Börsentipps Juli 2017

Kaufen, halten, verkaufen? Mark Faber, „Dr. Doom“, ein bekannter Schweizer Fondsmanager, der die Märkte auch in Boomzeiten hinterfragt, warnt die Anleger vor einer düsteren Zukunft und konstatiert, dass der Markt um 40 % fallen könnte, wir also vor einem gewaltigen Crash stehen. Er begründet seine Auffassung mit der hohen Volatilität und damit, dass wenn die Kurse fallen, sie tief fallen werden. Klar, jeder will dann seine restlichen noch nicht realisierten Gewinne retten und steigt aus. Vor allem bei den Technologiewerten, die in den vergangenen Wochen immer wieder unter Druck gerieten, sieht Dr. Doom Abwärtssignale. "Wir hatten für mehr als acht Jahre einen Bullenmarkt. Der NASDAQ wird von sehr wenigen Aktien getrieben", so Faber. "Aus technischer Sicht ist das kein gesundes Zeichen, und die Bewertungen sind hoch". Mit seiner Warnung vor einem gewaltigen Kurssturz steht Marc Faber nicht alleine da. Auch Hedgefondsmanager Jim Rogers warnte jüngst davor, dass die überdurchschnittlich hohen Kurse, die wir derzeit sehen, die Weltwirtschaft besonders anfällig machen und zu einem Crash führen könnten, der alle Börsenkrisen der letzten Jahrzehnte übertrifft. Die Ursache für das hohe Rückschlagpotential sieht Faber darin begründet, dass von den Vermögenspreissteigerungen nur wenige profitieren: Große Konzerne schon vermögende Menschen, die bei Kursverlusten auch reagieren. Bis es soweit ist, könnten allerdings noch einige Monate oder Jahre vergehen, in denen die Kurse weiter ansteigen, wie selbst der Crash-Guru zugeben muss: "Wir könnten genug Geld drucken, um den Dow Jones bis auf 100.000 Punkte ansteigen zu lassen", so Faber. Dass es noch einige Zeit so gut wie bisher weiter laufen könnte liegt darin, das sich kurz vor Beginn der zweiten Jahreshälfte die Stimmung an der Börse weiter aufhellt: Ein unerwartet starkes Konjunktursignal aus Deutschland lockt Anleger auf hohem Niveau zurück in den Aktienhandel. Drei starke Argumente helfen dem deutschen Aktienmarkt: Ein neu aufkommender Konjunkturoptimismus, der jüngste Anstieg bei den Ölpreisen und die energische Stützungsaktion in der italienischen Bankenbranche hätten Anleger ermutigt, heißt es aus dem Handel. Der Ifo-Index zum Geschäftsklima in Deutschland erreicht im Juni bei 115,1 Punkten ein neues Allzeithoch. Im Vorfeld befragte Experten hatten im Schnitt eine leichte Abschwächung vorhergesagt. Es stellt sich auch die Frage, wie lange die Zentralbanken mit Rücksicht auf die Inflation die Zinsen unten halten oder nur leicht erhöhen werden. In der vergangenen Woche sind die Renditen der Anleihen in den Industrienationen ein Stück weit gestiegen. So kletterte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von 0,24 auf 0,46 Prozent. Viele Analysten sprechen von einer bevorstehenden geldpolitischen Trendwende und meinen, diese Annahmen könnten die Anleiherenditen in den kommenden Wochen weiter nach oben ziehen und die Aktienkurse drücken. Wir wissen, dass sich die Notenbanken an der jeweils als wünschenswert erachteten Inflationsrate orientieren, die die EZB bei 2 % sieht. Es gibt gute Gründe dafür, dass die Inflation weiter niedrig und damit die Basis für weitere Kurssteigerungen gegeben ist. Die folgende Argumentation ist nicht neu, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich weist aber aktuell auf die Zusammenhänge im Hinblick auf die erwartete Zinsentwicklung hin: Internationale Wertschöpfungsketten sorgen dafür, dass die Lieferer in den Schwellenländern kaum die Möglichkeit haben, ihre Preise zu erhöhen, denn dann werden sie gegen andere preiswertere Schwellenländer ausgetauscht. Die Nationale Inflationsraten werden daher in der Tendenz weniger von der nationalen Politik, sondern mehr durch die globalen Wirtschaftsbedingungen bestimmt. Weshalb werden dann in den USA die Leitzinsen erhöht? Die Notenbanken wollen die günstige Wirtschaftslage nutzen, um geldpolitischen Handlungsspielraum für eine künftige Rezession zu schaffen. Niedrige Inflation und hohe private und öffentliche Verschuldung werden auch künftig die Zinsen niedrig halten. Denn keine Notenbank will durch kräftige Zinserhöhungen die Wirtschaft lähmen oder in eine Rezession führen. Damit dürften die Zinsen auf lange Sicht niedrig bleiben. Wir haben also drei Lagebeurteilungen vorgestellt. Für Faber spricht, dass die Börse keine Einbahnstraße ist und der aktuelle Haussezyklus mit 8 Jahren weit über dem Durchschnitt liegt. Die deutsche Industrie hat nach eigener Einschätzung ein überdurchschnittlich gutes Geschäftsklima und die Zinsen dürften dank niedriger Inflation aufgrund der internationalen Arbeitsteilung niedrig bleiben. Was tun? Auf die bekannten globalen und europäischen Risiken haben wir hier regelmäßig hingewiesen. Sorgen über die Kreditvergabe in China die Angst vor einem Auseinanderdriften Europas werden als größte aktuelle Marktrisiken genannt und vor allem sind die Kurse weltweit sehr hoch. Also weiterhin Vorsicht walten lassen wegen den hohen Bewertungen, insbesondere bei älteren Zeitgenossen, die durch Arbeit nicht mehr verlorenes Kapital wiedergewinnen können. Jüngere Spekulanten oder solche mit viel Geld mögen weiter setzen, am besten mit Stop Loss Orders, die einige Anbieter kostenlos anbieten. Vor allem ist wichtig, auf die Kosten der Finanzpartner zu achten: Was nützen steigende Kurse, wenn die Fondskosten von 3 % bis 5 % weit über dem sicheren Zins liegen: Das kann kurzfristig gutgehen, aber langfristig stehen durch die schwer einsehbaren Spielregeln Sieger und Verlierer fest.

Wie immer an dieser Stelle ein paar Bonmots zu Aktienmarktstrategien, diesmal vom 1999 verstorbenen Altmeister André Kostolany:

  • „Wer viel Geld hat, kann spekulieren, wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren, wer kein Geld hat, muss spekulieren“. Da ist was dran, kann aber auch zur Privatinsolvenz führen, die man aber nach der Insolvenzrechtsreform auf 3 Jahre verkürzen kann. Eine Verkürzung auf 3 Jahre erfolgt, wenn in den ersten 36 Monaten 35% der Forderungen der Gläubiger sowie die Verfahrenskosten getragen werden.
  • „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten“. Zu beachten: Der weltweit erfolgreichste Fonds hat nur einmal investiert und dann die Aktien liegen lassen und Insolvenzen und Verschmelzung glänzend überlebt bei Verwaltungskosten von Null.
  • „Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln.“ Ein Beispiel ist der Internet-Boom. Um Inhalte im Netz überhaupt zu finden, braucht man eine Suchmaschine – das Geschäftsmodell von Google war geboren.

Haben Sie Rentabilitätsprobleme, sei es mit dem Hintergrund Schweiz oder der geringen Höhe aufgrund der Bankenhonorare oder sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand und wir werden nicht von dem Produkteanbieter bezahlt.

Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die weiterhin instabile Konjunktur und die anhaltende Systemkrise sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir checken Ihr Geschäftsmodell und unterstützen Sie bei der strategischen Adjustierung.

Wir organisieren für Sie die Unternehmensnachfolge und nehmen im Vorfeld gerne eine indikative Unternehmensbewertung vor, damit Sie überschlägig eine Markteinschätzung ihres Unternehmens gewinnen.

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