Börsentipps Dezember 2018

Kaufen, halten, verkaufen? Zunächst eine Reminiszenz an den lieben Bitcoin. Als er bei 11.000 Zählern stand haben wir unserem Summa Summarum im Januar dieses Jahres im Hinblick auf Investitionen zur Vermögensbildung mit folgenden Worten geschlossen: „In Kryptowährungen jedoch nur, wenn sie zu weit von Baden-Baden entfernt wohnen.“ Aktuell liegt er bei 3.700 €. Das Ausmaß der ökonomischen Tragödie der Anleger wird durch folgende Zahlen deutlich: Heute beträgt die Marktkapitalisierung alle Kryptowährungen 128 Mrd. €, vor einem Jahr waren es noch 800 Mrd. €. Was ist der Grund für den ruinösen Preisverfall? Es sind im Wesentlichen die Marktkräfte. Anleger fürchten, dass sich dadurch der Gesamtmarkt für Kryptoanlagen destabilisiert. Auch sinkt so das Vertrauen, was wiederum einen Verkaufsdruck auslöst, der dann auch an Eigendynamik gewinnt. Diese Marktkräfte sorgen dafür, dass sich der Preis von dem inneren Wert entfernt. Steigt der Preis, folgt ein Hype, der die Nachfrage und damit das Plus verstärkt, fällt der Preis aber, sinkt die spekulative Nachfrage und die Rutschpartie beginnt. Spekulative Nachfrage beim Bitcoin? Gibt es da eine nichtspekulative Nachfrage überhaupt? Wohl kaum. Was tun? Schnell zum Ausgang bevor nichts übrigbleibt. Das Dilemma war absehbar: Protagonisten kaufen und reden den Markt schön, wenn Otto Normalverbraucher das dann verinnerlicht (ohne es zu verstehen) hat und auf den fahrenden Zug aufspringt kauft er die Coins der Protagonisten, die dann sein Geld haben. Und um das geht es bei den Kryptowährungen. Wie sieht es bei den Börsen aus? Sollte man wieder einsteigen? Nachdem der Fed-Chef Powell von Trump mehrfach öffentlich in den Senkel gestellt wurde, bewertete er am 28. d. M. die US-Zinsen nur noch knapp unter dem neutralen Niveau. Anfang Oktober hatte er die Geldpolitik der Fed von diesem neutralen Punkt noch weit entfernt gesehen. Prompt reagierten die US-Börsen. Schwindende Sorgen vor einer zu straffen US-Geldpolitik und Hoffnungen auf eine Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China haben die Wall Street am Mittwoch beflügelt. US-Notenbankchef Jerome Powell hatte zuvor in New York erklärt, seine Politik der stufenweisen Zinserhöhungen sei so angelegt, dass Gefahren ausbalanciert würden. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 25.366 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erhöhte sich um 2,3 Prozent auf 2743 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte knapp drei Prozent auf 7291 Stellen vor. Einen Tag vor der Powell-Äußerung hatte Trump den Armen in seiner bekannten Manier ganz massiv unter Druck gesetzt: "Bislang macht mich meine Wahl von Jay noch nicht einmal ein kleines bisschen glücklich", hatte Trump der "Washington Post" erst am Vortag erklärt. "Noch nicht einmal ein bisschen. Ich werfe das niemandem vor, aber ich sage Ihnen, ich denke, dass die Fed mit dem was sie tut, ganz falsch liegt." Da in der Ökonomie alles mit allem zusammenhängt wurden nicht nur die Kurse beflügelt. Der US-Dollar geriet nach den Aussagen unter Druck. Der Euro stieg zum Dollar auf ein Tageshoch von 1,1388 Dollar. Die Kurse der US-Staatsanleihen legten zu. Einen Blick zwischendurch nach Deutschland und auf die EZB. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist überraschend stark gefallen. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich weiter eingetrübt, was vor allem an schlechteren Aussichten der Industrie liegt. Im November fiel der auf einer Umfrage unter 9000 Managern beruhende Ifo-Geschäftsklimaindex von 102,9 auf 102 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag mitteilte. „Dies ist der dritte Rückgang in Folge. Die Unternehmen schätzten die aktuelle Lage schlechter ein, wenn auch ausgehend von einem noch hohen Niveau. Ihre Erwartungen trübten sich ebenfalls ein“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die deutsche Konjunktur kühlt ab“, fügte er hinzu. Die sogenannte Ifo-Konjunkturampel hat sich damit weiter verschlechtert und steht nun im roten Bereich. Damit wird die Wahrscheinlichkeit einer weiter wachsenden Wirtschaft als niedrig angesehen. Kein Wunder: Nachdem Industrieferne, also solche, die ihr Geld durch Zeitablauf verdienen, bereits die einstigen deutschen Domänen wie Energie, Stahl, Chemie erfolgreich ruiniert oder in die grünen Schranken verwiesen haben, wir nun erfolgreich an der Automobilindustrie gesägt, dem letzten in der Kohlschen Terminoligie industriellen Kern Deutschlands. EZB-Chef Draghi will es sich mit seinem Heimatland kurz vor der Rente nicht verderben. Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt offenbar, den Banken im Euroraum im Rahmen sogenannter langfristiger Tender wieder Liquidität für mehrere Jahre anzubieten. Auf den ersten Blick geht diese Nachricht nur Geldmarktdisponenten an. Aber das stimmt nicht. Neue langfristige Tender ständen vielmehr für eine verkappte Hilfspolitik der EZB. Während die EZB den Banken vor der Finanzkrise Geld üblicherweise nur für eine Woche lieh, weitete sie die Laufzeit solcher Geschäfte in der Staatsschuldenkrise auf bis zu vier Jahre aus. Einer dieser Kredite mit einem gewaltigen Volumen von fast 400 Milliarden Euro wird im Juni 2020 fällig; aus regulatorischen Gründen müssen einige Banken das geliehene Geld bereits ein Jahr vorher zurückzahlen. Damit die Institute bei den Anschlussfinanzierungen keine Probleme bekommen, denken einige EZB-Vertreter Agenturberichten zufolge über neue mehrjährige Kredite für Banken nach. Das alles hört sich nach einer technischen Operation an, um Liquiditätsströme zu glätten. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Denn es waren vor allem Banken aus Südeuropa, die sich für mehrere Jahre Geld bei der EZB geliehen hatten. Allein ein Drittel der Mittel floss nach Italien, obwohl es nicht einmal ein Fünftel zur Wirtschaftsleistung des Euroraums beisteuert. Laufen diese Kredite aus, sollten sich italienische Banken Ersatz normalerweise von privaten Geldgebern besorgen. Aber zumindest in Italien ist die Lage nicht normal. Denn die italienischen Banken haben auf Druck der Regierung seit der Staatsschuldenkrise Unmengen italienischer Staatsanleihen. gekauft, die wegen der verantwortungslosen Haushaltspolitik nun weniger wert sind und das Eigenkapital der Banken angreifen. So geschwächt, fällt es ihnen schwer, sich bei privaten Anlegern viele Milliarden für mehrere Jahre zu leihen. In dieser Situation kämen ihnen neue langfristige Kredite der EZB gelegen. Wie sagte doch der ehem. Fed-Chef Greenspan vor der Euroeinführung: „Der Euro wird kommen, aber er wird keinen Bestand haben“. Per Saldo müssen alle aus dem Bargeld raus in Anlagen, Frage nur, wann? Lassen wir mal drei renommierte Marktteilnehmer zu Wort kommen: Dirk Müller warnt in einem Interview vor einer massiven Gegenbewegung an den Aktienmärkten. Er spricht zudem über den Kampf zwischen China und den USA, den Dollar und den Goldpreis. Vordergründig sieht nach Müller die Welt ja gar nicht mal so schlecht aus, vor allem bei uns in Deutschland: Die Wirtschaft brummt, die Auftragsbücher sind voll, die Arbeitslosenquote ist auf einem Tiefstand. Aber der Blick in die Zukunft ist für ihn entscheidender als die Gegenwartsbeschreibung. Wir sind bei den Märkten schon ziemlich weit oben am Gipfel angekommen. Auf der anderen Seite muss es in absehbarer Zeit wieder nach unten gehen; diese Zyklen laufen seit Jahrhunderten ähnlich ab. Die Crashgefahr ist aus seiner Sicht eklatant, er bewerte diese so stark wie beispielsweise im Frühjahr 2008. Aber in dieser verrückten Welt können sich die Dinge natürlich auch wieder schnell drehen: Ein "Waffenstillstand" beim Zollthema zwischen China und den USA oder eine kurzzeitige Entspannung bei den Zinsen könne die Crashgefahren wieder abflauen lassen und den Märkten für Monate oder sogar Jahre Luft verschaffen. Aber er könne nur das mit in die Bewertung einbeziehen, was momentan auf dem Tisch liegt: Und diese Gemengelage bewertet er als fatal. Sein Rat an Privatanleger: Auf jeden Fall sollten allzu große Risikopositionen vermieden werden, eine stärkere Konzentration auf Liquidität mache Sinn, auch wenn dabei natürlich die Gefahr der Inflationierung von Spareinlagen nicht verschwiegen werden dürfe. Milliardär und Bridgewater-Gründer Ray Dalio vergleicht den aktuellen Markt mit den späten 1930er Jahren. Gegenüber "Bloomberg" gab Ray Dalio, der im Jahr 1975 den inzwischen größten Hedgefonds der Welt Bridgewater Associates gründete, eine düstere Einschätzung zur aktuellen Marktlage ab, indem er Parallelen zu den späten 1930er Jahren zog. Wie vor über 80 Jahren befinde sich der Markt auch jetzt in einer späten Phase eines Zyklus. Dalio verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die US-Fed ihre Geldpolitik strafft und die Kurse von US-Aktien Rekordniveaus erreichen. Außerdem sieht Dalio eine zunehmende politische Polarisierung und eine Erstarkung populistischer Kandidaten. Und schließlich sei die Welt wie schon damals auch jetzt von Schulden regelrecht überflutet. Für dieses langfristige Problem gebe es auch keine einfache Lösung, meint Dalio. Schließlich blieben die Zinsniveaus in vielen Industriestaaten nahezu auf einem Rekordtief, während die Zentralbanken bereits für Billionen von Dollars Anleihen aufgekauft haben. Was bedeutet das für die Anleger? Die niedrigen Leitzinsen und die Liquidität, die die Fed in den Markt gepumpt hat, hätten zu zahlreichen Fusionen und Aktienrückkäufen geführt, was die Aktienkurse in die Höhe getrieben hätte, erklärt Dalio. Doch diese Wirkung laufe nun aus. Deshalb stimmt der Hedgefondsmanager die Anleger darauf ein, dass sie nun für eine lange Zeit mit niedrigeren Renditen rechnen müssen. Die Kurse am US-Aktienmarkt hätten ein Niveau erreicht, bei dem es schwierig sei, noch mehr herauszuquetschen. Die einzige Antwort auf diese Entwicklung sei, sein Portfolio gut auszubalancieren. Goldman Sachs schreibt seinen Kunden: „Das Risiko eines nachhaltigen Abwärtstrends bei US-Aktien war fast nie größer“. Während viele Finanzprofis versuchen, Zuversicht zu verbreiten, sind die Analysten von Goldman Sachs skeptisch. „Die offensichtliche Frage ist, ob das den Beginn eines Bärenmarktes insgesamt bedeutet, oder ob es eine weniger etablierte, allerdings scharfe Korrektur ist, von der sich die Märkte schnell erholen werden“, schrieb Peter Oppenheimer, Chefaktienstratege bei Goldman Sachs. Goldman hatte zuletzt einen Bärenmarkt-Indikator entwickelt. Das können Sie in dem Beitrag vom September „Goldmans Indikator sendet stärkere Warnsignale als vor den Crashes 2000 und 2007“ nachlesen. Der Indikator setzt sich aus fünf Faktoren zusammen, wie Wirtschaftswachstum, der Bewertung am Aktienmarkt, der Zinsstrukturkurve und der Inflationsrate. Der Indikator lag zuletzt bei 73 Prozent und damit höher als selten zuvor. „Wenn der Indikator historisch betrachtet auf mehr als 60 Prozent steigt, ist es für Investoren ein gutes Signal, vorsichtig zu werden, oder um zumindest festzustellen, dass es wahrscheinlicher ist, dass auf eine Korrektur nach einer Rally eher ein Bärenmarkt folgt, als wenn dieser Indikator niedrig ist. Wenn (hingegen) dieser Indikator sehr niedrig ist, unter 40 Prozent, wie es 1975, 1982 und 2009 der Fall war, sollten Investoren jede Marktschwäche als eine Kaufgelegenheit betrachten. Das Risiko für einen Bärenmarkt war fast niemals größer (als derzeit)“, schrieb Oppenheimer. „Das Signal ist Rot.“ Diesem Satz ist hier nichts hinzuzufügen. Die paar Euro Inflationsverluste können sie locker aussitzen, nachhaltige Kursverluste sind nur langfristig wieder einzufahren. Eine auf Sie passende Anlagestrategie muss aber formuliert werden. Hierbei helfen wir Ihnen.

 Wie immer an dieser Stelle ein paar Bonmots zum Aktienmarkt, diesmal vom Altmeister Kostolany persönlich, den der Autor Ende der 80iger Jahre in Hamburg persönlich erleben durfte, als er schon fast durchsichtig war:

  •  „Oft kann man durch Zufall die glücklichsten Dummheiten begehen.“
  • „Wirtschaft kann man nicht dozieren, man muß sie selbst erleben - und überleben.“
  • „Wäre ich erst 70, also noch jung genug, würde ich die Hoffnung hegen, über die Berufspessimisten wahrhaft zu triumphieren.“

Haben Sie Rentabilitätsprobleme, sei es mit dem Hintergrund Schweiz oder der geringen Höhe aufgrund der Bankenhonorare oder sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand und wir werden nicht von dem Produkteanbieter bezahlt.

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