistisch einschätzen. Der Index fiel von 117,6 auf 115,4 Punkte. Vermutlich gab es mehrere Gründe für die leichte Eintrübung der Erwartungen: die Börsenturbulenzen Anfang Februar sorgen über eine protektionistische Handelspolitik der Amerikaner und die zähe politische Entwicklung in Berlin. In der Wirtschaft sind viele von den Plänen der Koalition nicht begeistert. Allerdings liegt der Ifo-Geschäftsklimaindex noch immer auf dem zweithöchsten Niveau seit Beginn der gesamten deutschen Umfrage 1991. Der Rückgang, isoliert betrachtet, ist daher nicht über zu bewerten. Erste Stimmen in Amerika warnen jedoch vor einer neuen Finanzkrise. Als das amerikanische Finanzministerium Mitte Februar Staatsanleihen mit einer vierwöchigen Laufzeit versteigerte, überstieg die Nachfrage der Investoren das Angebot um das Zweieinhalbfache. Eine Quote von 1 zu 2,5 sieht auf den ersten Blick unbedenklich aus, doch es war die niedrigste seit zehn Jahren. Die Vereinigten Staaten müssen ausgerechnet jetzt so viel Geld aufnehmen wie nie zuvor, um ihre Steuerreform und ihr ambitioniertes Ausgabenprogramm zu finanzieren. Gaben sie 2017 noch Anleihen in Höhe von einer Billion Dollar aus, werden es dieses Jahr nach Angaben der Deutschen Bank 1,5 Billionen und 2019 rund 2,3 Billionen Dollar sein. Die Frage ist, wer all diese Anleihen kaufen soll. Seit die Europäer aber signalisiert haben, die Geldpolitik zu straffen und das Anleihekaufprogramm zu beenden, sinkt die Nachfrage nach amerikanischen Anleihen. Das Risiko wächst, dass die Vereinigten Staaten in eine ausgewachsene Fiskalkrise vergleichbar der Euro-Krise rutschen, wenn sie nicht mehr genügend Käufer für ihre Staatspapiere finden. Die Folgen wären gravierend für Aktien, Anleihen und den Dollar. Der am. Ökonom Lachmann sieht für das kommende Jahr eine Finanzkrise, was er wie folgt begründet: Die ungewöhnlich lockere Geldpolitik auf der ganzen Welt hat zu außergewöhnlich hohen Bewertungen bei Aktien, Anleihen und anderen Vermögenswerten geführt, die nur dann auf dem hohen Niveau zu halten sind, wenn die Zinsen auf Dauer auf dem aktuell sehr niedrigen Niveau verharren. Doch spreche alles dafür, dass zumindest in der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt, den Vereinigten Staaten, die Phase der Niedrigzinsen abrupt enden werde. Denn Amerikas Wirtschaft drohe die Überhitzung, nicht nur, weil sie mit Vollbeschäftigung auf hohen Touren laufe. Sondern auch, weil sie dank der Trumpschen Steuerreform und dem jüngst beschlossenen Ausgabenprogramm außergewöhnlich stark befeuert werde. Allen großen Kursrückgängen des Dax in den vergangenen 40 Jahren ging ein signifikanter Zinsanstieg voraus. Das trifft für den Crash 1987 zu, für das Platzen der Internetblase in den Jahren 2000 bis 2003 und auch für die Finanzkrise 2007 bis 2009. Selbst die im Rückblick eher kleinen Rücksetzer, wie der 2011 im Zeichen von Euro-Krise und Fukushima, folgen diesem Schema. Zu beachten sind auch die von Trump angekündigten Zölle, die zu einer schweren Handelsauseinandersetzung führen können. Wobei von der Sache her die am. Benachteiligung zu verstehen ist, so betragen die durchschnittlichen Einfuhrzölle in den USA 3,48 %, in der EU 5,16 % und in China 9,92 %. Fed-Chef Jerome Powell betonte letzte Woche noch einmal, trotz der Volatilität der Börsen am Zinskurs festzuhalten. Die Leitzinsen in den USA werden in diesem Jahr also mindestens drei Mal angehoben, die US-Investmentbank Goldman Sachs rechnet sogar mit bis zu fünf Anhebungen. Dann lägen die US-Leitzinsen bei 2,50 bis 2,75 Prozent. Marktbeobachter rechnen schon länger damit, dass steigende Zinsen zu einer Kapitalwanderung aus Aktien in Anleihen führen wird - mit entsprechenden Folgen nicht nur für die Wall Street, sondern für die globalen Aktienmärkte. Börsenlegende Jim Rogers, der bereits im vergangenen Jahr eindringlich vor einem Kollaps an den Märkten warnte, ist überzeugt, dass Anlegern der größte Crash in der Menschheitsgeschichte bevorsteht. Als Grund für den schlimmsten Crash in der Geschichte nennt Rogers die sich anhäufenden "Schuldenberge in der Weltwirtschaft". Diese seien seit der Finanzkrise nicht mehr so hoch gewesen wie heute, vor allem nicht in den Vereinigten Staaten. Dennoch will der Investor derzeit noch nicht von einem Bärenmarkt sprechen. Überrascht sei er jedoch nicht, dass der Ausverkauf an den US-Märkten weitergehe. Und auch in Zukunft wird dieser, laut dem Investor, noch weiter anhalten. So werde der Markt laut dem Hedgefondsmanager so lange weiter ins Stocken geraten, bis die US-Notenbank im März ihre Zinsen erhöhe. Bis dahin rechne er mit weiter fallenden Kursen. Der US-Hedgefondsmanager Paul Tudor Jones warnte zuletzt die Inflation werde „mit Wucht“ zurückkehren. Das könne die Fed dazu bewegen, die Zinsen schneller anzuheben, was den Aktienmarkt unter Druck bringen werde. Die Fed habe die Zinsen zu lange zu niedrig gehalten. Nun würde Trumps Fehltritt mit der Steuersenkung zu einem starken Anstieg der Neuverschuldung und damit einer Anleihenschwemme führen, woraufhin die Zinsen nach oben schießen würden und viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischen würden. Aus Sicht der Aktienpessimisten ist dagegen inzwischen die Veränderung der Bilanzsummen der globalen Notenbanken der entscheidende monetäre Faktor für Aktien. Wir teilen die Sicht der Aktienbären, dass die Aktienmärkte mit dem schleichenden Ende der Anleihekäufe der Notenbanken einen wichtigen Rückenwind verloren haben. Was tun? Die Bereinigung an den Aktienmärkten ist vermutlich noch nicht abgeschlossen. Traditionell wird in Zinserhöhungsphasen ein Großteil des Gewinnanstiegs durch eine Kontraktion der Unternehmensbewertungen aufgefressen. Durch den sich abzeichnenden Handelskrieg mit den USA werden diese Gewinne aber künftig reduziert. Sollten Sie in Immobilien ausweichen wollen, so beachten Sie, dass die Zeit der historisch niedrigen Zinsen auch in diesem Segment endet.

Wie immer an dieser Stelle ein paar Bonmots zu Aktienmarktstrategien:

  • „Als Daueranleger in Geldwerten (Festgeld, Festverzinsliche etc.) kommen Sie langfristig auf keinen grünen Zweig. Sitzfleisch zahlt sich langfristig nur bei Sachwerten für Sie aus - gerade auch an der Börse! Betrachten Sie ab sofort ihre Aktienanlage - ähnlich wie Ihre Immobilien - als Daueranlage.“ (Gottfried Heller)
  • „An der Börse wird nicht geklingelt.“
  • „Auf die Party folgt der Kater.“

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