IAS/IFRS im Mittelstand
Spezielle IAS/IFRS für mittelständische Unternehmen (KMU-IFRS)
IAS/IFRS im Mittelstand
Internationale Bilanzierungsnormen haben die Rechnungslegung in Deutschland in den letzten Jahren verstärkt geprägt. Während börsennotierte Unternehmen auf IFRS umstellen müssen, gestaltet sich die Lage im Mittelstand weitaus komplexer: Der Gesetzgeber hat zum Jahreswechsel die Möglichkeit geschaffen, einen zusätzlichen, auf internationalen Standards beruhenden Abschluss zu erstellen. Die internationalen Rechnungslegungsstandards verzichten auf wesentliche Elemente des handelsrechtlichen Gläubigerschutzes zugunsten einer Investorenorientierung. Zweifelsohne geht mit der Erstellung eines zusätzlichen Abschlusses auch eine höhere Kostenbelastung einher, da es weiterhin eines HGB-Abschlusses und einer daraus abgeleiteten Steuerbilanz bedarf. Auch bietet ein IFRS-Abschluss keine größenabhängigen Erleichterungen korrespondierend zu § 267 HGB.
Den Nachteilen der Umstellung auf IFRS stehen jedoch auch gewichtige Vorteile gegenüber. Die Informationsfunktion wird intern wie extern gesteigert. Da die Darstellung von Sachverhalten gem. IFRS wirklichkeitsgetreuer erfolgt, eignen sich diese Rechnungslegungszahlen als Grundlage für interne Unternehmenssteuerung besser als die steuerrechtlich geprägte Buchhaltung. Auch die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird zutreffender als nach HGB dargestellt, da ohne Rücksicht auf das Maßgeblichkeitsprinzip gebucht werden kann.
Eine Studie des DRSC (Deutsches Rechnungslegungs-Standards Committee ) bestätigt dies. Die Erstanwendung von IFRS führt zu einer durchschnittlichen nominellen Eigenkapitalerhöhung von 34 % bei den befragten Unternehmen gegenüber dem Jahresabschluss nach HGB. Im Einzelfall ist sogar ein noch höherer Eigenkapitalausweis möglich. Als die Volkswagen AG von HGB auf IFRS umstellte erhöhte sich ihr Eigenkapital um 113 %. Die Verbesserung des Eigenkapitalausweises ist insbesondere auf die Erhöhung des Anlagevermögens durch geringere Abschreibungen zurückzuführen, zudem werden stille Reserven aufgedeckt.
Dieser, allein durch eine andere Bilanzierung hervorgerufene Effekt des höheren Eigenkapitalausweises gewinnt vor dem Hintergrund der niedrigen Eigenkapitalquote und der stark mit Fremdkapital geprägten Finanzierung im Mittelstand an Brisanz. Lediglich ein Fünftel des Mittelstandes ist einer aktuellen Untersuchung nach in dem Sinne solide finanziert, dass mehr als 30 % Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme zur Verfügung stehen, während ein knappes Drittel über weniger als 10 % Eigenkapital verfügt.
Die anstehenden Regelungen von Basel II könnten die Vorteile eines höheren Eigenkapitalausweises noch verstärken.
Offen ist derzeit noch die Einführung spezieller IFRS für kleine und mittlere Unternehmen (KMU-IFRS). Diese werden momentan vom International Accounting Standard Board beratschlagt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist jedoch noch offen, ob sich diese Standards durchsetzen können und inwiefern diese weitere Erleichterungen für mittelständische Unternehmen bringen.
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- Vor- und Nachteile der Umstellung auf IFRS
- Auswirkungen der Umstellung auf IFRS auf einzelne Bilanzposten
- Auswirkungen der IFRS auf die steuerliche Gewinnermittlung
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