Anbei finden Sie unsere monatlich erscheinenden Einschätzungen zur Wirtschaft und Börse: Für unsere mittelständisches Klientel aus dem produzierenden Gewerbe ist für die Kapazitätsplanung ein fundierter Ausblick in die Zukunft wichtig und für alle Kunden im Rahmen ihrer Vermögensplanung eine Einschätzung der Kapitalmärkte, denn sie nehmen zunehmend die Strukturierung ihrer Altersversorgung selber in die Hand und sind hierbei auf neutrale Informationen angewiesen.

März 2013

Wirtschaft/Börse: Summa Summarum

Die Bundesbank weist in ihren Berichten von Dezember und Januar darauf hin, dass sich die konjunkturellen Perspektiven eingetrübt haben. Für 2012 wurde ein Wachstum des Sozialproduktes von 0,7 % ermittelt, für 2013 wird nur noch mit 0,4 % gerechnet. Damit liegen wir gut im Rennen im Vergleich mit den anderen Volkswirtschaften im Euroraum. Das ZEW-Barometer kletterte im Februar überraschend stark um 16,7 auf 48,2 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 300 Finanzmarkt-Profis mitteilte. Mit dem dritten Anstieg in Folge wurde der höchste Wert seit April 2010 erreicht. "Die Finanzmarktexperten haken das schwache vierte Quartal 2012 ab", erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Nach ihrer Auffassung bläst der Gegenwind aufgrund der Euro-Krise der deutschen Wirtschaft weniger stark ins Gesicht als noch vor wenigen Monaten." Die Dynamik der weniger reglementierten und daher dynamischeren USA sollte man nicht unterschätzen: Das Fracking, also die Gasgewinnung aus Gestein, wird die USA energiepolitisch unabhängig machen; politisch wird dieses zu tektonischen Verschiebungen führen, da die Abhängigkeit von den ölproduzierenden Staaten schwindet, die ihrerseits bei dem sich abzeichnenden Preisverfall innenpolitische Probleme bekommen, denn der Geldhahn zur Beruhigung der Massen wird weniger ergiebig. Gegenüber China werden die USA aus ihren neuen Kostenvorteilen die Importe zurückfahren und die Exporte steigern können. Dazu kommt der technische Fortschritt in der Produktion. Die zurückliegende Deindustrialisierung der USA hat aber dazu geführt, dass die Arbeitnehmer Fähigkeiten eingebüßt haben. Auch Europa muss sich gegenüber den USA warm anziehen. Der Bundesumweltminister hat sich hinsichtlich der neuen Energiegewinnung erwartungsgemäß kritisch geäußert und schon Einschränkungen bei der Erkundung geeigneter Abbaugebiete vorgenommen, dabei lachen sich unsere Nachbarländer kaputt über die niedrigen Energiepreise, zu denen wir unseren teuer produzierten Ökostrom exportieren, so dass die Energieanbieter wegen der Umverteilung von unten nach oben zu den Dachanlagenbesitzern schon Prepaid-Energiekarten anbieten, um keinen Schaden aus den einkommensschwachen Haushalten zu erleiden, die die Zeche zahlen müssen. Die deutsche Wirtschaft erweist sich als extrem belastbar. Nicht zu übersehen ist aber, dass die Politik Segnungen verteilend, um die nächste Wahl zu gewinnen hier und in den USA oder Japan zunehmend Entscheidungskompetenzen an die Geldpolitik und damit die Zentralbanken abgeben. So ist die EZB neuerdings nicht nur für die Bankenaufsicht und Finanzmarktstabilität zuständig, sie entscheidet auch bisher schon, welcher Staat finanziert wird, das Budgetrecht des Parlaments wird an eine Institution aus Angestellten abgetreten. Auch in Europa ist die Zentralbank zunehmend in den Dienst der Beschäftigungspolitik getreten, indem sie das Zinsniveau niedrig hält. Frankreich will jetzt auch über die Wechselkurse gegenüber den Handelspartnern wirtschaftliche Reformen bei der Arbeitszeit, Frühverrentung oder Beamtenquote vermeiden. Wir erleben eine Selbstentmündigung der Parlamente, eine Herrschaft der Geldelite oder einen Missbrauch der Zentralbanken, die uns mit billigem Geld vollpumpen. Die Mieten steigen, das Geldvermögen wird entwertet und die Sachvermögenbesitzer werden reicher, die einkommensschwachen Haushalte zahlen wie bei der Energie die Zeche. Was machen vor diesem Hintergrund die Kapitalmärkte? Kann ja nur sein: Die Kurse steigen, nicht wegen den schwachen Wirtschaftserwartungen, zumindest im europäischen Umfeld wie oben dargestellt, sondern wegen den fehlenden Alternativen. Eine Zinswende ist ja noch nicht in Sicht, obwohl in den USA schon diskutiert wird, ob nicht eine Trendwende erforderlich sein sollte, wohl auch vor dem Hintergrund der noch nicht geklärten Fiskalklippe. Das KGV von Anleihen liegt bei rd. 50 und das von deutschen Standartwerten bei gut 10. Der DAX will zur Zeit noch nicht über die 8.000, eine magische Grenze, die 1999 und 2007 nicht gerissen wurde, wobei wir uns ja vor Augen halten müssen, dass der DAX ja ein Performance-Index ist, der die Ausschüttungen mit aufnimmt, daher sollte auch mit diesem Hintergrund noch Luft nach oben sein, die Hausse ist aber wie gesagt liquiditätsgetrieben also druckmaschineninduziert, die Kompassnadel ist manipuliert. Das nunmehrige dritte Anstoßen an die 8.000 ist wie eine zusammengedrückte Feder, die nunmehr auseinanderspringt oder bricht. Es fällt somit schwer, was zu empfehlen. Fresenius und VW sind zu gut gelaufen, die Dividendenrenditen sind zu niedrig und die KGVs sind zu hoch. Conti mangels Alternativen selber ins Depot genommen, aber Dritten nicht zu empfehlen. Im DAX bleiben daher (auch nach allgemeiner Analystenmeinung weiterhin nur noch Allianz und Deutsche Post. Allianz zahlt weiterhin nur € 4,50 Dividende, mehr wäre drin gewesen. Aber es gibt ja noch andere Märkte. Wichtig für den Selbstanleger ist, dass er verlässliche Informationen über diese Märkte hat. Die DAX-Unternehmen sind alle sehr international (insbesondere Linde und Siemens) aufgestellt, so dass man auch auf Auslandstitel ganz verzichten kann. Die Luft wird also dünn. Falsch ist es also nicht, auf einen großen Reset zu setzen, insbesondere bei kleinem Geld und hinterem Ende in der Sterbetafel. Die anderen können darauf wetten, dass die Sprungfeder auseinandergeht. Auch bei den Festverzinslichen wird die Luft dünn, die Kurse sind zu hoch. Für eine drei von dem Komma muss man schon die Kurszettel mehrfach durchgehen und auch zu Ende lesen. Viele Hochprozenter haben Kündigungsmöglichkeiten eingebaut oder einen Poison Put im Prospekt. Poison Put? Also aufgepasst. Dafür, dass es weiter hoch geht, sprechen nicht die Realwirtschaften, denn keines der Haushaltsprobleme ist gelöst, sondern nur die überbordende Geldmenge sowie fehlende Anlagealternativen, dafür das es runter geht sprechen: Am Sonntag: Cavaliere Belusconi gegen Komiker Grillo, Diskussion über eine Verknappung der Geldmenge in den USA, Spanien. Aber es ist ja immer noch gut gegangen.

Wie stets an dieser Stelle ein paar kritische und auch humoristische Lebens- und Börsenweisheiten:

  • „Wer statt Schwein Pferd gegessen hat, hat was für seine Gesundheit getan“ (eig. Witz).
  • „Glück, das ist einfach gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis“ (Ernest Hemmingway).
  • „Aktienkurse werden nicht nur von Erwartungen in der Zukunft beeinflusst, sondern auch von den Erwartungen an diese Erwartungen“ (unbekannter Autor).

Sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand und wir werden nicht von dem Produkteanbieter bezahlt.

Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die rückläufige Konjunktur und die anhaltende Systemkrise sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir checken Ihr Geschäftsmodell und unterstützen Sie bei der strategischen Adjustierung. Wir organisieren für Sie die Unternehmensnachfolge und nehmen im Vorfeld gerne eine indikative Unternehmensbewertung vor, damit Sie überschlägig eine Markteinschätzung ihres Unternehmens gewinnen. Auch prüfen wir gerne, ob Sie steuerlich richtig aufgestellt sind.

Februar 2013

Wirtschaft/Börse: Summa Summarum

Unsere Einschätzungen der wirtschaftlichen Lage und die daraus abgeleiteten Anlageempfehlungen werden nicht nur von unseren Kunden in der Vermögensverwaltung, sondern auch von der Fachpresse und Kollegen gelesen und verwertet. So aktuell in einem Artikel des SteuerConsultant. Den kompletten Artikel haben wir Ihnen hier zum Download bereitgestellt. Wie steht es heute mit dem wirtschaftlichen Umfeld und den hieraus abgeleiteten Anlageempfehlungen? Wenn gerade die FAZ für den US-Markt feststellt, dass von aufstrebender Dynamik keine Rede mehr ist, so dürfte das auch für Europa und Deutschland gelten. Für Deutschland mit dem Sonderfaktor, dass wir hier noch eine Oase der wirtschaftlichen Aktivität sind. Großbritannien verkennt mit seiner Europa-Debatte seine wirtschaftliche Irrelevanz für Europa und die Welt. Das gilt auch für Frankreich mit seiner rückläufigen Industrieproduktion, die nur noch bei rd. 12 % des Sozialproduktes liegt, wogegen wir hier noch bei gut 22 % liegen. Gleichwohl: Unsere Erzeugnisse muss jemand kaufen, wir können uns der Konjunktur unserer Abnehmerländer nicht entziehen. Insoweit kommen die Bauchschmerzen vor der beginnenden Berichtssaison nicht von ungefähr. So sind die Probleme von Thyssen und Siemens zwar hausgemacht, aber gleichwohl ein Reflex der stagnierenden Absatzmärkte. Der DAX läuft seit einem Monat seitwärts und sucht Richtung. Die Zittrigen sollten aussteigen, sich mit den Gewinnen des Vorjahres zufrieden geben und den großen Rücksetzer abwarten, ein Neustart bei 6.000 ist denkbar. Die Hartgesottenen sollten die Aktienquote runter nehmen und die volatilen Werte in Festverzinsliche umtauschen. Die verbleibenden Werte sollten von der Rentabilität her so sein, dass man den Rücksetzer aussitzen kann. Von den Favoriten haben wir mit geänderter Reihenfolge weiter Post und Allianz vorne. Die Post hat ein stabiles Geschäftsmodell und profitiert vom Internethandel, der den stationären Handel zunehmend ruiniert. Bei den Festverzinslichen setzen wir bei nicht zu verkennendem Zinsverfall weiterhin auf Schaeffler und Conti. Schaeffler eignet sich für kleines Geld und Conti für größere Abschnitte. Beide sind wohl sicher, insbesondere Conti, bei der die Aktie auch eine beliebte Empfehlung ist. Insbesondere die hier bereits genannte Conti-Anleihe A1A0U3 wirft noch herrliche knapp 6 % ab. Sollte der Zins bis 2017 drehen, muss man halt schnell raus oder die Sache aussitzen. Da keine Inflation adressiert ist, kann man sich das Papier auch unter das Kopfkissen legen und nur zum Koponschneiden zu 7,5 % hervorholen. Der Spread zum Festgeld ist zum Totlachen. Für Banken und Kunden. Die Banken holen sich das Geld bei der Zentralbank zu 0,75 % und bekommen von Conti 7,5 % bzw. 6 %. Kein Wunder, dass Steinbrück zur Sparkasse wollte. Der Deutschen Bank, die keinen noch so großen Fettnapf auslässt, tut man aber in Sachen Spekulation mit Nahrungsmittel großes Unrecht. Dem Landwirt wird doch das Preisrisiko genommen, wenn es einen Stillhalter gibt, der ihm einen Preis garantiert. Dem Landwirt reicht das schon hohe teils wetterabhängige Produktionsrisiko. Ob der Spekulant selber ein Geschäft macht, ist unsicher, letztlich muss es einen geben, der die Produkte zu auskömmlichen Preisen kaufen kann, insoweit überraschen die Ergebnisse der Studien nicht; was überrascht ist die Borniertheit von Frau Aigner, die sich aber den verschreckten Verbrauchern zuwendet, um Stimmen für die nächste Bundestagswahl zu erheischen. Wichtig ist, dass die FDP sich nun genug mit sich selber befasst hat und ein Programm aufstellt, das den fremdbestimmten Menschen wachrüttelt. Wie wird der im Herbst entscheiden zwischen Mindestlohn bzw. Höchstdispozinsen und Eigenverantwortung? Die Antwort wurde in Niedersachsen vorgegeben. Die Zeit für eine Auswilderung und damit Schwarzgelb ist vorübergehend vorbei.

Wie stets an dieser Stelle ein paar kritische und auch humoristische Lebens- und Börsenweisheiten:

  • "Eine Frau lacht, wenn sie kann, und weint, wenn sie will" (Mark Twain).
  • "Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, ist es auch noch nicht das Ende" (Oskar Wilde).
  • "Wenn Sie alle Risiken vermeiden wollen, haben Sie bald keine Risiken mehr zu vermeiden, weil Sie nicht mehr im Geschäft sind" (Josef Ackermann).

Sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge (Lebensversicherungen) unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand.

Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die rückläufige Konjunktur und die anhaltende Systemkrise sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir checken Ihr Geschäftsmodell und unterstützen Sie bei der strategischen Adjustierung. Wir organisieren für Sie die Unternehmensnachfolge und nehmen im Vorfeld gerne eine indikative Unternehmensbewertung vor, damit Sie überschlägig eine Markteinschätzung ihres Unternehmens gewinnen.

Januar 2013

Wirtschaft/Börse: Summa Summarum

Die hier zuletzt angesprochenen Lebensversicherungen haben es mittlerweile auf die Titelseiten der Tageszeitungen geschafft. Die Parteien sind aufgeschreckt und haben schnell die Durchführungsbestimmungen zum Diebstahl der bereits erdienten Überschussreserven aus den festverzinslichen Wertpapieren geändert. Danach darf der Schaden nicht höher als 5 % der Auszahlungssumme betragen. Erträglich für den, der nicht direkt davon betroffen ist und dessen Lebensversicherung hierdurch vor dem Konkurs gerettet wurde. Nur derjenige, dem durch die vergessene Kündigung der Lebensversicherung auf den Auszahlungsbetrag nunmehr 5 % bis 10 % trotzdem fehlen, wird sich ärgern, es sei denn, er merkt es gar nicht. Im Übrigen ist klar, die bisher den Versicherten zustehenden hälftigen Überschussreserven aus den Kurssteigerungen der Festverzinslichen sind weg, nur die Verteilung des Wegfalls wird anders verteilt: Hin zu den Versicherten mit noch längerer Restlaufzeit. Hieran ändert auch nicht, dass der aufgeschreckte Schäuble letzten Dienstag den Schaden des Einzelnen auf 5 % der Auszahlungssumme begrenzen will. Das Traurigste ist jedoch, dass der Versicherte kaum auf den geplanten Diebstahl reagieren kann bzw. konnte, es sei denn er wurden proaktiv beraten. Begünstigt ist aber eindeutig die Versicherung. So hat die französische Investmentbank BNP Paribas hat das Kursziel für Allianz von 112,00 auf 125,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Der Versicherer befinde sich auf dem besten Weg, 2014 einen operativen Gewinn von 10 Milliarden Euro zu erzielen, schrieb Analyst Thomas Jacquet in einer Studie vom Mittwoch. Der Experte erhöhte seine Ergebnisprognosen für 2013 und 2014 um vier respektive drei Prozent. Oder: Es war schon immer besser auf die Allianzaktie zu setzen als auf die Allianz-Lebensversicherung. KGV mit 9 und die Dividendenrendite von 4,5 stimmen immer noch. Asoka Wöhrmann von der DWS meint dann auch, die Aktie sei das bessere Gold. Oder mit Emmerich Müller von Metzler formuliert gilt durch einen Blick in den Kursteil leicht nachvollziehbar: Der Renditespread zwischen Anleiherendite und Aktienrendite liegt bei rd. 6 % und die durchschnittliche Anleihenrendite bei knapp 2 %. Die 6 % bieten somit einen auskömmlichen Risikopuffer. Die Risikoprämie von 6 % beinhaltet Ausschüttungen und Kurssteigerungen. Womit wir beim DAX wären, denn gerade der deutsche Markt bietet gute Perspektiven, obwohl er in den letzten 12 Monaten schon 27 % zugelegt hat. Knapp 8000 sind bis Silvester noch möglich und für 2013 dürfte es wegen des weiterhin notwendigen niedrigen Zinsniveaus weiter gehen, wenn auch mit einem markttechnischen Rücksetzer auf 6500 mal zu rechnen ist. Gewinne mitzunehmen hat noch niemanden geschadet. Wenn die Allianz bei 125 steht und man bei 60 eingestiegen ist, kann man getrost mal für ein paar Monate sein Geld vom Tisch nehmen, an der Seitenlinie ein Päuschen machen, dem Spiel der anderen zusehen und den Rücksetzer abwarten. Wichtig ist, dass man sein Vermögen selber in die Hand nimmt. Volker Loomann, die Vermögensedelfeder der FAZ hat es treffend formuliert: Die größten Feinde für den erfolgreichen Vermögensaufbau sind Bank- und Versicherungsvertreter. Es vergeht doch kein Tag, an dem nicht in der Tagespresse über ein strafbewährtes Delikt einer Bank berichtet wird, sei es Bilanzbetrug, Kundenbetrug oder aktuell ein Steuerbetrug. Wer zwischen den Jahren Zeit und Muße hat, sollte sich mal euromicron (WKN: A1K030) ansehen, zwar ein Nebenwert aber mit schönen Zahlen, einer ansprechenden Aktionärsstruktur und wohl einer guten Perspektive, denn die hier geforderten Proportionen bezüglich KGV und DivR werden eingehalten. Sehr schön und als DAX-Wert sicher: Unternehmensanleihe von Conti mit der einer Rendite von 5,9 % (WKN A1A0U3). 2013 dürfte Deutschland konjunkturell auf dem Niveau von 2012 verbleiben bei zunehmender Wettbewerbsintensität und einer Inflation von rd. 2 %. Die Firmen kriegen von unten Druck über steigende Kostenpreise über den schwachen Euro und stramme Lohnkostensteigerungen und von oben Druck über die steigende Internationalisierung bei nicht ausgelasteten Kapazitäten, so dass die Kostensteigerungen nicht weitergegeben werden können. Gut für die Inflation aber schlecht für unterkapitalisierte Firmen, denn die Banken nesteln am Schirm, um ihn zuzumachen, die Kreditvergabe geht bereits zurück. Wohl dem, der die Eigenkapitalquote hochgefahren hat und den Kreditsachbearbeiter entspannt empfangen kann.

Wie stets an dieser Stelle ein paar kritische und auch humoristische Börsenweisheiten:

  • Die Kurse müssen fallen, wenn sie nicht weiter steigen können.
  • Beim Kauf einer Aktie sollte man gefühlsbetont sein, beim Verkauf leidenschaftslos.
  • Ein Börsianer kann so ziemlich alles verlieren, seine Erfahrung jedoch nicht.

Sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge (Lebensversicherungen) unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und Ihr Vermögen in der Hand.

Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die rückläufige Konjunktur und die anhaltende Systemkrise sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Dezember 2012

Wirtschaft/Börse: Summa Summarum

In unserem Sonderrundschreiben vom 19. 11. hatten wir auf die gesetzgeberische Stabilisierung der Lebensversicherungen aus dem Wegfall der hälftigen stillen Reserven an die Versicherungsnehmer in den festverzinslichen Wertpapieren ab dem 15. 12. informiert. Durch die laufenden Rettungen der Schwachländer über die Niedrigzinspolitik unter Draghi mit seinem vorauseilenden nonverbalen Gehorsam unter Aufgabe der Unabhängigkeit der Geldpolitik sind die Zinsen seit Jahren im Keller und Sparer und Lebensversicherungsnehmer gestalten so ein neues multilaterales Hartz IV auf internationaler Ebene neben den offenen Transfers über den schwierigen EG-Haushalt, bei dem es im Ergebnis auch um Transfers geht, nicht um Europa, so dass Bofinger auch ein Europa ohne den Euro sieht. Zurück zu den Lebensversicherungen: Die Branchenauguren stellen die Leistung des von den kränkelnden Lebensversicherungen angerufenen Gesetzgebers als großes Werk dar, der die Lebensversicherungen stabilisiert und verweisen auf die noch lange laufenden Verträge hin, die hierdurch sicherer werden. Sachgerecht wäre es gewesen, die Kosten der Versicherer und insbesondere deren Vertreter einzustampfen. Wie von uns herausgestellt, sind von der Neuregelung insbesondere und kurzfristig betroffen die Versicherungsnehmer, deren Verträge kurz nach dem 15. 12., also in den nächsten Jahren fällig werden. In der Branche war von einem Minus von 5 % bis 10 % der Auflaufleistung die Rede. Wer also bisher mit € 100.000 rechnete kann nach den neuen Bedingungen zu Jahresende nur noch mit € 90.000 rechnen, so die Branche intern. Nach der Änderung werden die Kunden künftig nicht mehr wie bislang automatisch mit der Hälfte der stillen Reserven auf festverzinsliche Wertpapiere beteiligt, sofern sie ihren Vertrag kündigen oder die Police abläuft. Stattdessen wird in einem komplizierten Verfahren ein Faktor zur Stabilisierung der Lebensversicherer abgezogen und erst danach die Beteiligung der Kunden ermittelt. Wissen muss man, dass die Lebensversicherungen aufgrund ihrer Anlagegrundsätze und ihrer Risikoaversion rd. 90 % in festverzinslichen Wertpapieren investiert haben. Die Neuregelung hat also erheblichstes Rückschlagpotential. Ein aktueller Praxisfall: Gesamtkapital bei Ablauf einer bereits beitragsfrei gestellten Versicherung zum 1. 6. 2014: € 47.241,70 mit Bewertungsreserve nach altem Recht € 5.973,69; Rückkaufswert einschließlich Überschussbeteiligung bei Kündigung zum 1. 12. 2012: € 44.091,44 mit Bewertungsreserve von € 5.155,73, dieser Betrag ist bei Kündigung sicher. Reduziert man die genannten Überschussbeteiligungen um die 50 %, so liegt auf der Hand, dass nach neuem Recht die alten Werte unerreichbar sind, schlussendlich mit der schlichten Logik, dass eine Teilung der bisher den Versicherten zustehenden Bewertungsreserven in den Festverzinslichen stattfindet. Oder buchhalterisch: € 5.155,73 sind mehr als die Hälfte von € 5.973,69, also € 2.986,85. Klar ist, dass die Versicherungsschreiben mit den Mitteilungen der Werte kaum lesbar sind, so dass der Unkundige überfordert ist. Ein Trost für die Unkundigen bietet eine Brancheninformation: „Kurzfristig führt die Neuregelung zu Wertkorrekturen der Bestandspolicen. Allerdings lässt sich daraus kein Stornogrund ableiten. Auf viele Policen wird die Neuregelung nur geringe Auswirkungen haben. Die Mehrzahl aller Verträge dürfte darüber hinaus auch gar nicht mehr fristgemäß zum 30. 11. kündbar sein.“ Versicherer und Regierung/Parlament arbeiten somit Hand in Hand, der Gelackmeierte ist der auf Vertrauen setzende Bürger. Wer im Internet mal die Worte Lebensversicherungen und Betrug eingibt wird schnell fündig. Zurück zum Thema: Wollen Sie noch schnell kündigen, müssen Sie aber Kollateralschäden vermeiden: Möglicherweise entstehen Steuern. Steuerfrei sind die Versicherungsleistungen bei Kündigung der sog. Altverträge, bei denen die Verträge die 12 Jahre schon voll haben. Zur Vermeidung von Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie einen, der sich hiermit auskennt. Nicht in die Gelben Seiten gehen oder Ihren Versicherungsvertreter fragen, der Ihnen möglicherweise, wie geschehen eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr zu seinem und der Versicherung Vorteil anbietet, sondern Ihren Glossary Link Steuerberater. Ansonsten: Im Euroraum stehen die Zeichen auf Rezession, die scharf ausfallen könnte. Es schrumpft die Bankkreditvergabe, ein untrügliches Zeichen für abnehmende Produktion und steigende Arbeitslosigkeit, dabei haben wir importierte Inflation. Der Anleger flieht in Sachwerte. Immobilien sind nicht mehr preiswert. Preiswert sind teilweise noch Aktien, insbesondere schöne Dividendenwerte mit einer Dividendenrendite von 5 und einem KGV von unter 10. Die liegen nicht auf der Straße, die muss man suchen. Auch gibt es noch schöne Unternehmensanleihen, die Festgeld um ein Vielfaches schlagen.

Wie immer am Schluss ein paar kritische und auch humoristische Börsenweisheiten:

  • An der Börse werden höhere Gewinne als Verluste versprochen.
  • Versuche nicht, ein fallendes Messer zu fangen.
  • Buy on rumours, sell on facts.

Sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten für Sie, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen in der Hand.

Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die rückläufige Konjunktur und die anstehende Systemkrise sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

November 2012

Wirtschaft/Börse: Summa Summarum

Klar: Die Börse ist keine Einbahnstraße. Die Zittrigen sind über die Rücksetzer der letzten Tage irritiert und wundern sich, dass der ifo-Geschäftsklimaindex von März mit 109,7 nunmehr für Oktober mit 100,0 ausgeworfen wird und die Erwartungen in dem genannten Zeitraum von 102,6 auf nunmehr 93,2 gesunken sind. Die Hartgesottenen sind schon einen Schritt weiter und fragen sich, was es denn neben Unternehmensanleihen und Dividendenwerten für Alternativen gibt. Daneben haben sie das Verhältnis im Depot von Anleihen und Aktien ihrer Risikopräferenz und dem DAX-Niveau angepasst. Gleichwohl, das DAX-KGV liegt bei 14, dem langfristigen Durchschnitt, und die durchschnittliche Dividendenrendite bei 4. Wer das hier propagierte max. KGV von 10 und die Mindestdividendenrendite von 5 stets beachtet hat, dem wird auch vor der Berichtssaison nicht bange. Vor allem fehlt es an liquiden Alternativen. Die Aktienrendite, also einschließlich der Kurssteigerungen, liegt aktuell bei 8 %, die der 10-jährigen Bundesanleihe unter 2 %. Hier ist genügend Risikopuffer drin, so dass ein kopfloser Verkauf nicht angezeigt ist.

Auch klar: Der mündige Deutsche mag keine Rechnungen, insbesondere nicht von der Finanzbranche. Das wissen die Banken und die Fondsbranche: Der Kunde bekommt nur Abrechnungen über An- und Verkauf, sieht ein paar Gebühren, die er für die Transaktionen zahlt und die seine Anschaffungskosten vermeintlich erhöhen. Der große Reibach wird aber mit den verdeckten Kosten unter der Hand gemacht, die der Endkunde nicht sieht und nicht erahnt. Der gutgläubige Kunde, dem die Bank Fonds aufs Auge gedrückt hat, wird nur stutzig wenn er nach Jahren feststellt, dass sich sein von der Bank verwaltetes Vermögen nicht vermehrt sondern verringert hat. Woran liegt das? An dem niedrigen sicheren Zins, der im kurzfristigen Bereich gegen Null geht und den Kosten der Vermögensverwaltung, die regelmäßig erheblich über dem sicheren Zins liegen. Die Vermögensverwaltung muss zur Kostenkompensation also Risiken eingehen. Das geht meistens gut, aber eben nicht immer und insbesondere langfristig nicht. Wir haben hier interne Langfristbetrachtungen über die 10-Jahresfrist bei der Vielzahl von Selbstanzeigen notwendigerweise anstellen müssen, mit dem Ergebnis, dass kein Depot im Plus war. Die Banken verkaufen oder legen im Rahmen der Vermögensverwaltung, der größte Fehler überhaupt, das Geld meist in Fonds an: Wenig Aufwand und hoher Ertrag da der Aufgabeaufschlag an die Bank geht und laufende Zahlungen des Fonds ebenfalls an die Bank erfolgen, alles ohne Rechnung. In welcher Höhe? Morningstar hat gerade eine aktuelle Untersuchung veröffentlicht, die die bisherigen Erkenntnisse bestätigt. 50 % bis 70 % der jährlichen Managementgebühr der Fonds gehen als Kick-back-Zahlung an die Bank, die den Kunden bei Kauf einmalig beraten hat, Tendenz steigend. Die Fondsgebühren liegen ohne die Transaktionskosten (TER), die noch oben drauf kommen, jährlich bei rd. 3,5 % des Depotwertes. Mit dem verbleibenden Erlös aus der Managementgebühr kommen die Fonds kostenmäßig nicht zurecht. Sie haben also eine weitere Einnahmequelle erfunden, die Performance Fee, die so gestrickt ist, dass sie sich an einer Benchmark orientiert, die regelmäßig so gewählt wird, dass sie leicht zu nehmen ist, also meist der Durchschnittsertrag von Vergleichsprodukten. Auch Banken, die sich der Honorarberatung verschrieben haben, kommen mit dem Stundenhonorar wegen riesiger Overheads nicht klar und verlangen p. a. 1,65 % vom Depotwert oder 20 % vom Gewinn, mindestens jedoch eine Monatspauschale. Also insgesamt Kosten, die der Markt bei sicherer Anlage nicht abwirft. Daneben kommen ja noch Steuern und die Inflation, die zum Vermögenserhalt gedeckt werden müssen.

Ganz klar: Der Aktienmarkt ist eine wacklige Angelegenheit, der DAX, den Rest kann man ausklammern oder vergessen, ist nicht so hoch, weil es der deutschen Wirtschaft im Vergleich zum Umfeld in Europa oder USA/China so gut geht, sondern weil die Geldschwemme der EZB Anlagemöglichkeiten sucht. Die Allianz sieht schon ein Immobilienbläschen, es herrscht Anlagenotstand. Der Normalanleger kann heute nur auf Unternehmensanleihen und Dividendenwerte setzen. Eine 5 vor dem Komma bei sicheren Unternehmensanleihen ist selten und im DAX bei wenigen Titeln zu erreichen. 4 % sind aber ohne größere Klimmzüge möglich und erlauben hiermit einen realen Vermögenserhalt bei überschaubaren Kosten.

Wie immer am Schluss ein paar kritische und auch humoristische Börsenweisheiten:

  • Es gibt Anlageberater, die Renditeziele garantieren, doch wer garantiert für die Anlageberater?
  • Spekulanten verbringen ein Drittel ihres Lebens damit, Geld zu scheffeln, ein Drittel, es nicht wieder zu verlieren, und das letzte Drittel mit dem Gedanken, wie man es am besten vererben kann.
  • Die negative Eigenschaft eines Spekulanten ist, dass er seine Unbekümmertheit verliert.


Sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten gegen Honorar und ohne Fixkosten für Sie, insbesondere behalten Sie hierbei die Verfügungsmacht und ihr Vermögen selbst.

Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die rückläufige Konjunktur und die anstehende Systemkrise sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Oktober 2012

Wirtschaft/Börse: Summa Summarum

Voßkuhle hat Recht gesprochen und recht: Es geht nicht an, dass mit wohlgemeinten Hebelkonstruktionen und der Hoffnung, dass alles gut geht, das Haftungspotential des ESM über die 190 Mrd. € hochgefahren wird und das am Parlament vorbei. Richtig ist auch die weitere Diskussion was mit dem Haftungspotential der EZB ist, das durch den Aufkauf von Staatstiteln der Südländer weiter ausgebaut werden soll, nach Draghi „unbegrenzt“, sowie die Diskussion der Frage nach dem Verbleib der riesigen Targetsalden in der EZB-Bilanz. Seehofer sieht die 190 Mrd. € einschließlich des EZB-Haftungspotentials. Gauweiler wollte das vom Verfassungsgericht geklärt haben. Dieses sieht sich wohl nicht dafür zuständig, da die EZB unter den Europäischen Gerichtshof fällt, gleichwohl kann das deutsche Gericht der europäischen Instanz diese Rechtsfrage vorlegen. Staatsfinanzierung ist der EZB ausdrücklich verboten. Es wundert, dass in dieser Frage auch Länder wie Finnland eingeknickt sind, so dass Weidmann alleine steht, von Merkel nicht mehr unterstützt und bereits von Schäuble angegriffen. Die Aufkäufe unter der zulässigen Liquiditätssteuerung laufen zu lassen, wie es auch die EG tut, erscheint akademischer Stuss, denn die Aufkäufe werden ja an die Auflagen des ESM gebunden, also Staatsfinanzierung unter Auflagen, aber doch eben Staatsfinanzierung und so hat sich Draghi ja auch geäußert. Liquiditätssteuerung kann über den Sekundärmarkt ja auch mit anderen Titeln erfolgen. Voßkuhle ist somit der Pflichtverteidiger von Weidmann geworden. Mit Voßkuhle und Draghi stoßen natürlich zwei Welten aufeinander, Voßkuhle, der dem Recht verpflichtet ist, aber gleichwohl alle Zusammenhänge sieht, und Draghi, der Goldman Sachs-Mann, der die Gestaltung in den Vordergrund stellt, dem aber die Rechtsgrundlage und demokratische Legitimation fehlt. Kurzfristig ist Draghi im Aufwind und die Börsen sehen das genauso, da auch die FED die Geldmenge ausdehnt und die Zinsen ebenfalls unten lässt. Kein Wunder, dass die Riester-Policen sich nicht rechnen, dazu kommen die immensen Kosten. Wie aktuell nachzulesen, kassieren die Versicherungen von den Beiträgen bis zu 16,5 % als Kosten, so dass nur 83,5 % angelegt werden, das kann sich nicht rechnen, insbesondere wenn man die zu erwartende hohe Inflation noch berücksichtigt. Sparbuch oder Festgeld ist eindeutig besser. Da EZB und FED die Geldmengen ausweiten und die Zinsen niedrig halten, ist die monetäre Grundlage für Kurssteigerungen gegeben nach der Regel „Zinsen unten Kurse oben“. Was stört ist die auch zu beachtende Realwirtschaft und das politische Umfeld. Außer Deutschland hat die relevante Anlagenwelt die bekannten Probleme: USA: Hohe Arbeitslosigkeit, geringes Wachstum; China: Geringeres Wachstum, hohe Inflation, Bankenprobleme; Rest von Europa: Rezession oder geringes Wachstum. Politisch spitzt sich der Konflikt Israel/Iran zu, die erhoffte Demokratisierung in Nordafrika schlägt in das Gegenteil um und die Auseinandersetzung mit dem Islam wird ein weltweites Problem. Die Wahlen in den USA dürften nach den aktuellen Äußerungen von Romney über die Wähler der Demokraten als Abzocker für Obama gelaufen sein. Auch dürfte sich Merkel wieder durchsetzen und mit FDP und Grünen koalieren oder eine große Koalition begründen, die Steinbrück aber ablehnt. Per Saldo sehen wir den DAX nach wie vor bis 8000 laufen, aber dann sollte man das Geld vom Tisch nehmen und den Rücksetzer auf 5500 abwarten. Bei den Aktien haben wir nach wie vor Allianz und Post (in dieser Reihenfolge) vorne und bei den Festverzinslichen wie bisher Conti und Schaeffler (für kleines Geld und hoher Liquidität hierbei A1G6WT mit 5,5 % Rendite) und immer auf Kurzläufer setzen, da die kommende Inflation zu Gegenbewegungen beim Zins führt und dann die Kurse in den Keller schickt.

Wie immer am Schluss ein paar kritische und auch humoristische Börsenweisheiten:

Ein Spekulant ist nervös, wenn er keine Aktien hält und die Börse beginnt zu steigen.

Die häufigsten Wörter an der Börse sind: hoffentlich, möglich, könnte, vielleicht, wahrscheinlich.

Das Schlimmste für einen Spekulanten ist es, einen großen Fehler vorherzusehen und ihn trotzdem zu begehen.


Sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die rückläufige Konjunktur und die anstehende Systemkrise sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.


September 2012

Wirtschaft/Börse: Summa Summarum

Wie die letzten Umfragen zur Wählergunst der Parteien zeigen, ist die CDU/CSU im Aufwind: Merkels ruhige Hand zeigt Breitenwirkung. Die SPD dürfte die kommende Bundestagswahl bereits verloren haben: Klar haben Gabriel und sein Souffleur Habermas Recht, wenn sie, wie der Sachverständigenrat eine Vergemeinschaftung der Schulden fordern, aber das sagt man wie Merkel nicht: Die Stammwählerschaft der SPD, die Arbeitnehmer, die kleinen Leute verstehen doch nicht, dass sie in der Woche mehrere Stunden für die Schwachländer umsonst gearbeitet haben und auch künftig umsonst arbeiten werden, so wie sie es bereits für die neuen Bundesländer seit über 20 Jahren gemacht haben. Da die FDP mit Rößler nicht wieder auf die Beine kommt, dürfte eine große Koalition angesagt sein. Von den drei Kanzlerkandidaten der SPD dürfte es Steinmeier wieder werden, weil Steinbrück keine Mehrheit in der Partei findet und Gabriel sich in der Parteiführung leichter als auf der großen Bühne tut. Die Eurozone befindet sich im Auge des Hurrikans und kann Mitte des Monats durch das Verfassungsgericht und Anfang Oktober durch das Griechenlandtrio zerrissen werden. Vosskuhle ist zu umsichtig als dass er durch einen Richterspruch Europa zerstört. Die flotten Sprüche zum schnellen Austritt Griechenlands verstummen zunehmend nachdem man die Kosten hierfür kalkuliert hat und auch den Griechen wird klar, dass mit der Drachme die Wiederauferstehung länger dauert. Spannend ist die EZB-Politik: Weidmann hat Recht wenn Draghi die politische Legitimation für sein Handeln abspricht. Die Maastrichter Verträge verbieten den Aufkauf von Anleihen zur Staatsfinanzierung eindeutig. Die EZB nimmt den Regierungen aber das Handeln in den Sanierungsfragen der Schwachländer bequem ab, da die Parlamente nicht bemüht werden müssen. Die EZB hat das Spiel erkannt und gibt nur Geld, wenn der IWF die Schwachländer betreut und hierbei angebotsorientierte Maßnahmen zur Wettbewerbssteigerung fordert. Durch die Billigzinspolitik herrscht Anlagenotstand, nicht nur bei den Versicherungen, sondern bei allen Anlegern, die sich auch der wachsenden Inflation gegenübersehen. Die Firmen werden von nachgelassenen Nachfragen der anderen Euroländer sowie der USA und China erreicht, so dass hier die Investitionen zurückgefahren werden. Der Anleger, der nur sein Geld erhalten will, muss zunehmend Risiken in Kauf nehmen, um sein Vermögen zu erhalten. Eine drei vor dem Komma sollte die Rendite des Vermögens schon bringen. Mit deutschen, vermeintlich sicheren Staatsanleihen ist das nicht zu machen. Vermögensaufbau geht nicht über die Rendite, sondern über Einkommen, Sparen und den Erhalt des Gesparten. Vermögensaufbau über Rendite geht gar nicht, das hat Altmeister Kostolany erkannt, indem er darauf hinwies, dass der, der Vermögen hat, nicht spekulieren darf und der, der etwas hat, spekulieren darf, aber der, der kein Vermögen hat, spekulieren muss. Von der Leyen weist zu Recht auf künftige Altersarmut hin, aber das ist doch politisch gewollt, wenn zur Senkung der Lohnkosten die gesetzliche Rente bis 2030 von 50 % auf 40 % heruntergefahren wird und gleichzeitig die private Altersvorsorge über Riester und Rürup das Loch stopfen soll, dieses aber für die unteren Einkommensbezieher nicht geht, weil das Einkommen zu gering ist und dank der hohen Kosten die Versicherungen nichts bringen können. Was macht der Anleger also? Vor dem 12. am besten gar nichts mehr. Der 12. dürfte aber wie vermutet gut ausgehen, denn Vosskuhle wird den Euro nicht versenken mit der Begründung, dass es der Regierung nicht verwehrt werden kann, Europa zu festigen. Er dürfte die ESM-Finanzierung an angebotsorientierte Wettbewerbsverstärkungen binden und für weitergehende Finanzierungen einen Volksentscheid fordern. Hierdurch gestärkt, dürfte der Bericht der Troika Anfang Oktober dazu führen, dass Griechenland mehr Zeit aber nicht mehr Geld erhält. Was bleibt, ist ein Loch in der EZB-Bilanz, denn die dort hereingenommenen Anleihen der Schwachländer sind nicht voll werthaltig, hieran sind wir mit 27 % beteiligt, Verfassungsgericht und no bailout-Regeln der europäischen Verträge hin oder her. Dass der DAX um die 7000 pendelt, ist Ausdruck des Anlagenotstandes aufgrund der niedrigen Zinsen der Zentralbanken, die ebenfalls eine Umverteilung bewirken, auch kommt internationales Geld zurück. Entscheiden sich Verfassungsgericht und die Regierungen nach dem Troikabericht für ein Fallenlassen Griechenlands, dürften alle Indizes gegen Süden rauschen, geht es gut, sind 8000 bis zum Jahresende drin. Sicherheitsfanatiker sollten daher unter Gewinnmitnahmen ihre Positionen glatt stellen und das Geld vom Tisch nehmen und auch die Unternehmensanleihen liquidieren. Wer doch setzen will sollte sich mal die Anleihen von Schaeffler und Conti ansehen, hier sind noch 5 % vor Steuern drin. Nachdem die Fusion der beiden Firmen abgeblasen wurde, geht es beiden besser und Conti wird wohl in den DAX aufgenommen, so dass hier die größere Sicherheit gegeben ist (A1AY2A, A1G6WT, A1G0J3), auch läuft die Conti-Anleihe nur bis 2015. Wer von Aktien nicht lassen kann, dem sind weiterhin Allianz und Post zu empfehlen, die Allianz dürfte die Niedrigzinspolitik bis 2017 durchhalten und Waren gehen Gott sei Dank noch nicht durchs Internet.    

Wie immer am Schluss ein paar kritische und auch humoristische Börsenweisheiten, diesmal alle von Warren Buffet:

"Das wird ein echtes Drama. Ich weiß wirklich nicht, wie dieser Film endet. Aber ich versuche immer, solche Filme zu meiden." Warren Buffett über die Situation in Griechenland.

"Konzentrieren Sie Ihre Investments. Wenn Sie über einen Harem mit vierzig Frauen verfügen, lernen Sie keine richtig kennen."

"Regel eins lautet: Nie Geld verlieren. Regel zwei lautet: Vergesse nie die Regel Nummer eins."

Sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die rückläufige Konjunktur und die anstehende Systemkrise sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.


August 2012

Wirtschaft/Börse: Summa Summarum

Euro-Krise: Hand aus Fleischwolf ziehen

Fleischwolf ist ein Terminus des Fleischerhandwerks. Bei den Fleischwolfautomaten ist Vorsicht geboten, damit die Hand des Metzgers nicht in die Maschine gerät und den Mann nachzieht. Der Terminus wird aber auch im Kreditgewerbe verwandt. Er beschreibt den Automatismus der entsteht, wenn jemandem Kredit gegeben wird und der Kreditgeber in Zugzwang gebracht wird, um weiteren Kredit zu geben mit dem Argument, dass für den Fall des Nichtgewährens die gesamte Kreditierung wertlos wird. Damit sind wir bei Griechenland. Offensichtlich wollen die Kreditgeber nicht mehr, da die Sanierungsauflagen nicht erfüllt sind und auf Zeit oder korrekter auf weitere Hilfen gespielt wird. Nach der Sommerpause dürfte den Griechen das Geld ausgehen und die Kreditgeber werden ihre Forderungen in den Kamin schreiben können. Was hier häufig nicht betrachtet wird sind die Forderungen der Bundesbank, nicht aus Darlehen, sondern aus nicht bezahlten Rechnungen der Griechen, die als Target-Forderungen ausgewiesen werden. Ein deutscher Maschinenbauer verkauft eine Maschine an einen griechischen Kunden, der die Maschine über einen Bankkredit finanziert und das Geld nach Deutschland überweist. Das Geld landet über die Hausbank des griechischen Kunden bei der griechischen Staatsbank, die es als Verbindlichkeit gegenüber der Bundesbank ausweist. Die Bundesbank bucht eine Forderung gegenüber der griechischen Staatsbank ein und überweist das Geld an die Hausbank des deutschen Maschinenbauers, die es dessen Konto gutschreibt. Lieferant und Endkunde sind im Reinen. Nicht aber die Volkswirtschaften. In der Bundesbankbilanz sind riesige Forderungen aufgelaufen gegenüber den ganzen Südländern, bei denen die Volkswirtschaften keine Exporte leisten, um die Importe aus Deutschland gütermäßig zu bezahlen, sie lassen anschreiben. Die Bundesbank kauft seit Wochen keine griechischen Staatsanleihen mehr. Auch sie will die Hand aus dem Fleischwolf ziehen. Bezüglich der Target-Forderungen wird das nicht gelingen können. Hier ist ein riesiges Abschreibungsvolumen oder anders formuliert, die Bundesbank ist überschuldet und damit die nächste Baustelle. Da der Bund kein Geld hat, wird wohl zu folgendem Bilanztrick gegriffen: Einbuchen von Ausgleichsforderungen gegenüber dem Bund. Für Anleger und Firmen stehen die Zeichen auf Sturm, der wohl bald losbricht, zuerst bei den Anlegern, denn die Auftragsbücher der Firmen sind noch voll. Für beide gilt aktuell, dass die Kassenpositionen hoch zu halten sind. Die Anleger sollten, wenn die durch Griechenland ausgelöste Wirtschaftskrise der Währungsunion eintritt, also überschlägig zum Jahresende, ein Engagement in Aktien prüfen. Aktuell sind die europäischen und insbesondere die deutschen Aktien hinsichtlich ihrer Dividendenrendite auf dem höchsten Stand gegenüber den Renditen von deutschen Bundesanleihen, die so gut wie keine Verzinsung mehr abwerfen, wodurch die ganze kapitalgedeckte Altersvorsorge über Lebensversicherungen ins Trudeln gerät oder gütermäßig formuliert: Die deutschen Rentner finanzieren die Renten der Südländer. Denkbar ist auch, dass das Verfassungsgericht nach der Sommerpause dem Fleischwolf zusätzlich den Stecker zieht mit der Begründung, dass die beiden Rettungsschirme gegen die No-Bailout-Klausel der europäischen Verträge verstoßen. Das wäre wohl der größte anzunehmende aber nicht unwahrscheinlichste Unfall mit erheblichen weltwirtschaftlichen Verwerfungen. Dass ein europäisches Gewitter aufzieht, signalisiert der Kurs des Euro, der gegenüber dem Dollar an Wert verliert. Ebenfalls der Preisverfall des Rohöls signalisiert diese Beunruhigung. Bei Gold hatten die niedrigen Zinsen seit 2001 zu kräftigen Preissteigerungen geführt, die in der Spitze zu Preisen von 1900 $ je Feinunze führten, heute liegt der Preis bei 1570 $, Tendenz sinkend. Alles spricht also für ein Comeback der Aktie, insbesondere der deutschen Aktie. Entscheidend ist nicht der regelmäßige Kauf, wie die Banken suggerieren, sondern der Einstiegszeitpunkt.


Wie immer am Schluss ein paar kritische und auch humoristische Börsenweisheiten:


 

„An der Börse machen Leute mit Erfahrung eine Menge Geld, und Leute mit einer Menge Geld machen Erfahrungen“, Philip Fisher, Spekulant.

„Das Geheimnis des Börsengeschäfts liegt darin, zu erkennen, was der Durchschnittsbürger glaubt, dass der Durchschnittsbürger tut“, Lord Keynes, Ökonom und Spekulant.


 „Mit genug Insider-Informationen und einer Million Mark kann man schon nach einem Jahr ruiniert sein“, Warren Buffet, Altmeister der Spekulanten.


Sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die rückläufige Konjunktur und die anstehende Systemkrise sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.


Juli 2012

Wirtschaft/Börse: Summa Summarum

Euro-Krisenstrategie: Privat Sachwerte, Unternehmen Liquidität

Letzten Monat hatten wir an dieser Stelle eindringlich vor Facebook gewarnt. Mittlerweile ist der Börsengang zum größten Flop der letzten Jahre geworden, den Anlegern fehlen gut 20 %, das soziale Netz hat nicht gehalten. Unsere Empfehlung Münchener Rück hat dagegen 5 % zugelegt, auch sind die Ausschüttungen mit einer Dividendenrendite über 6 % stabil, Facebook wird auf mittlere Sicht nicht ausschütten.

Anleger und Unternehmer werden von den sich ständig verschärfenden und in immer kürzeren Abständen ausgerufenen Rettungsbemühungen um den Euro kirre gemacht. Deren Fragestellung ist schlussendlich nicht, wie es mit dem Euro weitergeht, sondern wie sie ihr Vermögen retten bzw. ihr Unternehmen über Wasser halten, denn die Stimmung kippt. Die Anfang der letzten Woche veröffentlichten Ergebnisse der ZEW-Umfrage unter Finanzmarktexperten dürften Konjunkturoptimisten in Deutschland geerdet haben. Der kräftigste Einbruch seit mehr als 14 Jahren untermauert, wie sehr die angespannte Situation in der Peripherie der Eurozone auch die Perspektiven in den „gesünderen“ Kernländern belastet. Oder griffiger formuliert: Die, die unter den Schirm schlüpfen, werden immer mehr und die, die den Schirm halten, immer weniger. Das kann auf Dauer nicht funktionieren. Quesnay, der Leibarzt von Ludwig XV, hatte schon erkannt, dass sich die produzierten Güter selber ihre Nachfrage schaffen. Das ist heute zu einfach, Nachfrage wird durch die Druckmaschine geschaffen. Das Geld wird dadurch wertlos, sein Preis, der Zins, fällt schon teilweise ins Negative. So ist verständlich, dass die in Griechenland mitregierenden Sozialisten und gemäßigten Linken gar keine Regierungsmitglieder stellen, wobei sie sich die Finger schmutzig machen könnten, sondern auf eine unbelastete Ausgangsposition für die nächste Wahl vorbereiten. Samaras will öffentlichkeitswirksam diese Woche beim EU-Gipfel mit der EU über die Änderung der Verträge handeln, konkret geht es um ein weiteres Kreditpaket, von Privatisierung, Grundbuch und Steuererhebung kein Wort. Analysten der Deutschen Bank geben Griechenland noch drei Monate, Lagarde dem Euro nur noch ein Vierteljahr. Letzte Zuspitzung: Das Verfassungsgericht nimmt Gauck den Füller aus der Hand, als der das Gesetz zum Fiskalpakt und insbesondere zum Riesenschirm ESM zeichnen wollte. Insbesondere könnte das Verfassungsgericht sich kritisch zum ESM äußern, da hier eine Vergemeinschaftung von Schulden festgeschrieben wird.

Es gibt auf mittlere Sicht 4 Szenarien: 1. Der Euro funktioniert künftig: Ganz unwahrscheinlich. 2. Der Euro bricht zusammen: Zunehmend denkbar. 3. Die alte italienische Hoffnung (aber in Bezug von Nord- zu Süditalien) wird wahr: Der Norden subventioniert nachhaltig Südeuropa: Kaum wahrscheinlich. 4. Man wurstelt sich weiter durch: Wird so sein, aber das Verständnis in der Bevölkerung dafür nimmt ab und die Kapitalmärkte reagieren: So kann Spanien die hohen Zinsen kaum zahlen. Geht nachhaltig kaum.

Eine Währungsreform kommt also näher: Reduktion auf Kernländer oder Zerfall der gesamten Währungsunion.

Garantie des Autors: Kommt die D-Mark zurück, wird der Wechselkurs nicht mehr 1,95583 sein, sondern wesentlich weniger. Offizielle Begründung: Man will den Export nicht kaputt machen. Tatsächliche Begründung: Entschuldung des Staates. Der Markt wird aber für den deutschen Export DM nachfragen, so dass der Kurs der neuen DM zu anderen Währungen wieder steigt. Nur der Sparer wurde enteignet, er zahlt die Zeche der Griechen, Spanier und so weiter. Also umsonst gearbeitet.

Soll man heute in Betongold gehen? Denn es liegt auf der Hand: Auch nach einer Währungsreform steht das Haus noch und die Schulden mindern sich durch Inflation und Währungsreform.

Betongold besteht aus Grund und Boden und Aufbauten. Die Aufbauten gehen kaputt, so dass es nicht wundert, dass sich die Immobilienpreise – von Sondereinflüssen wie München abgesehen – eben nicht ständig nach oben bewegen, sondern genau in die andere Richtung. Die schrumpfende Bevölkerung kommt hinzu. Was daher wichtig ist, sind die Mieteinnahmen. Da eine Währungsreform die Wirtschaft stört, kommen auch die Mieteinnahmen unter die Räder (Konkurse, Arbeitsplatzverluste, steigende Zinsen). Die Preise haben sich für einen Einstieg schon zu weit nach oben entwickelt.

Gold bringt keine Zinsen, schützt aber gegen eine Währungsreform. Das haben einige oder besser ganz, ganz viele schon vor Jahren erkannt. Kein Wunder, dass der Preis in den letzten 10 Jahren enorm gestiegen ist, die fehlenden Zinsen bemerkt werden und da die Währungsreform bisher ausgeblieben ist, die Richtung des Goldpreises heute offen ist.

Bonds, und hier sollte man ausschließlich auf Unternehmensanleihen setzen, von erstklassigen Schuldnern sind relativ sicher, jedoch macht die Zentralbank die Zinsen kaputt. Eine 4 vor dem Komma ist schon selten zu erreichen, so dass die Inflation nach Steuern auf Sicht jedoch knapp kompensiert werden kann.

Aktien, also Produktivvermögen, sind der beste Schutz gegen Inflation und Währungsreform. Der Einstiegszeitpunkt ist aber wichtig. Momentan geht es nach Südwärtsbewegungen nach Süden, so dass für den DAX 6.000 wieder in Reichweite kommen. Wenn die Unsicherheit wieder steigt, dann dürfte der DAX viel tiefer gehen. Wenn die Kanonen donnern, also die Währungsreform ansteht, dann einsteigen.

Quintessenz für den kirren Anleger: Pulver mit Bonds und Festgeld trocken halten und kurz vor dem großen Knall in unterbewertete Qualitätsaktien aus der ersten Reihe mit hoher Dividendenrendite.

Was sind die Normstrategien für den Unternehmenssektor? Der Rest von Europa hat Probleme, die großen Volkswirtschaften USA und China ebenfalls, so dass von dort keine Nachfragebelebung zu erwarten ist. Die Banken werden wegen den erhöhten Eigenkapitalvorschriften und den sich auftürmenden Risiken aus der Staatsfinanzierung die Kreditvergabe einschränken, so dass Eigenkapital und Liquidität gefragt sind. In der Krise liegen Überkapazitäten vor, so dass hinsichtlich der Preispolitik Preissenkungen der falsche Weg sind, da die Nachfrage sowieso zurück geht. Die Preise müssen durch Marketing, Service und Angebotsmanagement hoch gehalten werden. Bei mittelständischen Unternehmen ist auch die Rechtsform zu prüfen. Mit der Mischform der GmbH & Co. KG wird eine Haftungsbeschränkung und die hohe steuerliche Flexibilität einer Personengesellschaft erreicht, auch kann man hier durch Gestaltungen die Offenlegung der Rechnungslegung vermeiden.

Mal ansehen: Langweiler Deutsche Post, Logistik läuft aber auch in der Krise, KGV knapp über 10 und DivRendite gut 5 %. Hochprozenter für den etwas risikofreudigen Anleger: Air Berlin, 2011/14 und RENA, 2010/15, beide mit einer Rendite von 12 %. Air Berlin hat einen Großgesellschafter an Land gezogen und die RENA, die Maschinen für die angeschlagene Solarindustrie produziert, diversifiziert stark und ist wohl gut aufgestellt. Beide Anleihen sind den kleinen Mittelstandsanleihen in jedem Fall vorzuziehen. Wer sicher gehen will, muss auf Rendite zwischen 3 % und 3,5 % setzen.

Wie immer am Schluss ein paar kritische Börsenweisheiten, diesmal wieder von Altmeister Kostolany persönlich:

"Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sich auch nicht, wenn sie steigen."

"Die Börse reagiert gerade mal zu zehn Prozent auf Fakten. Alles andere ist Psychologie."

"Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Nur Geduld: Die nächste kommt mit Sicherheit."

Sind Sie hinsichtlich Ihrer Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Wollen Sie Ihr Unternehmen gegen die rückläufige Konjunktur und die anstehende Systemkrise sturmfest machen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Juni 2012

Wirtschaft/Börse: Summa Summarum

Allianz/Mittelstand vs. Facebook: Allianz  hat gerade ein KGV von knapp 7 und eine Dividendenrendite von gut 6 %, im  Mittelstand wird eine Eigenkapitalrendite von 25 % erwartet, was einem KGV  von 4 entspricht, auch erwirtschaftet und ein Teil hiervon ausgeschüttet.  Facebook hat bei Emission ein KGV von gut 110, Gewinnausschüttungen  erfolgen, wenn überhaupt, irgendwann. Facebook startete mit 38 $ und säuft  langsam ab, heute liegt der Kurs bei 31 $ mit eindeutiger Tendenz nach  Süden. Zeitgenossen erinnern sich genüsslich oder mit Schrecken an die  Dotcom-Blase von Anfang 2000. Offensichtlich sind Facebook-Aktien nichts  für ein Normalo-Depot und auch nicht geeignet, Ruhe ins Depot zu bringen,  denn der Anleger fürchtet zu Recht, dass Sparer zugunsten der Schuldner  leiden werden. Womit wir in Europa wären. Vorweg aber zum basierenden  politischen Demokratieproblem. Der Liberalismus verspricht nichts, sondern  legt das Schicksal des Einzelnen in dessen Hände. Der Sozialismus nimmt  dem Einzelnen alle Sorgen und verspricht ihm Wohlstand ohne individuelles  Arbeitsleid. Klar, dass die Liberalen bei den Wahlen ein Problem haben und  klar, dass Hollande sich gegen Sarkozy durchgesetzt hat, Kraft vs. Röttgen  ist ein Sonderfall. Setzen die Liberalen auf die Primärverteilung, setzen  die Sozialisten auf x Umverteilungen. Griechenland ist ein Paradebeispiel:  Auf der einen Seite wollen 70 % der Bevölkerung im Euro bleiben,  gleichzeitig gewinnen die Ultralinken an Zulauf, so dass der Euroaustritt  immer näher kommt. Klar, dass es eine Parallelwährung geben wird. Das wird  der Euro sein. Es wird doch kein Öllieferant die neue Drachme in Zahlung  nehmen. Klar ist auch, dass nach den Abschreibungen der deutschen  Forderungen über 80 Mrd. € weiter Geld nach Athen fließt. Lässt man  Griechenland absaufen, bricht die öffentliche Ordnung zusammen und es wird  eine Fluchtwelle einsetzen, so dass wir auch bei dieser Konstellation  zahlen. Bei den Eurobonds zeigt sich auch ein Nachgeben von Merkel. Man  will über diese europäische „Infrastrukturprojekte“ finanzieren. Merkel  und Hollande wollen gemeinsam nicht nur sparen, sondern auch die  Wirtschaft beleben. Der liberale Merkel-Ansatz setzt, an der unbequemen  Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch Abbau entsprechender Hindernisse  analog Schröders erfolgreicher Agenda 2010 an, Schröder wurde und Merkel  wird im nächsten Jahr abgewählt. Hollande will die Krise mit mehr Geld  bekämpfen und gleichzeitig mehr sparen. Wie das gehen soll ist unklar,  aber die versprochenen Wahlgeschenke müssen geliefert werden. Der  vorzeitige Abzug aus Afghanistan lässt die geforderte Solidarität grüßen.  Das alles ist kein gutes Umfeld für den Kapitalmarkt. Mit der  Gelddruckpolitik der EZB kann es sich der Bund aktuell leisten, Geld zum  Nullzins aufzunehmen. Über unsere Lebensversicherungen werden wir die  Zeche mitzahlen. Der Anleger sollte zunächst im Geld bleiben. Wie Spanien  und Portugal zeigen, werden die Zinsen steigen. Steigen die Zinsen, sinken  die Aktien und auch die Bonds. Die Griechenlandwahlen sollte man abwarten  und auch die französischen Parlamentswahlen. Die europäischen Aktien  dürften auf Sicht nach unten gehen. Den Dollar kann man zum Jahresende mit  anderen bei 1,10 sehen. Kann man bis August nicht warten, bieten sich  Dollar-Unternehmensanleihen an wie von Alcoa oder Bank of America, die bei  4 Jahren rd. 4 % plus eventuelle Währungsgewinne bringen, wenn man heute  bei 1,26 einsteigt und zum Jahresende bei den 1,10 wieder aussteigt.  Ansonsten bieten deutsche Aktien bereits gute Chancen, Allianz wurde  genannt und auch der weniger schwankungsanfällige Rückversicherer  Münchener Rück, Buffets Liebling, ist für ein Normalo-Depot hoch  interessant: KGV unter 7 und Dividendenrendite über 6, was will man mehr?

Wie immer am Schluss ein paar kritische  Börsenweisheiten, diesmal von Altmeister Kostolany persönlich:

"Ich empfehle meinen Lesern nicht nur, nicht  an dem Treiben am Neuen Markt teilzunehmen. Nein, ich verbiete es ihnen. Alles wird mit einem fürchterlichen Krach enden." Ob er hiermit schon Facebook meinte?

„Es gibt alte Piloten und es gibt kühne  Piloten, aber es gibt keine alten, kühnen Piloten.“ Mit den alten Piloten meinte er wohl den Normalo-Anleger.

„Gewinnen kann man, verlieren kann man, aber zurückgewinnen: unmöglich.“ Oder schlichter: Was weg ist, ist weg.

Sind Sie hinsichtlich Ihrer  Vermögensdispositionen und Altersvorsorge unsicher, lassen Sie sich von  uns beraten. Für ein unverbindliches erstes Beratungsgespräch stehen wir  Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontaktdaten

Unkelbach Treuhand GmbH
Wirtschaftsprüfer
Steuerberater

Gartenstraße 30
79098 Freiburg im Breisgau

0761/385420
info@unkelbach-treuhand.de