September 2010
„Die große Abrechnung“, so titelt der Stern vom 19. 8. 2010 einen Artikel über Versicherungen. Weiter: „Plötzlich ist die Hälfte des Geldes weg. Was Versicherungen wirklich kosten, merken Verbraucher oft erst bei der Vertragsauflösung. Trotz neuer Vorschriften bleibt das Kleingedruckte unverständlich“ titelt er weiter. Dass die Rentabilität der Lebensversicherungen in den Keller rauscht, liegt doch bei den von der EZB verordneten immer niedriger gewordenen Zinsen auf der Hand. Wenn einerseits die sicherlich nicht schlechte Allianz im DAX mit einem KGV von 8 und einer Dividendenrendite von 5,25 % und andererseits die Lebensversicherungen nur noch mit 2,25 % garantiert werden, steht der Verlierer des ungleichen Kampfes schon wohl bei Abschluss einer Lebensversicherung fest.
Die Fälle, die wir in unserer Praxis auf den Tisch bekommen, signalisieren in der Regel Falschberatungen in dem Sinne, dass eine Lebensversicherung gar nicht benötigt wird, unzweckmäßig ist und sich der Abschluss nur an den Provisionshöhen der Vertreter orientiert. Fälle: Wohlhabenden Leuten mit ausreichendem Vermögen für ihre Altersversorgung wird eine Lebensversicherung angedreht; Unternehmern, die investieren wollen, wird ein endfälliges Bankdarlehen in Verbindung mit einer dann fälligen Lebensversicherung aufs Auge gedrückt. Hier wird mit Renditen argumentiert oder besser betrogen, die sich gar nicht darstellen lassen, die nie erzielt werden können. Wir dürfen den Stern hier zitieren: „ Nicht nur die Kosten bleiben undurchsichtig, auch bei der Verzinsung bekommt der Kunde keinen Durchblick. Trotz niedriger Zinsen an den Finanzmärkten werben die Gesellschaften mit Renditen um vier Prozent. Aber sie arbeiten mit einem Trick: Sie verschweigen, dass nur der Teil der Prämien angelegt wird und solche Renditen erzielen kann, der nach Abzug der Kosten übrig bleibt.
Der Bund der Versicherten hat errechnet, dass sich bei Lebensversicherungen am Ende reale Renditen von teilweise unter einem Prozent ergeben. “Da können Sie das Geld getrost unterm Kopfkissen liegen lassen“, urteilt Hajo Köster. Eines seiner Beispiele zum Thema Verzinsung ist der Riester-Renten-Vertrag einer Kundin der Aachen Münchener. Das Unternehmen investiert die Spareinlagen in Fonds. Die Frau zahlt 25 Jahre lang jeden Monat 50 Euro ein. Solche „fondsgebundenen“ Versicherungen garantieren keine Erträge. Im schlimmsten Fall bleibt nur das eingezahlte Geld plus staatlicher Zulagen übrig. Doch im Versicherungsschein wird ihr natürlich vorgerechnet, wie viel Kapital sie bei günstigen ökonomischen Entwicklungen erwarten könne. Bei einer jährlichen Verzinsung von sagenhaften acht Prozent — so das Rechenbeispiel der Aachen Münchener — wären das 37.404 Euro. Rechnet man indes Einzahlung und angenommene Verzinsung nach, kommt man auf eine deutlich höhere Summe. Oder: Ohne Abzug von Kosten ließen sich 37.404 Euro mit einer monatlichen Sparrate von nur 41 Euro erreichen. Fast 20 Prozent der Einlagen bleiben also bei der Versicherung. Thorsten Rudnik, Vorstand beim Bund der Versicherten, sagt: „Selbst wer sich die Mühe macht und die Produktinformationen durchliest, steigt am Ende nicht mehr durch. Die Texte sind viel zu lang, die Schrift ist meist viel zu klein, und mal werden die Werte in Prozenten, mal in absoluten Beträgen angegeben.“ Die Mehrzahl der Verträge erreicht das Ende der Laufzeit ohnehin nicht.
Das Beratungsunternehmen Evers und Jung hat für das Verbraucherministerium vor zwei Jahren herausgefunden: 50 bis 80 Prozent der langfristigen Geldanlagen werden vorzeitig mit Verlust abgebrochen. Weil viele Kunden zu Verträgen gedrängt wurden, die sie sich nicht leisten oder deren Konsequenzen sie nicht absehen konnten. Der Verkaufsdruck auf die Makler verhindert eine ergebnisoffene Beratung.
Provisionsabhängige Versicherungsvermittler gibt es in Deutschland rund 257.000, unabhängige Berater gerade mal 182. Die verlangen pro Stunde zwischen 100 und 180 Euro. Dafür prüfen sie die bestehenden Verträge des Kunden und holen Angebote für ihn ein. Mit ihrer Hilfe lassen sich etwa sogenannte Nettotarife abschließen, die keine Provisionen enthalten, oder günstige Angebote von Direktversicherungen finden, die auf einen teuren Außendienst verzichten.“ Auch bei normalen Lebensversicherungen bezieht sich die Verzinsung auf den Sparanteil, dieser beträgt von € 100 Einzahlung nach Abzug der Kosten für die Risikoversicherungen und für Verwaltung und Vertrieb nur rd. € 70. Die € 30 sind für immer weg. Im Zweifel also die nicht überbewertete Allianz-Aktie kaufen!
Was bleibt in dieser unruhigen Zeit, in der der DAX nicht weißt, wo er hinwill und die andere Indices auch nicht? Zunächst die Einsicht, dass man sich mit seinem Vermögen selber beschäftigen muss und die Erkenntnis, dass es nur drei originäre Anlagen für den Normalanleger gibt: Cash, Festverzinsliche und Aktien. Von diesen abgeleitete Derivate, die beispielsweise bei Aktien das Risiko mindern sollen, kann man in die Tonne treten. Wer kein Risiko will, darf einfach keine Aktien kaufen und wer ein wenig Risiko und Chance will, der kauft eben auch ein wenig Aktien. Fonds mit Festverzinslichen kann man auch vergessen, wenn man einen Blick in die Portefeuilles wirft, die mit Hochprozentern aus Schwellenländern gefüllt sind und Währungs- und Zinsrisiken ausblenden, eben weil es der Wettbewerber auch macht. Wenn die Zinsen künftig steigen, rauschen die ganzen schönen vermeintlich sicheren Anlagen gegen Süden.
- Schöne Festverzinsliche sind folgende Kurzläufer aus dem Unternehmensbereich:
- Conti-Gummi, 7/2015, Rendite 7,22 %
- HeidelbergCement, 12/2015, Rendite 6,25 %
- HeidelbergCement, 1/2012, Rendite 4,04 %
- Allianz, unbefristet, 6,01 %
Zu vergessen:
- Bundesrepublik, 9/2020, 2,3 %
Schöne ESTX-Aktien sind:
- Telefonica, Dividendenrendite 8,5 %
- RWE, Dividendenrendite 6,8 %, mit nach Richtung offenem Kicker je nach Verlängerung und Ausgestaltung der Brennelementesteuer
- Vivendi, Dividendenrendite 7,9 %
Ein paar passende Sprüche zur Börse vom Altmeister Kostolany, den der Autor kurz vor dessen Tode in Hamburg erleben durfte, als dieser fast schon durchsichtig war aber seine Zuhörer schnell und mitreißend im Bann hatte:
Inflation ist wie Nikotin oder Alkohol. In kleinem Maße ist es stimulierend, man darf nur kein Kettenraucher werden oder Alkoholiker.
Es gibt keinen Ort auf der Welt, wo ich auf einem Quadratmeter mehr Dummköpfe treffe als bei der Börse.
Noch eine lustige Geschichte, die Heiko Thieme seinerzeit in der FAZ zum Besten gab: Er traf Kostolany auf dem Flughafen. Kostolany kam sofort zum Thema und fragte, was Thieme von bestimmten Aktien hielte. Thieme meinte, die Aktien wären ein klarer Kauf. Daraufhin bat Kostolany Thieme, er möge dieses seiner Ehefrau doch bitte schnell telefonisch mitteilen. Schmunzeln kann hier nur wer weiß, dass Kosto mehrfach sein Vermögen an der Börse verloren hatte.
Vermögensaufbau checken! Gerne überprüfen wir Ihren Vermögensaufbau sowie Ihre Vermögensplanung bzw. erarbeiten mit Ihnen gemeinsam eine Strategie zur Erreichung Ihrer Vermögensziele und Altersversorgung. Im Gegensatz zu den Kreditinstituten verkaufen wir keine Produkte, so dass wir uns einzig an den Zielen unserer Kunden orientieren.
August 2010
1. Wirtschaft/Börse: Summa Summarum
Die Banken suggerieren dem Anleger vielfältig, er benötige zum Sparen oder zur Vermögensbildung ihre kostenträchtige Unterstützung, in der Regel handelt es sich dabei um Provisionsgeschäfte, bei der die Bank dem Kunden keine Rechnung schickt, sondern vom dem Produktanbieter bezahlt wird, so dass die offensichtliche Interessenkollision gar nicht offen kommuniziert wird.
Welche Vermögensklassen benötigt der Anleger, wobei hier von einem „Normalverdiener“ ausgegangen wird. Damit fallen schon erhebliche Vermögensklassen aus der Betrachtung heraus, die der Normalkunde sowieso nicht versteht und in die er schon deshalb nicht investieren sollte: Hedgefonds, Private Equity und Rohstoffe/Währungen. Auch Gewerbeimmobilien und Infrastrukturfonds überfordern regelmäßig den Normalanleger in der eigenen Beurteilung der Chancen und Risiken. Wenn der sich mit den Themen befasst, kommen sicherlich Infrage Staatsanleihen und Unternehmensanleihen. Dass letzter mit höheren Risiken verbunden sind, liegt auf der Hand. Der Anlege muss entsprechend seinen Anlagezielen und seinem Alter streuen und die Inflation beachten. Er muss sich über die Länder und die Unternehmen ein Bild machen können, da er das Risiko trägt. Bei den Aktien aus dem Emerging Markets, die ja aktuell das Wirtschaftswachstum in den Industrieländern bestimmen, dürfte er kaum in der Lage sein, sich über diese ein Urteil zu bilden. Was übrig bleibt, ist der Kauf von entsprechenden Aktienfonds oder Indexfonds. Aber auch hier muss er sich selber ein Urteil bilden können, da bekanntermaßen der Gewinn im Einkauf liegt und er den Ausstieg selber bestimmen muss. Informationen über Aktien, die dem Normalanleger zugänglich sind, sind die von Industrieländern, die regelmäßig über das Internet abgerufen werden können. Gegenüber dem Management der Aktienfonds hat er naturgemäß Nachteile: Bei den Publikumsfonds betreut ein Analyst regelmäßig rd. 3 große Titel oder 8 kleine Nebenwerte, die für Normalanleger aber ausscheiden. Bleiben also die großen Titel beispielsweise im DAX, Euro Stoxx oder Dow Jones. Entscheidend ist hier der Einstieg und der Ausstieg. Es gibt nicht ständig Einstiegs- und Ausstiegskurse, durch die stark aufkommenden Indexfonds bewegen sich die Kurse zunehmen im Gleichschritt. Für beide Zeitpunkte kommt es auf die konjunkturelle Situation an. Aktuell ist eine schon leicht auslaufende Einstiegssituation, da die Krise zunehmend als beendet angesehen wird und die Wachstumsraten für die nächsten Jahre positiv bewertet werden und die Aktienkurse der Realwirtschaft ein knappes Jahr vorauseilen, da ja an der Börse in den Kursen bewertete künftige Gewinne gehandelt werden. Der Ausstiegsmoment kommt spätestens dann, wenn überall Vollbeschäftigung besteht und die Kurse neue Höchststände erreicht haben. Die Unternehmer merken dann, dass sie die Zukunft zu positiv bewertet haben und fahren die Investitionen runter und die Krise beginnt. Der Normalanleger macht dann Kasse und geht in die Festverzinslichen, die sich dann allgemein wieder lohnen, da die Zentralbanken die Zinsen erhöhen um Inflation und Überbeschäftigung zu bekämpfen. Aktienfonds steigen dann aber regelmäßig nicht aus und das schlicht gegen ihre besseren Erkenntnis und zwar deshalb, weil die Anlagevorschriften des Fonds eben vorschreiben in Aktien investiert zu sein. Aktienfonds haben regelmäßig eine totale Kostenrate von 2,5 % bis 3 %, also mehr als der sichere Zins von Bundesanleihen. Bei der totalen Kostenquote, die im Prospekt genannt wird, handelt es sich mitnichten um die totalen Kosten. Es fehlen regelmäßig die Transaktionskosten und die Management Fee über rd. 20 %. Sie wird regelmäßig fällig, nicht etwa, wie man meinen sollte, wenn das Vermögen des Anlegers gemehrt wurde, sondern wenn eine sog. Benchmark, regelmäßig der Durchschnitt der Marktenwicklung überschritten wurde. Der Anleger ist also gut beraten, sich mit seinem Vermögen selber zu beschäftigen und sich hierbei beraten zu lassen.
Ein paar passende Sprüche hierzu vom Altmeister Kostolany:
Manchmal ist es besser, eine Stunde über sein Geld nachzudenken, als eine Woche dafür zu arbeiten.
Kleinanleger sollten nie zocken. Kauft Standardwerte und ein Schlafmittel, um das Geschehen an der Börse auf Jahre zu vergessen, egal ob es draußen donnert und blitzt.
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Juli 2010
1. Wirtschaft/Börse: Summa Summarum
Wirtschaftsminister Brüderle hat erklärt, dass die Krise nunmehr vorbei ist. Die Anleger sehen das wohl mehrheitlich anders. Merkels schwäbische Hausfrau merkt doch, dass die Krisenbeseitigungskosten von den Unternehmen und Immobilienbesitzern über die Banken in die Staatshaushalte weitergereicht wurden, so dass weitere Höhepunkte der Finanzkrise nicht ausgeschlossen sind, da doch noch offen ist, ob die Defizite ohne größere Inflation überhaupt jemals zurückgeführt werden können. Die Sanierung der öffentlichen Haushalte wird weit in die Zukunft verschoben. In der Bundesrepublik werden bis 2013 zunächst nur die Defizite halbiert und erst ab 2016 sollen die Haushalte ausgeglichen sein, so dass dann die Schulden zurückgeführt werden sollen. Man muss kein Prophet sein um vorauszusagen, dass wir bis Ende 2016 wieder in einer ganz normalen konjunkturellen Delle landen, die wiederum ein Deficit Spending verlangt, so dass es mit der Schuldenrückführung wiederum nichts werden dürfte. Im Gegenteil, die Schulden werden wieder steigen.
Für den normalrisikobereiten Anleger kommen wegen dieser Gefahr eines Double Dip, also dem Rückfall in die Krise, nur europäische Aktien in Frage von Firmen, die in die schnell wachsenden Schwellenländer exportieren und bzw. oder seit Jahren dividendenstabil sind. Alle diese DAX-Riesen sind global aufgestellt, haben kaum Schulden und generieren mit satten Margen ausreichend Cash.
Für Edelmetalle dürfte es bereits zu spät sein.
Ebenfalls zu spät sein dürfte es für Anleihen. Wenn die Inflation kommt und sie kommt bereits importinduziert, rauschen die Kurse in den Keller, so dass für den aktuellen Anleger eine Mixtur aus Cash und Aktien sachgerecht erscheint. Wem Cash zu langweilig ist und bei den Festverzinslichen ein bisschen Risiko sucht oder braucht, sollte sich mal die Hochprozenter wie Dürr, Thyssen-Krupp, Bertelsmann oder Heidelberger Zement ansehen.
Die Markowitzsche Portfoliotheorie, mit der die Banken ihre Kunden einfangen, stellt sich zunehmend als akademischer anspruchsvoller Stuss heraus: Die Rendite steigt mit dem Risiko und das Risiko wird mit einem Gegenläufer ausgeschaltet. Man faselt dem Kunden vor, dass man, wenn man Regenschirmhersteller im Depot hat, auch Sonnenschirmhersteller im Depot haben muss, so dass eine Aktie immer läuft. Die Empirie hat nachgewiesen, dass langfristig die ruhigen wenig volatilen Dividendenträchtigen die größte Rendite abwerfen. Oder wenn Markowitz Recht hätte, dürften die gemanagten Fonds ja keine Verluste machen, machen sie aber.
Abschließend noch zwei kleine Börsenweisheiten vom Kosto:
Die ganze Börse hängt nur davon ab, ob es mehr Aktien gibt als Idioten - oder umgekehrt.
Wer viel Geld hat, kann spekulieren;
wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren;
wer kein Geld hat, muss spekulieren.
Vermögensaufbau checken! Gerne überprüfen wir Ihren Vermögensaufbau sowie Ihre Vermögensplanung bzw. erarbeiten mit Ihnen gemeinsam eine Strategie zur Erreichung Ihrer Vermögensziele und Altersversorgung. Im Gegensatz zu den Kreditinstituten verkaufen wir keine Produkte, so dass wir uns einzig an den Zielen unserer Kunden orientieren.
2. Business Angels Freiburg
Wir haben Anfang dieses Jahres die Business Angels Freiburg initiiert. Die Mitstreiter sind alle Unternehmer mit eigenem Gründungshintergrund.
Insbesondere bei jungen Technologieunternehmen in der Seed- und Start up-Phase, die von überdurchschnittlich hohen Risiken und zugleich kleinen Transaktionsvolumina gekennzeichnet ist, kommt der Frage nach der Eigenkapitalausstattung eine zentrale Bedeutung zu.
Da die Kapitalbeschaffung sich in der heutigen Zeit immer schwieriger gestaltet, bietet sich als nahe liegende Lösung die Aufnahme von Kapital über einen Business Angel an.
Die Business Angels Freiburg (BAF) sind private Investoren aus der Regio, die Kapital, Know-how und Kontakte in junge, innovative Start-ups einbringen. Zielgruppe sind Unternehmen, die mit neuen Technologien innovative Produkte oder technologieorientierte Dienstleistungen in den Markt bringen möchten.
Interessierten Investoren bietet das Netzwerk beste Investitionsgelegenheiten sowie den direkten Zugang zu Erfolg versprechenden Unternehmensgründungen und ausgesuchten Start-ups.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Website www.business-angels-freiburg.de.
Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
3. Seminar „Betriebliche Maßnahmen gegen die Krise“
Den Vortrag über die betrieblichen Bordmittel gegen die Krise haben wir in der IHK Stuttgart am 22. 6. 2010 wiederholt.
Die Relevanz der Ausführungen betrifft nicht nur Gegenmaßnahmen gegen volkswirtschaftliche Krisen, sondern preis- und wettbewerbliche Strategien bei rückläufiger Nachfrage, also nicht nur Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität und Eigenkapitalmaßnahmen.
4. Krisenberatung
Eine von uns durchgeführte Krisenberatung wird von der KfW zu rd. 50 % gefördert. Nach einer Analyse der Krisenursachen werden konkrete Maßnahmen zur Unternehmenssicherung ausgearbeitet und die Geschäftsleitung bei der Umsetzung unterstützt.
Die Beratung umfasst somit nicht nur taktische Maßnahmen, sondern auch die strategische Ausrichtung.
Mai 2010
Wirtschaft/Börse: Summa Summarum
Unruhig schlafen und Gedanken machen! Als diese Zeilen geschrieben werden rauscht der DAX senkrecht nach unten und der Autor ist wie alle Vermögensselbstverwalter hin- und hergerissen von taktischen und strategischen Überlegungen. Eines sollte im Hinblick auf den Aufmacher klar sein: Die alte Regel dass der, der Festverzinsliche kauft, gut schlafen kann und der, der gut essen will, Aktien kauft, dürfte nicht mehr gelten. Mit Kostolany, der den Börsenerfolg an den drei gelderotischen G-Punkten Geld, Glück und Gedanken festmachte, sind nun vor dem Hintergrund seiner Einsichten die Gedanken gefragt mit der Einsicht, dass „der Börsenerfolg eine Kunst und keine Wissenschaft ist“ und im Hinblick auf die aktuellen Kursverluste, „dass an Börse 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1 sind. Man muss nur die Nerven haben, das minus 1 auszuhalten“. Der Langfristbetrachter sieht schon, dass die nach wie vor aktuelle Immobilienkrise eine Finanzkrise und die folgende Bankenkrise ebenfalls eine Finanzkrise waren und Griechenland Ausfluss einer Finanzkrise ist. Ungemütlich und zum Verdrängen geneigt ist die Beobachtung, dass der zeitliche Abstand der Krisen kürzer wird und sich die nächsten Krisen von Nationalstaaten in der Eurozone bereits ankündigen. Bezogen auf einen Haushalt oder ein Unternehmen kommt man bei diesem Umfeld auf den Gedanken einer Insolvenz und so macht es nicht Wunder, dass die Insolvenz von Staaten ein zunehmendes Thema wird. Hier gilt es den Eurokritiker Hankel zu zitieren, der die erste Verfassungsklage gegen die Einführung des Euro verloren hat und mit seinen Mitstreitern nunmehr die zweite Klage wegen des sich ankündigenden Bailouts von Griechenland vorbereitet: „Bekannt ist, wie man vom Ei zum Rührei kommt, aber nicht bekannt ist, wie man vom Rührei wieder zu Ei kommt“. Ei hier gleichzusetzen mit D-Mark oder zumindest die Euro-Zone ohne Griechenland. Schließt man Griechenland (und die anderen Schwachländer) aus der Gemeinschaft aus, die wegen der ubiquitären Defizite schon eine Schwachmatengemeinschaft ist, bricht das System des Euro - mit wahrscheinlich verheerenden Folgen für die Realwirtschaft - zusammen, denn es wäre ja eine umfassende Finanzkrise, die die Staaten und Banken umfasst, eine Weltwirtschaftskrise wäre die Folge. Weil sich auch aktuell die anstehende Refinanzierung von Griechenland zuspitzt, wird man wiederum per Saldo die Gelddruckmaschinen bedienen müssen, getragen von der Hoffnung, dass die anziehende Konjunktur das Ganze wieder richtet, insbesondere über die damit verbundene Euroabwertung, die den Export hebt. Gewährt man die Griechenlandhilfen nicht, machen die Banken wiederum Verluste, können keine Kredite gewähren und die Schraube dreht sich nach unten. Für Angela Merkel ist es daher rechnerisch egal, ob sie Griechenland stützt oder später die Banken, nur ein zweites Bankenproblem wird die Wirtschaft nicht überstehen, denn die dortige Geldklemme wird die Kreditklemme verschärfen. Insoweit ist das heutige Regierungstaktieren mit Gesprächen mit Trichet und Strauss-Kahn bereits Makulatur, denn das Ergebnis wird sein müssen, dass Griechenland unverzüglich geholfen wird. Und klar ist, Geldtransfer ist Gütertransfer, denn die Griechen werden die aktuellen und künftigen Verbindlichkeiten nicht zu marktüblichen Konditionen zurückzahlen können falls überhaupt. Die fleißigen Deutschen und anderen Nordländer arbeiten somit für die von der Sonne geschwächten Griechen und anderen Südländer. Wie wird sich die Börse wieder aufrichten? Durch die automatischen Handelssysteme wird zunächst eine Verkaufslawine ausgelöst, der Kursverfall entspricht nicht den Verhältnissen in den Unternehmen, die ja durch die Euroabwertung belebt werden. Der Dow Jones dürfte bald zur Normalität zurückkehren und anschließend wird der DAX wieder nachziehen und 5 minus 1 ergibt wieder 4. Im Übrigen waren die Anstiege der letzten Wochen ja auch übertrieben, so dass einige Marktteilnehmer schlicht realisiert haben. Am Ende des Tages dürfte aber der Zusammenbruch des Finanzsystems stehen und Greenspan recht behalten mit seinem Spruch: „Der Euro wird zwar kommen, aber keinen Bestand haben“. Die Eurozone ist eben nicht wie die USA ein Bundesstaat sondern ein eher loser Staatenbund, bei dem die Kohl´sche Währungsklammer den politischen Einigungsprozess bewerkstelligen sollte. Kohl war alles, nur kein Ökonom. Der Anleger hat mittlerweile erfahren, dass die Festverzinslichen, insbesondere die Staatsanleihen, eben nicht sicher sind und ihm die Nachtruhe rauben. Auch stimmt ihre Rendite nicht, denn die Bundesanleihen rentieren nur zur Hälfte der DAX-Schwergewichte. Was bleibt am Vorabend einer Währungsreform? Sachwerte, insbesondere Produktivvermögen wie Aktien und Cash. Es gibt übrigens nicht nur in Deutschland Aktien. Aktien aus Ländern mit junger Bevölkerung und damit anderen Währungsgebieten sind angezeigt. Es gibt auch in Europa andere Währungsgebiete neben dem Euro. Lord Keynes der das Spiel des deficit spending mit der Geldmaschine erfunden hat und den Genüssen des Lebens nicht abgeneigt war, spendet in der Stunde der Not und allen Trost: „In the long run we are all death“.
Vermögensaufbau checken! Gerne überprüfen wir Ihren Vermögensaufbau und Ihre Vermögensplanung hinsichtlich der beschriebenen strategischen Unbill.
2. „Betriebliche Maßnahmen gegen die Krise“
Am 5. Mai hält Herr Wirtschaftsprüfer Unkelbach bei der Beratertagung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg in Freiburg, Schloss Rheinach, einen Vortrag zu dem genannten Thema. Der Vortrag dient der Beraterfortbildung des Wirtschaftsministeriums.
3. Krisenberatung
Es liegt auf der Hand, dass die Krise 3.0 nicht nur auf die Vermögensplanung, sondern auch auf die Unternehmen durchschlägt.
Eine von uns durchgeführte Turn Around Beratung wird von der KfW zu rd. 50 % gefördert. Nach einer Analyse der Krisenursachen werden konkrete Maßnahmen zur Unternehmenssicherung ausgearbeitet und die Geschäftsleitung bei der Umsetzung unterstützt.
Die Beratung umfasst somit nicht nur taktische Maßnahmen, sondern auch die strategische Ausrichtung.
April 2010
Wirtschaft/Börse: Summa Summarum
Griechenland : Mittelstand = 1 : 0. Nachdem Merkel nun gegenüber den anderen Euro-Ländern eingeknickt ist und der IWF nicht um Hilfe für das doch so starke Europa gebeten wird, helfen die starken Euro-Länder Griechenland. Dieses vor dem Nonsensdiskussionsbeitrag aus Frankreich, dass das exportstarke Deutschland doch bitte seine Wettbewerbsfähigkeit herunterschrauben sollte, damit die europäischen Defizitländer keinen Importüberschuss haben. Nun sind die Wogen aus dem US-Immobilienmarkt am Kapitalmarkt noch nicht geglättet, über eine Bankenabgabe wird bereits diskutiert, und schon wird das Kapital umgeleitet zu den PIGS, denn die anderen Schwachländer der Eurozone stehen auch auf der Matte, um ihre Finanzierungsprobleme zu lösen. In den USA waren es die privaten Immobilien, die den Zins in Europa hochhielten, also der private Konsum. Die europäischen Defizitländer finanzieren ihre Haushaltslöcher durch Kredite, also den öffentlichen Konsum. Das Ergebnis für den Mittelständler ist aber das gleiche: Der Zins ist zu hoch bzw. perspektivisch zu hoch. Wie aktuell zu lesen ist, finanzieren die Banken Griechenland mit der nicht ausgesprochenen Bürgschaft der EU von Barosso und Sarkozy im Hintergrund. Ein einfaches, risikoloses und daher einträgliches Geschäft im Vergleich zum dem ausfallgefährdeten Mittelstandskredit mit kleinen und arbeitsintensiven Tranchen. Hier hilft auch nicht die KfW mit ihren Erfolgsmeldungen über ihre Mittelstandsaktivitäten. Die Dollar- oder Schweizer Franken-Stärken kommen also nicht von ungefähr. Die von Kohl und Mitterand gut angedachte Währungsklammer vor politischer Integration zeigt ihre Schwachstellen. Daher wieder lesenswert: „Die EURO-Lüge ... und andere volkswirtschaftliche Märchen“ von Wilhelm Hankel, der seinerzeit mit seiner Klage gegen die Euroeinführung vor dem Verfassungsgericht scheiterte aber absehbar durch den Zeitablauf vor der Wirtschaftsgeschichte Recht bekommt. Recht wird auch posthum wieder Böhm-Bawerk bekommen mit seinem Werk „Macht oder ökonomisches Gesetz“. Kurzfristig ist alles machbar, langfristig greift das ökonomische Gesetz. Die Währungsgemeinschaft springt für die Integration zu kurz. Der Euro dürfte scheitern über hohe Inflation, das Ausscheiden von Ländern aus der Währungsunion oder eine Währungsreform, denn auch starke Länder wie die Bundesrepublik werden die mit der zu erwartenden hohen Inflation verbundenen hohen Zinslasten nicht tragen können.
Produktivvermögen kaufen! Nach all dem kommen nur Aktien rentabler Firmen, also Dividendenwerte, zur Vermögenssicherung in Frage. Zu beachten ist, dass die Versorger, Versicherungen und Telefongesellschaften eine Dividendenrendite in Höhe der doppelten Zinsrendite öffentlicher Anleihen haben, also rd. 6 %.
Vermögensaufbau checken! Gerne überprüfen wir Ihren Vermögensaufbau und Ihre Vermögensplanung.
März 2010
Wirtschaft/Börse: Summa Summarum
Hartz IV für Griechenland! Der Begriff „sozial“ wurde von Hayek zu Recht als weasel word bezeichnet. Jeder versteht was anderes darunter und jeder kann seine Position damit offensiv vertreten. Es ist stets die gleiche Grundstruktur, egal ob die Transferzahlungen an Bürger ohne Beschäftigung, im Rahmen des Länderfinanzausgleichs oder aktuell an Griechenland gezahlt oder gefordert werden. Westerwelle hat recht, wenn er auf den Verfall des Römischen Reiches wegen seiner Dekadenz verweist. Der realwirtschaftliche Hintergrund ist gleich: Wie bei Hartz IV und Griechenland wird Solidarität gefordert und gegeben, mit der Konsequenz, dass andere für einen arbeiten. Wenn aktuell der Internationale Währungsfonds offen die Frage diskutiert, ob nicht 4 % Inflation besser als 2 % Inflation wären, dann ist für den Betrachter der ohne Ausnahme zu beobachtenden hoch verschuldeten Staaten klar, wo die währungspolitische Reise endet. Auf der Hand liegt, dass wir eine stramme Inflation zwischen 5 % und 10 % bekommen, damit sich die Staaten entschulden können. Der DAX war von Griechenland zunächst irritiert und ging ein paar Tage in die falsche Richtung. Die Marktteilnehmer waren der wohl auch richtigen Auffassung, dass steigende Zinsen die Gewinne mindern und somit die Kurse sinken sollten. Nicht beachtet wurde hierbei zunächst – die Kurse steigen aber wieder - , dass das Papiergeld und damit auch die Festverzinslichen auf sehr wackeligen Beinen stehen. Die Festverzinslichen werden gehobene Verluste einfahren und die überstürzten Verkäufe dieser Papiere werden die Zinsen weiter steigen lassen. Die Anleger werden zunächst ins sichere Tagesgeld flüchten. Die Inflationsverluste werden sie aber schlussendlich in Sachwerte drücken mit steigenden Aktienkursen und weiter steigenden Rohstoffpreisen. Gold wird also weiter steigen, ist aber langfristig keine sichere Bank, da der Ausstieg nicht verpasst werden darf. Bis dahin ist aber noch Zeit, so dass sich Gold und andere knappe Rohstoffe als unbewachter Parkplatz für ein Teilvermögen eignen. Griechenland und Gold hängen also irgendwie zusammen.
Aktien kaufen! Nach oben gesagtem, je nach Vermögenslage und Anlagestrategie in Aktien gehen. Qualität kaufen! Marktschwere Dividendenwerte! Nebenwerte und Emerging Markets ist nur etwas für Kundige. Fonds aus Kostengründen meiden. Indexfonds nicht schlecht, da billig, aber gekauft wird der Durchschnitt und nicht nur Qualität.
Zinstitel verkaufen! Da die Zinsen steigen, sinken die Kurse. Gewinne mitnehmen.
Vermögensaufbau checken! Gerne überprüfen wir Ihren Vermögensaufbau und Ihre Vermögensplanung.
Fluchtwährungen kaufen! Die gescholtenen Steuerhinterzieher haben den Fehler gemacht, die Steuern für die Erträgnisse zu verkürzen, die verschobenen Vermögen waren regelmäßig jedoch weiß. Strategisch richtig war jedoch das Währungsgebiet Schweiz. Die Banker, mit denen wir uns wegen den nachzureichenden Erträgnisaufstellungen abstimmen, berichten gut gelaunt über erheblichen Mittelzufluss aus Europa und den USA. Neben dem Schweizer Franken kommen auch die skandinavischen Länder für die Flucht aus dem Euro in Frage.
Gold oder Silber kaufen? Für den Silber-Investor ist das Gold/Silber-Preisverhältnis von großer Bedeutung. Dieses schwankte in den letzten 300 Jahren zwischen 10:1 und 100:1.
In diesem Zeitraum war die Gold/Silber-Ratio die längste Zeit ziemlich konstant zwischen 10:1 und 20:1. Dies macht auch in Bezug auf das Verhältnis des natürlichen Vorkommens in der Erdkruste Sinn, welches etwa bei 1:17,5 liegt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts geriet das Verhältnis in Bewegung, und in den 30er Jahren wurde ein erster Peak verzeichnet, für eine kurze Zeit war eine Unze Gold deutlich mehr wert als 100 Unzen Silber. Seither kam das Verhältnis nicht mehr zur Ruhe. Ende der 60er Jahre und zu Beginn der 80er Jahre wurden wieder Werte unter 20:1 erreicht. Anfangs der 90er Jahre gab es erneut einen Peak bei rund 100:1. Aktuell liegen wir bei knapp 70. Wer also Zeit hat und das Einpendeln auf das Normalverhältnis aussitzen kann, sollte sich mal mit Silber beschäftigen.
Februar 2010
1. Wirtschaft/Börse: Summa Summarum
China abhaken! Der nicht gewählte politische Führungskader des Landes kann sich nur so lange an der Macht halten, wie das System wirtschaftliches Wachstum erzeugt. Das hat in der Vergangenheit funktioniert und signalisiert zunächst eine Systemhoheit der Mischform zwischen Kommunismus in der Politik und Marktwirtschaft in der Wirtschaft. Als Leistungsnachweis kann der Bau des Drei-Schluchten-Staudamms einerseits und das Planfestsetzungsverfahren bei dem Ausbau der Rheintalbahn mit 50.000 Einwendungen hier in der Regio anderseits angeführt werden. Viele deutsche Firmen wenden sich von China ab und produzieren wieder in Europa, die Werkbank der Welt ist bereits weitergezogen. Die exorbitanten Exportüberschüsse funktionieren nur aufgrund der nachhaltigen Wechselkursmanipulation. Ein Beitrag zum Klimaschutz fällt aus, da er das systemerhaltende Wachstum bremsen könnte. Um den Wechselkurs exportfreundlich niedrig zu halten, werden die Auslandswährungen, insbesondere der Dollar, von der chinesischen Zentralbank aufgekauft und gegen die Landeswährung getauscht. Dieses führt zu einer Inflation in China, die einen Kostendruck erzeugt, der wiederum mit einer Abwertung bzw. mit dem Festhalten an den festen Wechselkursen erkauft werden muss.
Das große Geld verdienen in China nur wenige, so dass es nicht verwundert, dass die Immobilienpreise in den letzten Monaten jeweils rd. 7 % stiegen. Auch haben die Konjunkturprogramme für eine Inflationstendenz gesorgt, mit der Folge, dass die Banken auf neuen schlechten Kreditrisiken sitzen und nun die Zinsen angezogen werden, was die inländische Konsumnachfrage nicht fördert. China hängt am Exporttropf. Die inländische Sparquote liegt wegen der fehlenden oder wenig ausgebauten Sozialversicherung bei rd. 50 %, bei uns bei rd. 10 % und in den USA leicht über 0 %. Die Überalterung der Gesellschaft wird bald ein neues Hindernis sein, in wenigen Jahrzehnten wurde die Wachstumsrate von gut 6 Kindern auf heute 1,3 Kinder je Frau zurückgefahren. In den USA liegt die Geburtenrate bei 2,1 und in Deutschland bei 1,5. Der wirtschaftliche Verfall Chinas wird ein Prozess sein. Die Handelspartner werden gegen den weiteren Verlust ihrer Arbeitsplätze mit Zöllen vorgehen, um der Wechselkursmanipulation zu begegnen. Wenn in den USA die Zinsen steigen, um der Inflation zu begegnen, wird der amerikanische Export durch die $-Aufwendung weiter behindert. Der schon vorhandene Zollkrieg (Hähnchen und Autoreifen) dürfte sich dann ausweiten. Die aktuelle Stabilisierung der konjunkturell beeinträchtigten Wirtschaft gelang wegen des zu geringen Konsums nur mit dem Brachialakt eines Konjunkturpaketes über 400 Mrd. €. Die aktuelle Wachstumsrate liegt bei 10 %, offensichtlich zu viel des Guten, so dass die Banken gezwungen werden bis Ende Januar keine Kredite mehr zu vergeben. Mittelfristig werden die Handelspartner Chinas um ihre Arbeitsplätze und ihr geistiges Eigentum stärker kämpfen und das System China wird zunehmend instabil. Google wird Nachahmer finden. Zusammenbrechen wird das politische System durch Unruhen basierend auf Preissteigerungen im Konsumgüterbereich und rückläufiger Beschäftigung, weil die Handelspartner sich wehren.
Dollar kommt! Anfang 2008 gab es 1,6 Dollar für einen Euro, Ende 2009 gut 1,5 Dollar und aktuell gut 1,4 Dollar. Langfristig ist der Dollar eine Inflationswährung, keine Frage. Fraglich ist nur, ob unser Euro stabiler ist. Zweifel hieran sind berechtigt. Die Aufwertung des Dollar liegt zunächst daran, dass das Wirtschaftswachstum in den USA für 2010 höher als für den Euroraum erwartet wird. Weiterhin wird damit gerechnet, dass die Zinswende in den USA eher als in Europa eingeleitet wird. Weiter spricht für den Dollar die Schwäche des Euro, der in der Heterogenität des Wirtschaftsraumes entspringt. Griechenland ist nur ein bekanntes Beispiel für die überbordenden Staatsschulden, die die ganze Währungsunion gefährden. Der IWF-Vorsitzende äußerte aktuell: „Es ist ernst. Aber ich glaube nicht, dass dies alles zu einem Auseinanderfallen der Währungsunion führen wird. Bezogen auf das Sozialprodukt beträgt die Verschuldung in %: Deutschland 290 %, Spanien 360 %, Frankreich 315 % und USA 300 %. Auch sind die Amerikaner in den letzten Jahren gegen das Leistungsbilanzdefizit angegangen. Da die Wirtschaftslage in den USA als wachstumsfreundlich einzustufen ist, wird ein Aktienengagement im Dollarraum durch den künftig niedrigen Wechselkurs risikomäßig abgefedert. Das Aufwärtspotential für Gold kommt daher nicht von ungefähr.
Zinsen steigen! Wem die Aktien zu risikoreich sind, wird sich wohl Anleihen zuwenden müssen. Die Zinsstrukturkurve für Bundesanleihen läuft von einer Restlaufzeit von einem Jahr bis zu 10 Jahren von rd. 1,5 % bis knapp 3,5 %. Industrieanleihen für erste Adressen wie Daimler und VW rentieren mit einer Restlaufzeit von 4 bis 5 Jahren mit rd. 3,5 %, Langläufer werden höher verzinst. Wer den Rückzahlungszeitpunkt aussitzen kann liegt wohl bei kurzen Laufzeiten nicht falsch. Kommt es zu der befürchteten Inflation werden Langläufer bis zur Endfälligkeit in den Keller geschickt. Strategie: Kurzläufer kaufen oder Aktienlangweiler.
Langweiler kaufen! Da die wirtschaftliche Gesundung Deutschlands nicht gradlinig nach oben verlaufen wird und bei den hier gebotenen Empfehlungen nicht die Spekulation, sondern der nachhaltige Vermögensaufbau im Vordergrund steht, ist die Ausschüttung, die rd. die Hälfte des umsichtigen Vermögensaufbaus ausmacht, zu beachten. Aus dem DAX kommen in Betracht: E-ON, RWE, Allianz, Münchner Rück, aus dem Euro-Stoxx: Vivendi, Enel, Eni, auch eine France Telecom. Alle genannten Titel sind Billigheimer: KGV unter 10 und Dividendenrendite über 5 %. Erkennbar liegt die Dividendenrendite der Langweiler rund beim Doppelten der Obligationen.
Vermögensaufbau checken! Gerne überprüfen wir Ihren Vermögensaufbau und Ihre Vermögensplanung. Fast alle Kunden sind von der geringen ökonomischen Ergiebigkeit ihrer langlaufenden Lebensversicherungen überrascht. Nicht beachtet wird regelmäßig, dass nur ein Teil der Prämien in den Vermögensaufbau fließen, rd. 30 % fressen Vertriebs-, Verwaltungs- und Risikoprämien auf.
2. Seminar „Unternehmensbewertung – Was ist mein Unternehmen wert?
Am 24. 2. um 18 Uhr in unseren Räumen
Zwecks Anmeldung rufen Sie uns bitte an oder lassen uns eine E-Mail zukommen.
Anlässe für eine Unternehmensbewertung sind:
- Kauf und Verkauf von Unternehmen und Beteiligungen,
- Ein- und Austritt von Gesellschaftern bei Personengesellschaften,
- Erbauseinandersetzungen, Erbteilungen,
- Abfindungen im Familienrecht, wenn die Zugewinngemeinschaft beendet wird,
- Vermeidung gerichtlicher Auseinandersetzungen aufgrund von Schiedsklauseln oder schlicht
- wenn der Unternehmer wissen will, ob seine Altersvorsorge durch ein Verkauf gesichert ist.
Unser Beratungsangebot umfasst auch eine Transaktionsberatung, in dem wir geeignete Käufer oder Verkäufer suchen, die Finanzierung arrangieren und die Verträge mitgestalten. Ob der Unternehmenskauf durch den Kauf von Wirtschaftsgütern oder durch den Kauf von Anteilen gestaltet wird, ist steuerlich erheblich, denn im ersten Fall kann der gekaufte Firmenwert abgeschrieben werden und so zur Finanzierung beitragen.
3. Krisenberatung
Eine von uns durchgeführte Turn Around Beratung wird von der KfW zu rd. 50 % gefördert. Nach einer Analyse der Krisenursachen werden konkrete Maßnahmen zur Unternehmenssicherung ausgearbeitet und die Geschäftsleitung bei der Umsetzung unterstützt.
4. Unkelbach intern
Dr. Philipp Unkelbach wurde als Gastmitglied von den Wirtschaftsjunioren Freiburg aufgenommen.
Januar 2010
1. Wirtschaft/Börse: Summa Summarum
Auch an der Börse wird es bald Weihnachten und diese Botschaft wollen auch die Fondsmanager ihren Kunden vermitteln, indem sie ihre Portefeuilles regelmäßig zum Jahresende bereinigen und damit signalisieren, dass sie auch die jeweiligen aktuellen Favoriten im Bestand haben. Dieses treibt die Börse und aktuell sind es noch 138 Zähler bis zur DAX-30-Latte von 6000 Punkten, die sich alle gesetzt haben, um auch eine Basis für das nächste Jahr zu bilden.
Der DAX-Stand für Ende 2010 wird vorsichtig geschätzt, so schätzt Oppenheim ihn auf 6350 Zähler. Wir sehen das wesentlich optimistischer, weil zu viel billiges Geld im Markt ist. Die Liquiditätsüberschussreserven der Banken sind aus den Segnungen der Zentralbanken erheblich und verleiten wieder zu spekulativen Käufen. Nicht zu verkennen ist, dass die Weltwirtschaft Fahrt aufnimmt. Bezogen auf die Wachstumsraten wird der erwartete Aufschwung von den Schwellenländern getragen. Auch bei uns wird mit einer leicht positiven Wachstumsrate gerechnet.
Es gibt aber auch erhebliche Risiken. Die Kreditklemme für den Mittelstand zur Finanzierung des Aufschwungs ist ein mögliches und von der Regierung erkanntes Hemmnis, so dass bereits ein Mittelstandskreditmediator ernannt und ein Mittelstandsfonds eingerichtet wurde.
Eines dürfte aber auf der Hand liegen: Sollten die richtigen bisherigen Maßnahmen der Geldpolitik nicht abschließend greifen, so kann die Wirtschaft in kurzer Zeit nicht ein zweites Mal mit dem Keynes´schen Deficit spending der öffentlichen Haushalte stabilisiert werden. Der gerade verstorbene Samuelson hat die Ansätze von Keynes unterlegt und vertreten. Der theoretisch bestechende Ansatz hat ja bekanntlich zwei empirische Schwächen. Die Liquiditätsfalle und die gelebte Demokratie. Japan lebt seit Jahren mit dem Problem der Liquiditätsfalle: Weitere Zinssenkungen beleben die Wirtschaft nicht mehr, die Investitionsneigung wird nicht mehr durch Zinssenkungen erhöht. Und hier sind wir auch bei uns angekommen. Der Karren könnte also nur noch durch eine weitere Verschuldung zur Finanzierung von Staatsausgaben flott gemacht werden.
Die von Merkel gerne zitierte schwäbische Hausfrau merkt aber spätestens bei der Tagesschau, und den gerade diskutierten Neuverschuldungen des Bundeshaushaltes (ohne Länder und Gemeinden), dass hier das Schuldenfass überläuft und Schäuble wendet ein, dass die Haushaltssanierung ein Thema für das nächste Jahr um diese Zeit ist.
Alles richtig, aber eines bleibt hängen: Auch in der Vergangenheit hat der Staat die gespendeten Defizite nie durch Sparen kompensiert, vom Juliusturm einmal abgesehen, aber das war 1953 -1957. Ein Teil des Geldes wurde dann für den Aufbau der Bundeswehr verwandt, Afghanistan lässt grüßen.
Griechenland ist mit seiner Schuldenpolitik am Anschlag und gefährdet auch den Rest der Währungsunion. Die aktuelle Stärke des Dollar ist ein Reflex auf die Schwäche unseres Euro. Greenspan hat nicht ohne Grund schon vor Jahr und Tag festgehalten: „Der Euro wird kommen, aber er wird keinen Bestand haben.“ Der allgemeine Staatsbankrott wird damit zu einem aktuellen Thema. Die EZB hat das Ende des leichten Geldes und niedrigen Zinses eingeläutet. Letztmals können die Banken Boni und Gewinne schöpfen, indem sie sich das Geld bei der Zentralbank für ein Prozent holen und risikolos für drei Prozent in sicheren Staatspapieren anlegen. Wenn nunmehr die Zinsen steigen, wird der Staat künftig bei beabsichtigter Schuldenrückführung auch eine höhere Zinslast bedienen müssen. Daneben kosten Auslandseinsätze, Klima, Bildung, etc. auch Geld und das Wählerklientel will auch bedient werden, selbst wenn der Titel „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ heißt.
Eine gewollte sich selbst finanzierende Steuersenkung ist eine Mär, kein Theoretiker belegt ihre gewollte Wirkung, einige begründen sogar eine Multiplikatorwirkung von null. Die Armen sind von einer Steuersenkung nicht betroffen, die Reichen machen ihren hohen Konsum nicht abhängig von einer Steuersenkung und der durch die Krise gebeutelte Mittelstand leckt auf Sicht seine Wunden aus der Krise indem er spart.
Das Ganze wird in einer hohen Inflation enden, in fünf Jahren zwischen fünf und zehn Prozent, wie hier wiederholt prognostiziert. Der neue Chefvolkswirt der Deutschen Bank Mayer stimmt dem zu. In fünf Jahren sieht er die Inflation bei fünf Prozent. Für den Anleger, der nicht ganz ohne Risiko leben kann und auch noch nicht alle Verluste glatt gestellt hat, bleiben nur Substanzwerte übrig, Fonds lässt er außen vor, da die Fondskosten die Mehrrenditen auffressen und die Bank auf dem Gipfel nicht zum Aussteigen anhält. Titel mit einer Dividendenrendite von über 5 und einem KGV unter 10 sind im Eurostoxx 50: France Telecom, Vivendi, Enel, EON und Münchner Rück. Suchergebnis DAX: Null. Auslandswerte sind nur etwas für Anleger, die auch Währungsparitäten beurteilen können. Wer kann das schon? Emerging Markets sollte man Fonds überlassen und das Kosten- und Ausstiegsrisiko mit beachten. Übrigens: Wir sehen den DAX Ende 2010 bei 7000.
Lassen Sie zum Jahreswechsel Ihren Vermögensaufbau checken. Rufen Sie uns an.
2. So feiert man beim Finanzamt Weihnachten
Der Weihnachtsfrieden (engl. Christmas Truce „Weihnachtswaffenstillstand bzw. Weihnachtswaffenruhe“) war ein von der Befehlsebene nicht autorisierter Waffenstillstand während des Ersten Weltkrieges am 24. Dezember 1914 und an den folgenden Tagen. Er fand an einigen Abschnitten der Westfront statt, wo es vor allem zwischen Deutschen und Briten in Flandern zu spontanen Verbrüderungen kam. Keine Schusswechsel in diesem Zeitraum gab es aber auch an Teilen der Ostfront.
Auf einen brieflichen Schusswechsel verzichtet auch das Finanzamt während der Feiertage.
Es ist guter Brauch, dass die Finanzämter in der Weihnachtszeit auf Maßnahmen verzichten, die für die Bürger belastend sein können, und mit schlechten Nachrichten zurückhaltend sind. So soll es auch in diesem Jahr wieder sein.
Zwischen Weihnachten und Neujahr sollen die Finanzämter alle Maßnahmen unterlassen, die in der Weihnachtszeit als unpassend empfunden werden könnten.
Daher bleiben die Bürger in der Zeit vom 23. Dezember bis Neujahr von Vollstreckungsmaßnahmen und Außenprüfungen verschont. Auch andere unangenehme Post vom Finanzamt kommt erst Anfang nächsten Jahres, etwa Schreiben über die Festsetzung von Zwangsgeldern oder die Einleitung von Bußgeld- oder Strafverfahren. Die Finanzämter sollen in diesem Zeitraum keine Betriebsprüfungen ankündigen oder beginnen und keine Vollstreckungsmaßnahmen durchführen.
Ausnahmen von diesen Regeln soll es nur geben, wenn die Finanzverwaltung schnell handeln muss, um Steuerausfälle zu vermeiden.
Ebenso wie in den Vorjahren wird es auch keinen Versandstopp für Steuerbescheide und Mahnungen geben.
Sind die Staatsfinanzen also gefährdet, kann ein wenig geschossen werden. Eine Verbrüderung mit dem Finanzamt findet nicht statt. Das Finanzamt ist ja auch kein Feind.
3. Angebot zum Jahreswechsel: Outsourcing kaufmännische Verwaltung
Mittelständischen Firmen bieten wir die Übernahme der kaufmännischen Verwaltung an. Der Vorteil für die Firmen liegt in folgenden Bereichen:
- Klare Kalkulationsgrundlage,
- Qualifizierte Bearbeitung,
- Bearbeitung in oder außer Haus
- Konzentration des Leitungspersonals auf das Geschäftsfeld.
Die im Einzelfall abzustimmenden Bereiche umfassen:
- Budgetierung/Controlling
- Debitorenüberwachung/Mahnwesen
- Finanzierung
- Finanz- und Lohnbuchhaltung
- Bilanzierung
- Steuern
- Betriebsabrechnung
- Erstellung der Kalkulationsgrundlagen
- Personal
Rufen Sie uns zur Terminvereinbarung für eine Besprechung an.
4. Unkelbach intern: Öffentlichkeitsarbeit
Bitte vormerken: Für Mitte/Ende Januar laden wir zu einem Seminar zum Thema Unternehmensbewertung ein. Eine gesonderte Einladung an Sie erfolgt. Anlässe einer Unternehmensbewertung sind vielfältig:
- Kauf und Verkauf von Unternehmen und Beteiligungen,
- Ein- und Austritt von Gesellschaftern bei Personengesellschaften,
- Erbauseinandersetzungen, Erbteilungen,
- Abfindungen im Familienrecht, wenn die Zugewinngemeinschaft beendet wird,
- Vermeidung gerichtlicher Auseinandersetzungen aufgrund von Schiedsklauseln oder schlicht
- wenn der Unternehmer wissen will, ob seine Altersvorsorge durch ein Verkauf gesichert ist.
Unser Beratungsangebot umfasst auch eine Transaktionsberatung, in dem wir geeignete Käufer oder Verkäufer suchen, die Finanzierung arrangieren und die Verträge mitgestalten. Ob der Unternehmenskauf durch den Kauf von Wirtschaftsgütern oder durch den Kauf von Anteilen gestaltet wird, ist steuerlich erheblich, denn im ersten Fall kann der gekaufte Firmenwert abgeschrieben werden und so zur Finanzierung beitragen.
Mit der Erbschaftsteuerreform ist das Stuttgarter Verfahren durch das Ertragswertverfahren auch für den steuerlichen Bereich abgelöst worden. Bekanntermaßen steigen nunmehr insbesondere durch das pauschale Ertragswertverfahren die Unternehmenswerte gegenüber den bisherigen Wertansätzen erheblich, so dass die neue steuerliche Bewertung in die Steuerplanung einfließt.
Dezember 2009
1. Wirtschaft/Börse: Summa Summarum
Ob der DAX Ende des Jahres die 6.000er Marke reisst, erscheint zunehmend fraglich. Der aktuelle Rücksetzer erfolgt wegen „Do Buy“. Die ganzen Investitionen sind auf Sand gebaut. Das kleine Emirat hat wenig gebildete Einwohner und will mit seinen geringen Öleinnahmen ein Finanz- und Urlaubszentrum errichten, das mit Ausländern betrieben wird. Möglicherweise hatten die Scheichs auch die Sorge, dass das Geld aus den Ölexporten schlecht wird.
Die Kreditklemmendiskussion nimmt zu und fließt, so zumindest zu lesen, in die Vergabepraxis der Banken ein und zwar in dem Sinne, dass nicht die Unternehmen mit der besten Bonität den Kredit bekommen, sondern die mit dem höchsten Ausfallrisiko der Banken. Ziel ist es, die bereits dort bestehenden Kredite zu sichern. Durch Kreditvergabe auf der einen und Kreditverkürzung auf der anderen Seite wird in den Wettbewerb also eingegriffen, um die eigenen Forderungen zu sichern.
Unabhängig davon dürften fehlende Kreditlinien über die höheren Eigenkapitalanforderungen den Aufschwung bremsen. Die Kanzlerin hat jedenfalls den Zusammenhang erkannt und fordert die Banken auf, den Aufschwung zu unterstützen.
Die deutsche Exportwirtschaft wird über den starken Euro geschwächt. Der Euro wird weiter über die 1,50 US-Dollar steigen und die Chinesen sind weder zu Zugeständnissen gegenüber Amerika noch gegenüber Europa bereit, und werden über den künstlich niedrig gehaltenen Yuan die Märkte weiterhin mit Waren fluten und unseren Export erschweren.
In der momentanen Phase der unsicheren konjunkturellen Erholung kommen für den umsichtigen Anleger nur Value-Aktien in Frage, also Aktien mit Kursen nahe dem Buchwert, einem geringen KGV und einer hohen Dividendenrendite. Im fortgeschrittenen Aufschwung können dann auch Growth-Werte ins Depot genommen werden. Gleichwohl: Die Anzahl der großen liquiden Titel mit einem KGV von unter 10 und einer Dividendenrendite über 5 wird gering.
Die EZB sucht den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik. Die Banken können sich zur Zeit bei der Zentralbank einjähriges Geld für 1 % leihen. Eine Anlage in Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen der Unternehmen bringt ein Mehrfaches. Ein gutes und risikoarmes Geschäft, das den Banken vorbehalten ist. Die Terminkontrakte auf Drei-Monats-Geld steigen und liegen für Ende Dezember 2010 bei 2,6 %, gegenüber 1 % im Mai 2010. Der ausreichend investierte Anleger sollte seine Aktienquote bei den schon hohen Preisen nicht mehr erhöhen und den noch ausstehenden Kursanstieg der Liquiditätsschwemme mitnehmen.
Nicht zu übersehen ist, dass die Konsumgüterinflation weiterhin bei null liegt, aber die Vermögenspreisinflation bei Aktien und Rohstoffen weiter um sich greift. Jeder merkt, dass mit dem Geld etwas nicht stimmt. So haben die Handwerke Hochkonjunktur und ein großer Anbieter schlüsselfertiger Immobilien mit angeschlossener Finanzierungsabteilung teilte uns mit, dass die Kreditfinanzierungen zurück gingen. Die Leute zahlen Cash.
Offensichtlich verdrängt gutes Geld das schlechte. Keiner will mehr das Bargeld haben. Die Chinesen kaufen Rohstoffe und Minen, der Privatanleger schichtet in Immobilien um und Zentralbanken und Privatanleger gehen ins Gold. So geht der Gold-Chart aktuell fast senkrecht hoch. Sollte die Wirtschaft nicht nachhaltig anziehen, dürfte eine weitere Flutung der Geldmenge nichts mehr bringen. Japan lässt grüßen. Die Staaten können sich dann nicht mehr über eine Inflation entschulden. Eine Währungsreform zur Entschuldung der öffentlichen Haushalte stünde an. Die Währungssysteme waren in der letzten Zeit bereits kurz vor dem Kollaps (Lehmann, HRE). Der auch mit anderen Assets gesegnete Anleger sollte daher in Aktien bleiben. 2010 dürfte liquiditätsgetrieben auch laufen. Am 1. 4. 2011 wird der Autor aber eine Bestandsaufnahme machen. Für Aktien dürfte es dann zunehmend eng werden und ein Ausstieg überdacht werden.
Gerne nehmen wir einen Depotcheck vor und strukturieren Ihren Vermögensaufbauplan.
November 2009
1. Eigene Bank: Vermögensverwaltende GmbH/UG
Errichtungsmotiv für die eigene Bank ist für Privatanleger regelmäßig die Vermeidung der Abgeltungsteuer während der Vermögensbildungsphase, um so den Fiskus nicht vorzeitig an den Kapitalerträgen zu beteiligen. Dividenden sind bei Ausschüttung einer Kapitalgesellschaft an eine Kapitalgesellschaft (GmbH) steuerfrei, zumindest grundsätzlich. Wenn später die GmbH schlussendlich ausschüttet, fällt naturgemäß die Abgeltungsteuer an, es sei denn man hat die Kapitalzuführung über Kapitalrücklagen angesteuert und zahlt diese dann später steuerfrei wieder aus und lässt die Kapitalerträge stehen, macht also keine Gewinnausschüttung. Was meint der Fiskus zu der Gestaltung? Das Steuerrecht nimmt die Anteile, die von Finanzunternehmen für den kurzfristigen Eigenhandel gehalten werden, von der Dividendenfreistellung und Veräußerungsgewinnfreistellung aus.
Das Finanzamt rechnet die vermögensverwaltende GmbH den Finanzunternehmen, also solchen Unternehmen, die zwar keine Kreditinstitute sind, dann zu, wenn deren Haupttätigkeit u. a. im Erwerb von Beteiligungen besteht.
Gegenmaßnahme hier: Hat die GmbH auch andere Tätigkeitsgebiete, liegt kein Finanzunternehmen vor. Dann kann die GmbH also auch Handelsgeschäfte betreiben, also die Papiere in den Handelsbestand nehmen.
Weitere Gegenmaßnahme: Die Papiere werden, auch bei Vorliegen eines Finanzunternehmens, ins Bestandsbuch genommen, ergo: Man lässt den kurzfristigen Handel und bucht die Papiere ins Anlagevermögen.
2. Vorsicht bei ausländischen Vertriebsgesellschaften
Der Entwurf eines BMF-Schreibens zur Besteuerung grenzüberschreitender Funktionsverlagerungen vom 17. 7. 2009 grenzt die steuerpflichtigen Funktionsverlagerungen von der steuerlich unbeachtlichen Funktionsverdopplung ab (§ 1 Abs. 6 FverlV). Mit der im genannten Schreiben vorgesehenen Regelung versucht das BMF den Anwendungsbereich der Funktionsverlagerung weit auszudehnen. So soll eine Funktionsverlagerung auch dann vorliegen, wenn im Ausland die Vertriebsfunktion eines inländischen Unternehmens neu aufgenommen und dadurch der Umsatz des verlagernden Unternehmens aus dieser Vertriebsfunktion nachhaltig vermindert wird, weil das übernehmende Unternehmen bisherige Kunden des verlagernden Unternehmens beliefert.
Das Steuerrisiko ist durch den Wert des Transferpaketes bestimmt, das aus der Sicht der beteiligten Unternehmen in Übereinstimmung mit den Gewinnen steht, die zum Zeitpunkt der Verlagerung aus der Ausübung der Funktion erwartet werden können und der Funktion zuzuordnen sind (Gewinnpotentiale).
Es ist davon auszugehen, dass sich die neue Regierung des Themas unternehmensfreundlich annimmt.
3. Vermögensberatung
Die Weltwirtschaft hat sich in den vergangenen Wochen verbessert und die Prognosen für das Jahr 2010 sind fortlaufend erhöht worden. Angesichts dieser Rahmenbedingungen ist die von vielen Marktteilnehmern befürchtete Korrektur an den Aktienmärkten ausgeblieben. Gleichwohl wird die Luft für rentierliche Anlagen im DAX dünn, da die KGVs steigen.
Aktien mit noch vertretbaren KGVs (unter 10) und Dividendenrenditen (über 5) sind RWE und E.ON. Für Zocker natürlich Langweiler. Ein hier regelmäßig gebrachter Langweiler ist auch die Hannoversche Rück (KGV und Dividendenrendite 6). Ein schöner US-Titel mit Chancen und Risiken ist wohl Eli Lilly, der wohl etwas auf dem Boden liegt (KGV 8 und Dividendenrendite 8).
Metzler ist zuzustimmen: Mehr als Aktien, Renten und Cash bedarf es für den Privatanleger nicht, auf Derivate und Zertifikate kann verzichtet werden. Die genannten Finanzinstrumente gemischt mit unterschiedlichen Währungsgebieten ist schon kompliziert genug. Die teuren Fonds sind für den geeignet, der sich nicht um sein Geld kümmern will bzw. nicht mit der Sache vertraut ist.
Die Geldschwemme hat den Zins kaputt gemacht, so dass Renten aus dem Fokus der Anleger verschwinden. Grund: Der Zins wird durch die erwartete Inflationsrate für die nächsten zwei Jahre über rd. 1,6 % aufgezehrt. Hierdurch wird die Risikoneigung der Marktteilnehmer erhöht, man geht in die Aktien, wo sich die Preise seit dem Tief im März mit einem Index von rd. 3.700 mittlerweile kräftig erhöht haben, so dass einige Betrachter schon wieder eine Blase sehen, da die Realwirtschaft noch einige Zeit bis zur Kapazitätsauslastung braucht. Eine Blase also bei den Vermögenswerten, nicht jedoch bei den Konsumwerten, wo eine Stagnation der Preise durch die Globalisierung zu beobachten ist.
Bekanntermaßen resultiert die aktuelle Geldschwemme aus der Bekämpfung der Geldschwemme in den USA, wo es erklärtes Ziel war, jedem Bürger zu einer Immobilie zu verhelfen. Eine Währungsreform steht aktuell nicht an, aber am Horizont sieht man Inflationsraten zwischen 5 % und 10 %, was ja die öffentlichen Haushalte konsolidiert, so dass man die diskutierten Schattenhaushalte nicht braucht. Dieses Szenario spricht für den Substanzwert Aktie.
Dass der Euro nunmehr bei 1,5 US $ steht, hängt nicht mehr mit der zunächst als schwach erwarteten neuen Währung zusammen, sondern mit der zunehmenden Schwäche der US-Währung. Auch dort kann man den Zins nicht erhöhen, um die Wirtschaft in der Erholungsphase nicht abzuwürgen. Seit China den Yuan 2008 wieder strikt an den Dollar gekettet hat, fällt der Yuan mit dem Dollar, obwohl es keine ökonomischen Gründe hierfür gibt. Über diese Wettbewerbsverzerrungen wird eine Erholung des Dollar behindert und chinesische Firmen entdecken die Euro-Länder als Exportland und behindern über ihre manipulierte Währung so eine Gesundung unserer Volkswirtschaften, die mit einem starken Euro den Export nicht wieder in Gang bekommen, so dass bei uns auch aus diesem Grund der Zins nicht erhöht werden kann. Ein höherer Zins würde den Euro als Anlagewährung noch interessanter machen und zu weiteren Wechselkurssteigerungen führen.
Immobilien werden für den Anleger interessant: Sie schützen gegen die sich ankündigende Inflation und der niedrigere Habenzins bei Renten und Cash ist auch mit Immobilien zu erreichen. Auffallend ist für den geneigten Betrachter, dass nicht nur Cash und Renten in Aktien getauscht werden, sondern auch bei der Immobilienfinanzierung zunehmend die Eigenmittelquote steigt.
4. Koalitionsvertrag
Der Koalitionsvertrag enthält folgende relevante Regierungsziele:
- Bei den Verlustabzugsbeschränkungen („Mantelkauf“) die zeitliche Beschränkung bei der Sanierungsklausel zur Verlustnutzung bei Anteilsübertragungen aufheben.
- Bei den grenzüberschreitenden Leistungsbeziehungen unverzüglich die negativen Auswirkungen der Neuregelung zur Funktionsverlagerung auf den Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland beseitigen.
- Bei den gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen den Hinzurechnungssatz bei den Immobilienmieten von 65% auf 50% reduzieren.
- Ein Wahlrecht einführen, die Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter bis 410 Euro oder die Poolabschreibung für alle Wirtschaftsgüter zwischen 150 und 1000 Euro anzuwenden.
- Den steuerlichen Abzug privater Steuerberatungskosten wieder einführen.
- Reform der Erbschaftsteuer: Die Steuerbelastung für Geschwister und Geschwisterkinder durch einen neuen Steuertarif von 15 bis 43 Prozent senken und die Bedingungen für die Unternehmensnachfolge krisenfest ausgestalten.
- Umsatzsteuer: Ab 1.1.2010 für Beherbergungsleistungen in Hotel- und Gastronomiegewerbe den Mehrwertsteuersatz auf 7 Prozent ermäßigen.
Oktober 2009
1. Kreditklemmenerscheinung im Januar 2008 … in Freiburg
Seinerzeit – also weit vor Lehmann - führten wir hier aus: „…die laufenden Abwertungen in Amerika sorgen dort für eine Wiederbelebung der Wirtschaft, der Müßiggang hat dort ein Ende. Die Banken untereinander geben sich nicht gerne Kredit, da sie an der Kreditwürdigkeit ihrer Partner Zweifel haben und selber auch Verluste bereits hinnehmen mussten. Da ihr Eigenkapital Basis für ihre Ausleihungen ist, werden sie insgesamt vorsichtiger und erhöhen die Margen. Diese bekommt der Mittelstand bereits zu spüren, unabhängig von der Zinspolitik der EZB. Die flache Zinskurve verdeutlicht die Problematik. Längere Investitionen werden zurückgehalten und für die Deckung der aktuellen Liquidität wird gerne bezahlt …“.
Heute, also gut 18 Monate später, machen BDI und das Institut der deutschen Wirtschaft eine Unternehmensumfrage mit dem offensichtlich erstaunlichen Ergebnis, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen erwartet, dass sich die Finanzierungssituation in den nächsten 6 Monaten zuspitzt und 28 % der Unternehmen erwarten, dass sich die Lage bei der Kreditversorgung verschlechtert. Eine Umfrage der EZB hat für 43 % der befragten Unternehmen ergeben, dass sich im ersten Halbjahr dieses Jahres die Verfügbarkeit von Bankkrediten verschlechtert habe und ihre größte Sorge der Zugang zu Krediten ist.
Die Bundesbank, die bisher stets eine ausreichende Versorgung der Wirtschaft mit Krediten publiziert hat, rudert nunmehr auch zurück. So vermeldet sie nun, dass eine für die Konjunkturbelebung gefährliche Kreditklemme nicht völlig ausgeschlossen ist.
Welch eine Stussprophezeihung.
Wenn Banken Verluste einfahren, sich ihr Eigenkapital hierdurch mindert und die Eigenkapitalunterlegung der Kredite dank Rating und Basel II steigt, je schlechter die Bonität des Kunden ist, werden die Konditionen steigen und das Kreditangebot zurückgehen („Kreditklemme“). Klar wird hierdurch die Krise verschärft. Die Unternehmen müssen nicht zur Bank laufen, sondern ihre Hausaufgaben in der Krise oder besser im Vorfeld machen: Kosten runter, Vertrieb mobilisieren und in der F&E Innovationen zur Vertriebsunterstützung generieren und die wohl insgesamt notwendige Kapazitätsanpassung durch Freisetzung und KUG nach Möglichkeit mit dem Betriebsrat an einem, weiteres Geld vernichtenden Sozialplan vorbei strukturieren.
2. Listung als KfW-Berater („Krisenberatung“)
Als KfW-Berater sind wir seit Jahren gelistet.
Ab Anfang September nun auch als Berater für
- „Runde Tische“ der KfW-Mittelstandsbank („Kreditklemme, etc.“) sowie
- „Turn around Beratung“ der KfW-Mittelstandsbank.
Die Beratungen sind von der Bank stark gefördert.
Internet:
http://www.kfw-mittelstandsbank.de/DE_Home/Beratungsangebot/index.jsp
Wer kann die „Turn Around Beratung“ in Anspruch nehmen?
Kleine und mittlere Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit einer positiven Fortführungsprognose. Voraussetzung ist eine Schwachstellenanalyse eines unabhängigen Beraters/einer Beraterin.
Wie hoch ist der Zuschuss?
Das maximal förderfähige Tageshonorar (netto) beträgt 800 Euro. Ein Tagewerk umfasst 8 Stunden. Insgesamt werden höchstens 8.000 Euro gefördert. Bezogen auf diese förderfähigen Kosten erhalten Unternehmen einen Zuschuss über 50 %.
3. Gold am Ende?
Zunächst Glückwunsch zu Ihren Buchgewinnen! Der Goldpreis kommt von unter 300 Anfang 2001 und tanzt seit Wochen auf der 1000er-Linie. Sollten Sie realisieren?
Möglicherweise schon. Wie der Obama-Berater Summers, sein Onkel ist der große Samuelson, festgestellt hat, ist der Feind des Goldes steigende Opportunitätskosten für seine Bevorratung, also steigende Zinsen und steigende Preise anderer Anlagen. Wegen der Geldschwemme und der damit steigenden Inflationsgefahr werden die Zinsen steigen und die Kurse sind bereits stramm gestiegen. Eine Gewinnrealisierung hat noch nie geschadet. Aktuell ist eine Währungsreform kein Thema.
4. Vermögensberatung: Börse
Im Rahmen unserer Vermögensberatung stellen wir zunehmend fest, dass sich das Portefeuille an den Margen der Bankberater orientiert und (überhaupt) nicht an den Anlagezielen der Kunden.
Aktueller Fall: Ein älteres Ehepaar hatte zur monetären Alimentierung des Alters Immobilienvermögen verkauft. Was haben die Bankberater den beiden angedreht: Lehmann-Zertifikate und jede Menge hochvolatile Emerging-Markets-Fonds ohne Ausschüttungen und naturgemäß riesigen Verlusten. Den Lehmann-Verlusten steigen wir nach, da keinerlei Risikohinweise gegeben wurden und wohl auch Kickbacks geflossen sind.
Achtung: Die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre ab Beginn der Transaktion. Die anderen Risikopapiere, die nun wieder kommen, werden nach Verlustausgleich umgeschichtet. Bei dem dann wohl zu erwartenden hohen Zinsniveau und Verlustneutralisation.
Gerne nehmen wir einen Depot-Check vor.
Im DAX sind die KGVs schon recht hoch, auch ist mal ein Rücksetzer auf dem Weg nach oben bis 2010 zu erwarten. Letzte Rosinen sind wohl:
Allianz mit KGV von 9,15 und einer Dividendenrendite von 4,20,
Hannover Rück mit KGV von 6,17 und einer Dividendenrendite von 4,80,
Münchner Rück mit KGV von 8,88 und einer Dividendenrendite von 5,24.
Mit diesen Titeln kann man gut essen und gut schlafen.
5. Ende der Rezession erklärt
Fed-Chef Bernanke hat die Rezession aus technischer Sicht für beendet erklärt. Allerdings werde das Wachstum nicht stark genug sein, um in den USA einen weiteren Anstieg der Arbeitslosen zu verhindern. Die Arbeitslosenrate liegt über dem großen Teich bei knapp 10 %, dem höchsten Stand seit 26 Jahren. Auch drüben behindern die Kreditkonditionen das Wachstum.
6. Publikation
Herr Steuerberater Dr. Philipp Unkelbach veröffentlicht erneut einen Fachbeitrag in der Zeitschrift „Praxis Internationale Rechnungslegung“. Der Beitrag „Umsatzrealisation bei Mehrkomponentengeschäften – was bringt der Blick in die Umsatzsteuer?“ zeigt, dass Umsatzsteuer und die Rechnungslegung nach IFRS durchaus interessante Parallelen aufweisen. Die umsatzsteuerliche Rechtsprechung sorgt für konsistente Ergebnisse bei der Bilanzierung nach IFRS.
Zusammenfassung: Ausgangspunkt des Vergleichs zwischen umsatzsteuerlicher und bilanzieller Abbildung von Mehrkomponentengeschäften ist die Feststellung einer nur unzureichenden Behandlung in den IFRS-Standards. Statt eines Rückgriffs auf einschlägige US-GAAP-Standards oder den deutschen E-DRS 17 kann m. E. der Blick in die umsatzsteuerliche Rechtsprechung durchaus zu konsistenten Ergebnissen führen. Tendenzen zu einer Atomisierung eines einheitlichen Geschäfts, wie jüngst durch IFRIC 13 implementiert, sind dort jedenfalls noch nicht vorhanden. Es gilt die (eigentlich) auch nach IFRS gültige Maxime der materiality, wobei diese Beurteilung aus Sicht des durchschnittlichen Bilanzadressaten zu treffen wäre.
September 2009
1. Aktien als Altersvorsorge noch geeignet?
Die Finanzmarktkrise hat das Vertrauen in Aktien und Aktienfonds bei vielen Investoren erschüttert, die sich mit dieser Form der kapitalgedeckten Altersvorsorge ihren Lebensabend finanziell absichern wollten.
Ist das Umlagesystem der gesetzlichen Altersversorgung krisenstabiler und damit doch schlussendlich das bessere System? Wie von Raffelhüschen bestätigt, ist die künftige Rentenlücke höher je höher das derzeitige Einkommen ist. Trotz der aktuellen Baisse kommt derjenige an Aktien nicht vorbei, der für sein Alter privat vorsorgen will. Die umlagefinanzierte gesetzliche Rente stößt in Zukunft notwendigerweise an ihre Grenzen, wenn die Zahl der Pensionäre die der Beitragszahler erreicht. Es kann auch nicht sein, dass für die aktiven Beitragszahler die Beiträge notwendigerweise gesenkt werden und auf der anderen Seite die gesetzliche Rente nach normaler Erwerbsbiografie auf das Niveau der Grundsicherung abgesenkt wird. Für die Aktie in der Baisse spricht natürlich auch, dass die aktuelle Momentaufnahme der Rentabilität des Depots bzw. des Aktienfonds für den Zweck der privaten Altersvorsorge nicht maßgebend sein kann, da das Depot ja selber verrentet wird, also neben der Zahlung der gesetzlichen Rente durch den selbst vorsorgenden Anleger ratierlich aufgelöst wird, so dass langfristig die in den Prospekten der Aktienfonds versprochenen 8 % vielleicht erreicht werden können.
Wie sieht es mit der Rentabilität der Lebensversicherungen aus? Hier wird vom Anleger meist nicht gesehen, dass sich die zugesagte Rentabilität von aktuell 2,75 % nur auf die ca. 60 % bis 75 % der Kundenbeiträge bezieht, die in den Spartopf gelangen. Die restlichen 25 % bis 40 % sind weg für Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie für den Todesfallschutz. Letzterer gibt eben nicht in allen Fällen des Aufbaus der Altersvorsorge einen Sinn. Die geringe Rentabilität der Kapitallebensversicherungen ist auch darin begründet, dass die Versicherungsgesellschaften nur knapp ein Drittel des Kapitalstocks in Aktien anlegen dürfen. Aus den Kursverlusten der letzten Jahre haben die Lebensversicherungen „gelernt“. Wie zu lesen ist, haben viele Gesellschaften aus Risikovorsicht nur ganz geringe Aktienquoten. Wie hiermit aber die versprochenen Renditen erwirtschaftet werden sollen, erscheint bei dem aktuellen Zinsverfall der Festverzinslichen ein Rätsel.
Ein hieraus abgeleitetes Rätsel haben auch die zu lösen, die sich für eine von den provisionsorientierten „Bankexperten“ vorgeschlagene indirekte Tilgung von Krediten über Lebensversicherungen entschieden haben. Ein Glück für viele, dass die Versicherungen nicht regelmäßig über die sich abzeichnende Tilgungslücke informieren, da die zugrundeliegenden Verträge regelmäßig lange Laufzeiten haben.
Eines dürfte aber sicher sein: An der Aktie und damit an dem Wachstum anderer Volkswirtschaften führt beim Aufbau einer privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge kein Weg vorbei.
Gerne überprüfen wir Ihre Altersvorsorgemaßnahmen oder ihre indirekten Tilgungsmodelle im privaten und betrieblichen Bereich.
2. Inflation und Beschäftigung
Mit den geringen Zinsen kann der Anleger im Hinblick auf die Inflationsrate der Verbraucherpreise von rd. 0 % leben. Sollte man meinen. Ohne Nahrungsmittel und Energie, die im Warenkorb rd. 30 % ausmachen, liegt die Kerninflationsrate jedoch bei rd. 1,5 %.
Sollte die Konjunktur also weiter anziehen, die Preise für Nahrungsmittel und Energie also steigen, haben wir schnell eine als zu hoch betrachtete Inflation.
Wie werden die Zentralbanken reagieren? Insbesondere in den USA wird man die stärker werdende Beschäftigung nicht mit hohen Zinsen behindern wollen, in Europa wird sich die Zentralbank eher der Geldwertstabilität verpflichtet sehen.
Die hohen Fehlallokationen und die damit einhergehenden Überkapazitäten und hohen Verschuldungen der öffentlichen und privaten Haushalte wird man aber abbauen müssen und den Weg über hohe Inflationierungen nicht gehen können. Auch werden die Banken wegen ihrer verbuchten und noch zu erwartenden Verluste über die Kreditierungen die Nachfrage und damit die Inflation nicht weiter anheizen. Danach ist davon auszugehen, dass wie kolportiert wurde, die Konjunktur mit dem Fahrstuhl in den Keller ging und nunmehr nicht mit der Rolltreppe, sondern eher mit der Treppe den Weg nach oben findet. Wir werden uns erst in den nächsten Jahren dem vergangen Beschäftigungsniveau wieder annähern. Die Konjunktur wird sich damit w-förmig wieder nach oben entwickeln. Wenn einige Firmen nunmehr von der Kurzarbeit in die Personalfreisetzung wechseln, wird der Konsum zurückgehen und die zunehmende Auslandsnachfrage wieder kompensieren.
3. Börse: Fenster geht langsam zu!
Stimmt man der oben begründeten Entwicklung der Konjunktur zu, wundert es nicht, dass die Börse wie in den letzten Tagen erfahren, auch mal eine Auszeit nimmt und schlicht nach unten geht, da in der Realwirtschaft die Fundamentaldaten fehlen. Für den DAX oder den Euro Stoxx, die hier im Mittelpunkt stehen, dürfte der Einstieg noch möglich sein. Viele, die immer warten, bis die Indices ganz am Boden liegen, dürften aber diesmal in die Röhre schauen. Das Tief von März wird wahrscheinlich nicht mehr erreicht werden, die Konjunkturdaten vom 3. Quartal sind wohl zu gut. International dürfte ein jetziger Einstieg aber ohne Risiken nicht mehr möglich sein: Gegenüber den Tiefstständen sind einige Indices stark gestiegen: China + 90 %, Indien + 56 %, Russland + 62 %, etc.. Schön für den, der rechtzeitig eingestiegen ist und dessen Risiko belohnt wurde.
Im DAX bzw. Euro Stoxx sehen wir, insbesondere für den kostenorientierten Privatanleger noch folgende lohnende Titel: Allianz KGV 8,4 DivR 4,8 %; E-ON KGV 9,9 DivR 5,7 %; RWE KGV 8,8 DivR 6,9 %. Mit diesen und ähnlichen Titeln kann man auch mal eine kurze Baisse aussitzen.
Gerne nehmen wir einen Depotcheck vor und strukturieren Ihren Vermögensaufbauplan.
August 2009
1. Börse: Es wird enger
Seit Wochen ist nunmehr die Aufwärtsbewegung intakt und es deutet einiges darauf hin, dass die Kurse zunächst weiter steigen, denn die EZB-Zinssenkungen signalisieren dem Anleger unmissverständlich, dass eine weitere Anlage in Festgeld unerwünscht ist.
Unser Geldsackbesitzer, der bisher den steigenden Kursen hinterher geschaut hat, ist in einer Zwickmühle. Bleibt er auf der sicheren Seite, könnte bald sein Einstiegsfenster wieder geschlossen sein, da er auf der anderen Seite die steigenden Risiken sieht.
So plumpste die Deutsche Bank trotz eines guten Quartalsergebnisses zum 30. 6. unvermittelt nach unten. Schuld war die in der Bilanz dotierte Rückstellung für Kreditrisiken, was die gesamtwirtschaftlichen und internationalen Wirtschaftsrisiken wiederspiegelt.
Auch nach unserer Einschätzung ist die Krise noch längst nicht vorbei, so dass die guten Zahlen des Geschäftsklimaindexes und des Konsumklimaindexes täuschen. Die Krise hat als erste die exportorientierten Firmen getroffen und zieht weitere Kreise, die auch andere Firmen und zunehmend auch Handwerksbetriebe erfasst. Mit Zweitrundeneffekten der Krise über die erwartete Zunahme der Arbeitslosigkeit wird auch der Konsum zurückgehen.
Für die Börse, die der realen Konjunktur ein halbes bis ein Jahr voraus eilt, bedeutet das, dass sich die Kurse w-förmig seitwärts bewegen dürften mit langfristiger Tendenz nach oben, aber eben auch mit Rückschlagpotential.
Wir empfehlen daher für einen Einstieg weiterhin, um das Risiko in Grenzen zu halten, dicke, liquide und dividendenträchtige, aber auch langweilige Titel (RWE, E.ON, Hannoversche Rück, etc.). Hier liegt man bei überschaubarem Risiko mit der Dividendenrendite weit über dem Festgeldzins. Für den, der etwas Adrenalin braucht: Merck Inc., GE, Pfizer, etc.. Wer eine etwas höhere Dosis braucht, dürfte mit einer Gazprom zu seinem Recht kommen, die Kursaussichten stimmen, wenn die Konjunktur weiter anzieht und das Länderrisiko gibt einen weiteren Kick.
2. Unternehmer-Dialog „Betriebliche Maßnahmen gegen die Krise“
Die von uns vorgetragene Konjunkturerwartung wurde von dem sachverständigen Publikum in einer lebhaften Diskussion ebenso bestätigt wie die möglichen betrieblichen Gegenstrategien zur Krise.
Die aktuelle Krise verlangt von den Unternehmern schnelle, die Existenz des Unternehmens sichernde Entscheidungen bei hoher Unsicherheit. Bestätigt wurde unsere Auffassung, dass per Saldo nur ergebnisstabilisierende Maßnahmen relevant sind. Die Zeiten für Experimente, wie die Beispiele Porsche, Schaeffler oder Merckle zeigen, sind heute nicht gegeben. Es ist Schwarzbrot angesagt: Hohe Kundenorientierung und austarierte Preis- und Wettbewerbsstrategien. Der Bankensektor dürfte sich an der notwendigen konjunkturellen Erholung nur eingeschränkt beteiligen wollen und können: Basel II, Rating, eigene Verluste und sinkende Bonität der Kunden. Die vorhandene Klemme wird ja auch von den Banken bestätigt. Das von der Krise ergriffene Unternehmen wird also per Saldo mit vorhandenen Bordmitteln arbeiten müssen. Die Krise birgt aber für das Unternehmen, das im Boom seine Hausaufgaben gemacht hat und nun über eine hohe Eigenkapitalquote, hohe Liquidität und feste Kreditlinien verfügt, Chancen, den Marktanteil zu erhöhen, denn nicht alle Mitbewerber werden die Krise mit noch unbestimmten Ausgang bewältigen können.
3. Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
Das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) ist am 29. Mai 2009 in Kraft getreten. Es entlastet die Witschaft finanziell in erheblichem Umfang und stärkt das Bilanzrecht des Handelsgesetzbuches für den Wettbewerb mit internationalen Rechnungslegungsstandards.
Zu den wesentlichen Änderungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes gehören:
a) Deregulierung
Die Neuregelung entlastet die Unternehmen von vermeidbarem Bilanzierungsaufwand. Mittelständische Einzelkaufleute, die nur einen kleinen Geschäftsbetrieb unterhalten, werden von der handelsrechtlichen Buchführungs-, Inventur- und Bilanzierungspflicht befreit. Für Kapitalgesellschaften wie AG und GmbH werden ebenfalls Befreiungen und Erleichterungen bei der Bilanzierung vorgesehen.
Konkret geht es um folgende Maßnahmen:
• Einzelkaufleute, die bestimmte Schwellenwerte (500.000,- € Umsatz und 50.000,- € Gewinn pro Geschäftsjahr) nicht überschreiten, werden von der Verpflichtung zur Buchführung, Inventur und Bilanzierung nach den handelsrechtlichen Vorschriften befreit.
• Die Größenklassen, die darüber entscheiden, welche Informationspflichten ein Unternehmen treffen, werden angehoben: Die Schwellenwerte für Bilanzsumme und Umsatzerlöse in § 267 HGB werden um 20% erhöht. So kommen mehr Unternehmen als bisher in den Genuss der Erleichterungen, die für kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften gelten. Der Aufwand bei der handelsrechtlichen Rechnungslegung wird verringert. Abhängig davon, ob eine Kapitalgesellschaft als klein, mittelgroß oder groß einzustufen ist, muss sie mehr oder weniger weit reichende Informationspflichten erfüllen. Kleine Kapitalgesellschaften brauchen z. B. ihren Jahresabschluss nicht von einem Abschlussprüfer prüfen zu lassen und müssen nur die Bilanz, nicht aber die Gewinn- und Verlustrechnung offenlegen. Mittelgroße Kapitalgesellschaften können auf eine Reihe von Angaben verzichten, die große Kapitalgesellschaften machen müssen, und dürfen Bilanzpositionen zusammenfassen.
• Als klein gelten künftig solche Kapitalgesellschaften, die nicht mehr als rd. 4,8 Mio. € Bilanzsumme (bisher rd. 4 Mio. €), rd. 9,8 Mio. € Umsatzerlöse (bisher rd. 8 Mio. €) bzw. 50 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt aufweisen. Von den Kriterien muss eine Kapitalgesellschaft mindestens zwei erfüllen, um als klein klassifiziert zu werden.
• Als mittelgroß gelten künftig solche Kapitalgesellschaften, die nicht mehr als rd. 19,2 Mio. € Bilanzsumme (bisher rd. 16 Mio. €), rd. 38,5 Mio. € Umsatzerlöse (bisher rd. 32 Mio. €) bzw. 250 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt aufweisen.
b) Verbesserung der Aussagekraft der HGB-Abschlüsse
Das modernisierte HGB-Bilanzrecht ist auch eine Antwort auf die International Financial Accounting Standards (IFRS), die vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben werden. Die IFRS sind auf kapitalmarktorientierte Unternehmen zugeschnitten. Sie dienen dem Informationsbedürfnis von Finanzanalysten, berufsmäßigen Investoren und anderen Kapitalmarktteilnehmern. Die weit überwiegende Anzahl der rechnungslegungspflichtigen deutschen Unternehmen nimmt den Kapitalmarkt aber gar nicht in Anspruch. Es ist deshalb nicht zu rechtfertigen, alle rechnungslegungspflichtigen Unternehmen auf die kostenintensiven und hochkomplexen IFRS zu verpflichten. Auch der vom IASB beratene Entwurf eines Standards „IFRS für kleine und mittelgroße Unternehmen“ ist keine gute Alternative für die Aufstellung eines informativen Jahresabschlusses. Die Praxis in Deutschland hat den Entwurf des IASB scharf kritisiert, weil seine Anwendung – im Verhältnis zum HGB-Bilanzrecht – immer noch zu kompliziert und kostenträchtig wäre. Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz wählt deshalb einen anderen Ansatz: Es baut das bewährte HGB-Bilanzrecht zu einem Regelwerk aus, das den internationalen Rechnungslegungsstandards gleichwertig, aber wesentlich kostengünstiger und in der Praxis einfacher zu handhaben ist. Insbesondere bleibt es dabei, dass die HGB-Bilanz Grundlage der steuerlichen Gewinnermittlung und der Ausschüttungsbemessung ist. Dies ermöglicht insbesondere den mittelständischen Unternehmen, weiterhin nur ein Rechenwerk – die sog. Einheitsbilanz – aufzustellen, das Grundlage für alle genannten Zwecke ist. Mit folgenden Maßnahmen wird die Aussagekraft des handelsrechtlichen Jahresabschlusses verbessert:
Selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
Immaterielle selbstgeschaffene Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wie zum Beispiel Patente oder Know-how können künftig in der HGB-Bilanz angesetzt werden. Das ist vor allem für innovative Unternehmen wichtig, die intensiv forschen und entwickeln - beispielsweise die chemische oder pharmazeutische Industrie oder die Automobilindustrie nebst ihren Zulieferern. Insbesondere profitieren auch kleine und sogenannte Start-up-Unternehmen von der Vorschrift. Auch sie können ihre Entwicklungen – ihr Potential – künftig in der Handelsbilanz zeigen. Dadurch können die Unternehmen ihre Eigenkapitalbasis ausbauen und ihre Fähigkeit verbessern, sich am Markt kostengünstig weiteres Kapital zu beschaffen. Steuerlich bleiben die Aufwendungen nach wie vor abzugsfähig; sie stehen auch nicht für die Gewinnausschüttung zur Verfügung. Das fördert die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Standort für innovative Unternehmen.
Beispiele:
(1) Ein großer Teil der in der pharmazeutischen Industrie anfallenden Kosten entfällt auf die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente. Wenn sich künftig beispielsweise aus klinischen Studien ergibt, dass ein Medikament die Marktzulassung erhalten wird, können die Entwicklungskosten als Herstellungskosten eines selbst erstellten Vermögensgegenstandes des Anlagevermögens, beispielweise eines Patents oder von einfachem Know-how aktiviert werden. Das heißt, die Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens wird nicht belastet und der bilanzielle Gewinn fällt höher aus.
(2) Ein Start-up-Unternehmen, das sich beispielsweise mit der Entwicklung von Software befasst, kann die Kosten für die Entwicklung der Software als Herstellungskosten der Software innerhalb der selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ausweisen und muss diese nicht, wie bisher, aufwandswirksam erfassen.
Änderung der Rückstellungsbewertung
Rückstellungen von Unternehmen für künftige Verpflichtungen werden in Zukunft realistischer bewertet. Die gegenwärtige bilanzrechtliche Behandlung von Rückstellungen ist in der öffentlichen Diskussion immer wieder als Schwachstelle der handelsrechtlichen Rechnungslegung bezeichnet worden. Gerade bei Pensionsrückstellungen lasse sich derzeit die wahre Belastung der Unternehmen nicht aus der handelsrechtlichen Rechnungslegung ablesen, weil die bisherigen Wertansätze nach übereinstimmender Einschätzung zu niedrig seien. Bei der Bewertung der Rückstellungen sollen deshalb künftige Entwicklungen (Lohn-, Preis- und Personalentwicklungen) stärker als bisher berücksichtigt werden. Zudem sind die Rückstellungen künftig abzuzinsen. Die Bewertung der Rückstellungen wird also dynamisiert. Die Neuregelung wird zumindest bei den Pensionsrückstellungen zu einer Erhöhung führen. Dies ist aber unerlässlich, wenn man zu einer realitätsgerechten Rückstellungsbewertung gelangen will. Um diese Effekte abzumildern, sieht das Gesetz die Möglichkeit vor, die Rückstellung über einen Zeitraum von mehreren Jahren anzusammeln. Die steuerlichen Vorschriften in diesem Punkt bleiben unverändert, so dass es nicht zu Steuerausfällen kommen wird.
Beispiel:
Der Grund und Boden eines Unternehmens ist mit Chemikalien verseucht. Die Behörden geben dem Unternehmen auf, die Altlast zu beseitigen, sobald das Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb einstellt. Damit ist in fünf Jahren zu rechnen. Zum Bilanzstichtag betragen die Kosten für den einzusetzenden Bagger 100,- € /Std. Es ist davon auszugehen, dass die Baggerstunde in fünf Jahren 120,- € kostet. Nach der bisherigen Rechtslage ist für die Bemessung der Rückstellung – dem Stichtagsprinzip folgend – von 100,- € /Std. auszugehen, künftig hingegen von 120,- €, weil die künftigen Entwicklungen zu berücksichtigen sind.
Abschaffung nicht mehr zeitgemäßer Wahlrechte
Darüber hinaus wird das HGB-Bilanzrecht vom „Ballast“ der vergangenen Jahre befreit. Nicht mehr zeitgemäße Bilanzierungsmöglichkeiten, die den Unternehmen eingeräumt wurden, werden eingeschränkt oder aufgehoben. Diese beeinträchtigten zum Teil den Informationsgehalt und die Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen. Dies gilt beispielsweise für die auch steuerlich nicht anerkannte Möglichkeit, Rückstellungen für eigenen künftigen Instandsetzungsaufwand zu bilden.
Beispiel:
Ein Unternehmen renoviert die ihm gehörenden Verwaltungs- und Betriebsgebäude im Abstand von zehn Jahren. Den zur Durchführung der Renovierung erforderlichen Betrag sammelt das Unternehmen – ohne dass bereits Vereinbarungen über die Durchführung der Renovierung mit Dritten getroffen worden wären – über die Dauer der zehn Jahre in einer steuerlich nicht anerkannten Aufwandsrückstellung an. Derartige steuerlich nicht anerkannte Aufwandsrückstellungen können künftig nicht mehr gebildet werden.
Juli 2009
1. Börse: Korrektur
Die Börsen befinden sich im Korrekturmodus, was nach den kräftigen Gewinnen der vergangenen Monate jedoch völlig normal ist. Denn rufen wir uns in Erinnerung: Am 9. März hatte der Dax im Tief bei nur noch 3589 Punkten aufgeschlagen und am 2. Juni wurden in der Spitze 5178 angetippt. Der deutsche Leitindex hat sich also in knapp drei Monaten um 44% nach oben katapultiert und Kursgewinne in diesem Ausmaß kommen selbst in der Zwölf-Monats-Bilanz nur in Ausnahmejahren vor.
Die laufenden Konsolidierungen sind normal und vollkommen gesund. Kurzfristig ist der Markt zwar schwer kalkulierbar, doch die richtungsentscheidende 200-Tage-Linie verläuft bspw. zurzeit bei 4770 Punkten, sodass die langfristigen Trendpfeile nach wie vor nach oben zeigen. Und – was aus heutiger Sicht unwahrscheinlich ist – der Markt könnte sich nach der 1589-Punkte-Rallye seit den März-Tiefs theoretisch im Zuge einer typischen 50%-Korrektur kurzfristig sogar bis 4384 zurücksetzen, ohne die neue Hausse zu gefährden.
2. ifo: Dritter Anstieg in Folge wahrscheinlich
Zum Beginn der neuen Woche wird sich das Augenmerk der Marktteilnehmer auf den ifo Geschäftsklimaindex richten. So würde ein dritter Anstieg in Folge laut eigener Definition des ifo Instituts eine konjunkturelle Trendwende anzeigen. Zwar erfolgt das skizzierte Szenario auf einem absolut gesehen niedrigen Niveau – der Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2008 liegt bei 96,9 Punkten –, dennoch entspräche ein erneutes Plus beim Gesamtindex im Juni unserer Einschätzung, dass es in der 2. Jahreshälfte 2009 zu einer Stabilisierung
der deutschen Wirtschaft kommt.
Mit Blick auf die jüngste Verbesserung der globalen Stimmungslage dürfte die Erwartungskomponente des ifo Index zum sechsten Mal hintereinander gestiegen sein. Gleichzeitig sollte sich die Auftragslage zuletzt weiter entspannt haben, sodass wohl auch die aktuelle Lagebeurteilung besser ausfällt als noch im Mai. Per Saldo rechnen wir mit einem Anstieg um 0,5 auf 84,7 Indexpunkte.
Im März hatte der Umfragewert noch bei 82,2 Punkten gelegen. Auch bei den Einkaufsmanagerindizes war zuletzt eine leichte Stimmungsaufhellung festzustellen.
3. Preisdruck: weg
Der Preisdruck in Deutschland und der Eurozone hat in den letzten Monaten spürbar nachgelassen. Mussten die deutschen Produzenten im Sommer 2008 gegenüber dem Vorjahreszeitraum stellenweise noch 8 % höhere Preise zahlen, war die Jahresrate zuletzt deutlich in den negativen Bereich abgerutscht. Mit Blick auf den weiterhin gedämpften Welthandel und die zunehmend unterausgelasteten Kapazitäten dürfte
sich dieser Trend vorerst fortsetzen. So rechnen wir im Mai mit dem siebten Monatsrückgang bei den Produzentenpreisen in Folge (Prognose: -0,6 % gg. Vm.). Die Jahresrate würde mit -4,1 % auf den niedrigsten Stand seit Februar 1987 zurückgehen.
Auch in den kommenden Monaten ist davon auszugehen, dass der Preisdruck niedrig bleibt. Allerdings dürften die Produzenten die höheren Energie- und Rohstoffpreise der letzten Wochen vermehrt zu spüren bekommen. Da jedoch der Preisüberwälzungsspielraum gering ist, wird an die Verbraucher wohl nur ein Teil der gestiegenen Kosten weitergegeben. Dies gilt auch auf europäischer Ebene. Da im aktuellen Umfeld also kaum Inflationsgefahren bestehen, rechnen wir auf absehbare Zeit nicht mit einer Verschärfung der Geldpolitik in der Eurozone.
Vielmehr dürfte die EZB ihren expansiven Kurs noch bis weit in das kommende Jahr hinein fortsetzen.
4. Erste Lichtblicke: 2010
Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat seine Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland für 2009/2010 vom März vor allem wegen der schlechter als erwarteten Entwicklung zu Jahres-beginn nach unten revidiert.
Im Winterhalbjahr 2008/2009 ist das reale Bruttoinlandsprodukt auf Jahresbasis hochgerechnet um 12 % gesunken und auf das Niveau von 2005 zurückgefallen. Die deutsche Wirtschaft befindet sich damit in der schwersten Krise seit Bestehen der Bundesrepublik. Obwohl eine Reihe von Frühindikatoren eine Bodenbildung signalisiert, bleibt die Unsicherheit über die weitere Entwicklung groß.
Die in den meisten Ländern ergriffenen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen scheinen allmählich zu wirken. Bei der erwarteten „Seitwärtsentwicklung“ der Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wird das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt 2009 um knapp 6 % niedriger als 2008 sein.
Die Perspektiven für 2010 sind nicht nur wegen mangelnder Erfahrungen mit solchen Krisensituationen mit hoher Unsicherheit behaftet, sondern hängen in entscheidender Weise auch vom wirtschaftspolitischen Handeln ab. Aufgrund der erforderlichen Anpassungsprozesse wird die deutsche Wirtschaft im Laufe des kommenden Jahres allenfalls geringfügig wachsen, im Jahresdurchschnitt etwa unverändert bleiben. Die Arbeitslosigkeit wird bei dieser Entwicklung deutlich zunehmen. Für Preiserhöhungen wird im Prognosezeitraum kaum Spielraum sein.
Juni 2009
1. Keiner weiß nichts genaues
Viele Anleger sind weiterhin im Geld und insbesondere die Strategen, die nicht eingestiegen sind, machen sich Mut indem sie verkünden, man solle mit dem Einstieg noch warten. Den Tiefpunkt der Indices genau zu erwischen, ist eine Illusion. Die richtige Strategie ist die, bei der man den Anlagebetrag stückelt und dann zeitversetzt setzt, wohl wissend, dass dieses aufgrund der Informationsdefizite suboptimal ist. Seit dem Tiefpunkt im März hat der DAX 35 % zugelegt. Wer die Deutsche Bank oder die Commerzbank richtig erwischte, hat bis heute 147 % zugelegt. Wir gehen davon aus, dass es bis zum Jahresende waagerecht mit Schwankungen zwischen 4.500 und 5.500 weiterläuft.
2. DAX und Gold zum Jahresende bei 2000
Dafür dass der Tiefpunkt der Krise noch nicht nachhaltig überwunden ist, sprechen die nicht zu überhörenden Unternehmensmeldungen und der Ruf nach dem schon überforderten Staat. So ist Opel nur vordergründig mit Geld zu helfen, wichtig ist, dass die Autos gekauft werden. Nicht zu übersehen ist, dass die weltweite Produktionskapazität zur Zeit nur zur Hälfte Käufer findet. Die Kapazität muss also runtergefahren werden, Staatsbürgschaften sind hier nur hinderlich und verteilen die Anpassungskosten auch auf Nichtbetroffene. Insbesondere die auf Spekulation basierenden Probleme von Porsche/VW und Schaeffler/Conti sind für eine Staatslösung nicht zugänglich.
Vor diesem Hintergrund und der abnehmenden Bonität der USA, die ja kommen musste, sehen Beobachter das Gold weiter kommen und die Aktien weiter sinken. Wie hier schon wiederholt geäußert, sehen wir auch den Verfall des Papiergeldes über Inflation.
Die Blasenbildung insbesondere auf den Märkten der Vermögensanlagen, die mit dem Verbraucherpreisindex nicht abgebildet wird, wird also durch die Inflation und durch den Preisverfall reduziert. Unseres Erachtens hat der Preisverfall bei Aktien im Wesentlichen schon stattgefunden, die Geldsackbesitzer sollten der kommenden und gewollten Inflation also ausweichen und kaufen. Da die Volatilitäten nicht zu übersehen sind, sollte man auf dicke Titel mit hoher Dividendenrendite setzen, von denen es ja einige gibt. Festgeld und Staatsanleihen rentieren sich nicht und das Risiko von rentierlichen Unternehmensanleihen hat man auch bei den Dividendenwerten plus Kurssteigerungspotential. Die ökonomische Wackeligkeit des Szenarios wird an der Bonitätsherabstufung der USA und dem dort drohenden Insolvenzrisiko des Sonnenstaates von Arnold Schwarzenegger deutlich. Im Extremfall liegen dann zum Jahresende Gold und DAX auf gleicher Höhe, möglicherweise bei 2.000.
3. Turbos für Zocker
Wer den täglichen Schuss Adrenalin bei den langweiligen Börsen braucht, sollte sich mal die Turbo-Optionsscheine ansehen, deren Hebel liegt bei 250, in beiden Richtungen versteht sich. Steigt der DAX beispielsweise um 0,1 % gewinnt der Turbo bei dem, der auf steigende Kurse gesetzt hat, um 25 %. Hat man auf die falsche Richtung gesetzt, ist das Geld schnell weg. Das Ganze dürfte reizvoller sein als Lotto.
Mai 2009
1. Bankensymptom
Die Finanzkrise ist nicht Ursache, sondern eine Begleiterscheinung einer kranken Volkswirtschaft. Staat und Zentralbank haben in den USA bisher Kapitalspritzen, Kreditgarantien und Liquiditätshilfen von insgesamt 12.800 Mrd. US $ in das Bankensystem gepumpt, ohne eine nachhaltige Belebung des Kreditwachstums zu erreichen. Ursache der Krise sind nicht die Banken, sondern die Bankkunden, die ihre Kredite nicht mehr bedienen können.
Die Bankkredite sind in den USA in den letzten 10 Jahren durchschnittlich um 13.586 Mrd. US $ gestiegen, während das Nationaleinkommen auf das Jahr hochgerechnet nur um 4.475 Mrd. US $ gestiegen ist. Einschließlich der Staatskredite belaufen sich die Schulden der privaten Haushalte und Firmen in den USA auf 270 % des Nationaleinkommens. Viele der privaten Haushalte und der Firmen würden also auch von gesunden Banken keine Kredite mehr erhalten. Andere kreditwürdige und konservativ agierende Haushalte und Firmen halten sich zurück bei der Kreditaufnahme.
Obwohl die US-Importe um ein Drittel gefallen sind, beträgt das monatliche Handelsdefizit immer noch rd. 26 Mrd. US $. Solange mehr konsumiert und investiert als gespart wird, muss zwangsläufig die Verschuldung steigen. Um eine Vollbeschäftigung zu erreichen, muss künftig die Produktion schneller steigen als der Konsum. So einfach ist dieses jedoch nicht. Kenner der amerikanischen Produktionsstruktur sprechen in diesem Zusammenhang von Verhältnissen in den Firmen wie zum Ende der DDR-Zeit. Um die Deindustrialisierung zu beenden, müssen die USA ein Bildungsprogramm auflegen. Im verarbeitenden Gewerbe sind in den vergangenen 10 Jahren 5,1 Millionen oder 29 % der Stellen verloren gegangen.
2. Badewanne
Für das verkorkste Jahr 2009 sind die Prognosen mittlerweile bei minus 6 %. Auch für 2010 wird nicht mit einer nachhaltigen Erholung gerechnet, die aktuelle Prognose liegt bei minus 0,5 %. An einen U-förmigen oder gar V-förmigen Verlauf der Wirtschaftskrise ist zunächst nicht mehr zu denken. Wahrscheinlicher wird zunehmend ein badewannenförmiger Verlauf der Konjunktur.
3. Auf die lange Bank
Die aktuelle Diskussion um die Bad Banks birgt eine nicht zu übersehende Ironie: Man will die Verluste aus den Zweckgesellschaften der Banken im Rahmen der geänderten Bilanzierung im ersten Schritt wieder in die Bankbilanzen hereinnehmen, und dann in einem zweiten Schritt wieder über Bad Banks, also nicht zu konsolidierende Zweckgesellschaften wieder aus den Bankbilanzen herausnehmen („Müll sucht Eimer“).
Man müsste schmunzeln, betrüge das Volumen der toxischen Papiere nicht 800 Mrd. Euro, also das zweieinhalbfache eines Bundeshaushalts.
4. Anlagestrategie
Für ein ausgewogenes Standardportfolio sollte der Aktienanteil aktuell bei 25 % liegen, der Rest in Cash (Festgeld, Obligationen) zu 60 %, der Rest in Immobilien, Edelmetallen und Rohstoffen.
Bei den Aktien ist unklar, ob sich eine Hausse ankündigt oder es sich um eine Bärenrallye („Badewanne“) handelt. Es ist aber nicht zu übersehen: Die stark gebeutelten Bankaktien sind schön gekommen und mit Industrieaktien sollte man sich wohl eindecken. Jedenfalls stimmen die KGVs und Dividendenrenditen . Risiken kann man durch eine breite Streuung und das Setzen auf schwere Titel (DAX, Dow Jones) minimieren. Wenn es einen juckt, so kann man auch auf BRIC-Werte setzen. Bei der Auswahl hilft ein Blick in die Portfolios der großen Fonds weiter.
April 2009
1. Der große Knall kommt noch
Ben Bernanke „Helicopter Ben“, der Chef der US-Notenbank Fed, wird nun seinem an der Uni erworbenen Spitznamen gerecht. Die US-Regierung druckt Staatsschuldverschreibungen, die bei der Fed gegen Bargeld eingelöst werden und diese druckt hierfür die Banknoten ohne Umwege.
Klar, hierdurch werden die Zinsen gesenkt und der Konsum soll wieder angeregt werden. Soweit richtig. Aber: Der hohe Konsum ohne ausreichendes Sparen war ja auf privater Haushaltsebene und gesamtwirtschaftlich durch den Importüberhang der Grund für die Finanzkrise. Häuser wurden ohne Eigenkapital gekauft und auch noch beliehen, um den privaten Konsum zu steigern. Es ist wie nach einem Alkoholkater, von dem ja bekannt ist, dass ein Konterbier diesen zunächst vertreibt also verschiebt.
Über die Geldmengenausweitung ohne relevanten Zins wird suggeriert, dass sparen nicht lohnt oder der Gegenwartskonsum dem künftigen Konsum stets vorzuziehen ist. Das amerikanische Übel wird also mit seinen Ursachen bekämpft. Anders formuliert, dem überschuldeten Privathaushalt wird nicht gesagt, spart, sondern konsumiert weiter, damit die Wirtschaft angekurbelt wird. Lord Keynes riet seinerzeit, die Arbeitslosen gegen Lohn Flaschen vergraben zu lassen, um den Wirtschaftskreislauf wieder in Gang zu bringen.
Jedenfalls rauschen in den USA und bei uns die Zinsen wegen des Geldüberhangs in den Keller und die Banken machen ein Bombengeschäft: Sie holen sich das Geld von der Zentralbank oder vom Anleger für fast umsonst und verkaufen es mit hohem Zins weiter, so dass sich ihre Eigenkapitalverluste schnell wieder neutralisiert haben sollten.
Alle Staaten hoffen, dass die Deflation nicht eintritt und die Preise wieder steigen. Diese werden aber dann in einem Maße steigen, dass das Geldvermögen und die Staatsschulden über Inflation entwertet werden. Dieser zu erwartende große Knall hat zur Folge, dass ein Großteil der monetär gesparten Kaufkraft schlicht verpufft . Im Außenverhältnis werten die Staaten ihre Währungen ab, da sie sich über einen niedrigeren Wechselkurs Exportvorteile erhoffen. Es kommt zu einem Abwertungswettbewerb, intern zu einer (stillen) Inflation oder Währungsreform.
Für die USA kommt eine Währungsreform grundsätzlich nicht in Betracht: Der Dollar würde unglaubwürdig und die Amerikaner müssten wieder selber arbeiten anstatt die Chinesen für sich gegen Übergabe von Papiergeld arbeiten zu lassen. In Europa, in der Eurozone, sieht das aber anders aus. Die schwachen Länder müssen hohe Zinsen zahlen zur Finanzierung ihrer Haushaltsdefizite. Eine gemeinsame Kreditaufnahme würde auch die starken Länder belasten. Hier liegt die Sollbruchstelle für die Eurozone. Das Gerücht, dass die starke 6-Gemeinschaft der Kernländer eine neue Währung plant, ist nicht neu. Neu, aber wohl nicht wahr, ist wie gerade gelesen: „Angeblich ganz gut Informierte wissen auch schon, dass die neue Währung bereits in Druck sei.“
2. Der größte Steuerwitz weltweit
Dass der Körperschaftsteuersatz Anfang 2008 durch die Unternehmensteuerreform von 25 % auf 15 % reduziert wurde, sollte dem Finanzamt bekannt sein.
Für den Steuerbürger liegt es auf der Hand, dass die Vorauszahlungen an Köperschaftsteuer für 2008 wohl selbstredend dem ermäßigten Satz angepasst werden. In den Vorauszahlungsbescheiden für 2008 steht: „Bei der Festsetzung der Vorauszahlungen für Veranlagungszeiträume ab 2008 wurde noch ein Steuersatz von 25 % zugrunde gelegt. Eine Herabsetzung der Vorauszahlungen wegen der Änderungen durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14. August 2007 (BStBl. I S. 1912) kommt nur in Betracht, wenn die Herabsetzung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck beantragt wird (§ 31 Abs. 1 Satz 2 KStG)."
Dabei ist anzugeben inwieweit sich das Einkommen durch Gegenfinanzierungsmaßnahmen des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 verändern wird. Das Formular erfordert Angaben für deren Erarbeitung ein ausgebuffter Steuerberater gut eine Stunde braucht. Sind die Vorauszahlungen unangemessen und ist mit einer zeitnahen Bearbeitung durch die Verwaltung nicht zu rechnen, ist der Vorauszahlungsbescheid weiterhin mit Einspruch und dem Antrag auf Aussetzung der Vollziehung zu belegen, ggf. mit Weiterungen.
Möglicherweise bedarf die Geschichte gelegentlich eines großen Knalls, der auch in der Verwaltung die „Reset-Taste“ bedient.
MÄRZ 2009
1. Börse: V, U oder doch L?
Für V spricht, dass durch die Vernetzung der Informationstechnologie die Informationen schneller ausgetauscht werden, so z. B., dass die Zinsen, zumindest im Sollbereich, die Frachtraten und auch die Stimmung wieder steigt.
Auch mit einem U kommen die meisten Unternehmen und Haushalte klar, zumindest die, die nur geringe Verluste einfahren und über Reserven aus Cash und Eigenkapital verfügen.
Bei einem L-förmigen Verlauf der Krise werden einige ins ökonomische Trudeln kommen. Denn dieses bedeutet, dass wir einer länger- bis langfristigen Rezession mit weitgehendem Beschäftigungsabbau entgegensehen.
In Japan, das dem L-förmigen Krisenverlauf schon länger folgt, ist die Beschäftigung rd. 12 % eingebrochen. Prognosen bei uns von 3 % Einbruch sollten uns nicht beunruhigen. Nun sind wir aber wie Japan exportabhängig und unser geringer Konsum war immer ein Bremser der Konjunktur. Nicht zu vergessen ist, dass zwei sich verstärkende Krisen überlagern, die Finanzkrise und die regelmäßige zyklische Konjunkturabschwächung. Überschlägig sollte die Beschäftigung bis Ende dieses Jahres wieder anspringen. Der Anleger sollte die Cash-Position weiter hoch halten und auf Schnäppchenjagd gehen. An der Anlage kommt er nicht vorbei. Wenn die Konjunktur anzieht, werden wegen der Geldmengenexplosion die Preise hochschießen. So auch bei den Wertpapieren die Kurse. Beachten: Die Kurse haben einen rd. halbjährigen Vorlauf vor der Realwirtschaft.
2. Pokerspieler verlor 2008 1,4 Mrd. Euro
Boaz Weinstein war mit 16 einer der besten Schachspieler der USA. Mit 20 war er ein Kartenass an den Black-Jack-Tischen von Las Vegas und gewann später ein Poker-Turnier. Mit 24 kam er zur Deutschen Bank und wurde Meister im Handel mit Kreditderivaten, ein Star. In den besten Jahren verdiente er 40 Mio. Dollar.
Für 2008 meldete die Deutsche Bank einen Verlust von 3,9 Mrd. Euro, hiervon gingen 1,4 Mrd. Euro auf das Konto der von dem Pokerspieler geführten Händlergruppe bei der Bank. Weinstein nutzte mit seiner Strategie die Preisunterschiede verschiedener Wertpapiere eines Unternehmens aus. Für einen angemessenen Eigenhandel der Banken findet das Publikum sicherlich Verständnis. Dieses geht aber zu weit, betragsmäßig und sittlich.
Nach Baden-Baden kann der Aktionär alleine gehen. Der Durchschnittsaktionär konnte diesen Umgang mit seinem Geld nicht erwarten.
3. Kooperation mit dem Gründerverbund der Universität Freiburg
Seit Anfang 2009 sind wir Beratungspartner des Gründerverbundes Campus Technologies Oberrhein (CTO).
Der Gründerverbund CTO bietet allen Mitgliedern der assoziierten Hochschulen (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Hochschulen Furtwangen und Offenburg, Katholische Fachhochschule und Evangelische Hochschule in Freiburg) Beratung und Förderung bei der Existenzgründung. CTO ist ein Projekt des Gründerbüros der Zentralstelle für Technologietransfer (ZFT) der Universität Freiburg, www.cto.uni-freiburg.de.
4. Wiederholung des Seminars Abgeltungsteuer
Da nicht alle Anmeldungen zum Seminar am 20. 1. 2009 berücksichtigt werden konnten, wiederholen wir die Veranstaltung:
Freitag, den 27. 2. 2009, ab 19.30 Uhr
im Mercure Hotel Panorama,
Wintererstr. 89, 79104 Freiburg
Bei der Veranstaltung werden weiterhin referieren:
Herr Rechtsanwalt Hillesheim, Freiburg, zum Thema:
,,Von der Finanzkrise zur Weltwirtschaftskrise",
sowie Herr Nobis von der Firma GIFA zum Thema:
,,Strukturrisiken und Performance alternativer Finanzprodukte in der Krise".
Am Anschluss an die Referate stehen die Referenten dem Auditorium zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung.
5. Publikation
Diplom-Volkswirt Dr. Philipp Unkelbach:
Wirtschaftliches Eigentum und Umsatzrealisation
- Eine Analyse nach HGB/EStG, US-GAAP und IFRS
Die Kennzahl der Umsatzerlöse ist für Jahresabschlussadressaten von herausragender Bedeutung - entsprechend hoch ist der Anreiz zur Manipulation und zeitlichen Vorverlagerung des Umsatzausweises.
Eine klare Grenzziehung zwischen illegalen und legalen Praktiken ist jedoch bei komplexen Gestaltungen äußerst schwierig. Eine kaum überschaubare Fülle nach US-GAAP Standards und die vage Präzisierung der IFRS im deutschen Bilanzrecht erschweren eine zweifelsfreie Beurteilung.
Die von der amerikanischen Börsenaufsicht SEC als unzulässig erkannten Praktiken dienen im Rahmen von Fallstudien der Erkennung möglicher Gestaltungs- und Manipulationsspielräume. Wie sich zeigt, ist das wirtschaftliche Eigentum integrativer Bestandteil der unterschiedlichen Systeme. Es übt eine Katalysatorfunktion zur Ausfilterung von umsatztreibenden Sachverhaltsgestaltungen aus.
Das Buch bereitet die Inhalte strukturiert auf und legt den Schwerpunkt auf moderne Geschäftsvorfälle. Auf unmittelbare Praxisrelevanz wird dabei großer Wert gelegt.
250 Seiten. Gebunden. ISBN: 978-3-482-59561-5. NWB-Verlag.
http://www2.nwb.de/portal/content/ir/produkte/nwb_web_produkt_988515.aspx
FEBRUAR 2009
1. Vermögensanlagen: Trendwende? Hält der Schirm?
Wir sehen folgende Lichtblicke in der Krise: Der Ifo-Geschäftsklima-Index ist seit 2006 erstmals wieder leicht gestiegen. Gleichwohl ist die Bundesrepublik wegen ihrer hohen Exportquote grundsätzlich anfällig, doch die inländische Kostenstruktur stimmt im internationalen Vergleich, da sich nunmehr die positiven Wirkungen der Euro-Einführung zeigen, die bei uns zu einer Kostenreduktion führte. Mit anderen Worten, die Lohnstückkosten stimmen.
Auch scheint der Zinstrend nach unten gebrochen. Gut für die Haben- und schlecht für die Sollzinsen. So ist der Kurs der zehnjährigen Bundesanleihe gefallen und damit die Verzinsung um gut 30 Basispunkte auf nunmehr 3,24 % gestiegen. Den Zinsanstieg kann man auch anders deuten: Schwache Euro-Länder kriegen ihre Staatschuldverschreibungen nur mit einem erheblichen Zinsaufschlag gegenüber Deutschland unters Volk gebracht. Dieses belastet die schon angeschlagenen Staatshaushalte zusätzlich, so dass hier die Soll-Bruchstelle des Euroraumes liegt. Mit einer neuen eigenen Währung könnten diese Länder gegenüber dem Euro abwerten und so versuchen, ihre Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Einen Weg, den auch die Schwellenländer gehen.
Ein Abkommen in der EU, untereinander schwache Länder zu stützen, indem deren Schulden übernommen werden, besteht nicht, aber gleichwohl sind Bestrebungen vorhanden, denen sich Steinbrück zunächst noch widersetzt, dass der EU-Staatenbund Schuldverschreibungen ausgibt, die dann an die schwachen Länder weitergegeben werden.
Aber auch ohne diese zusätzlichen Belastungen sind die Budgetausweitungen insbesondere durch die Konjunkturpakte und den Bankenrettungsschirm enorm, selbst wenn man den Rettungsschirm wie die Kosten der Integration der neuen Bundesländer in ein Sondervermögen einbringt. Erkennbar ist, dass das Wort Vermögen hier wohl gänzlich fehl am Platz ist. Auch ohne Bad Bank ist es Schrottvermögen aus der Stützung der Banken. Was macht der Geldvermögensbesitzer, der bisher von einem zum anderen Festgeldkonto gehüpft ist, um den Zinsschaden in Grenzen zu halten: Wir denken, dass das schlecht werdende Geldvermögen nunmehr in reale Vermögenswerte und hier wohl langfrist am besten in Produktivvermögen umzuschichten ist.
Es mag sein, dass die Kurse noch etwas bröckeln, auf der anderen Seite zieht aber das gewollte Gewitter einer annahenden großen Inflation auf. Mag man bei dem Auseinanderdividieren des Euro-Raumes diese kolportieren mit dem Witz, dass man weiß, wie man vom Ei zum Rührei kommt aber nicht den Weg zurück kennt, so ist das humoristische Beispiel für die notwendige Rückführung der Geldmenge nach dem Wiederanspringen der Beschäftigung, dass es schwierig ist, die Zahnpasta wieder in die Tube zu bekommen.
Quintessenz also: Rückführung der privaten Geldmenge auf das Sicherheitsniveau und den Rest in nunmehr preisbereinigte Vermögenswerte, denn der Schirm könnte nicht halten. Gold? Larry Summers, der Finanzminister Bill Clintons und jetziger Obama-Berater hat sich ja über Gold ausreichend ausgelassen: Sinken die Zinsen steigt das Gold und steigen die Zinsen, sinkt der Goldpreis. Nach obigen Ausführungen dürften die Zinsen steigen. Der Trend ist offensichtlich: Bei steigenden Zinsen sind die Kosten der Nichtverzinsung des Goldes zu hoch.
2. Erbschaftsteuer in der Krise
Sollte die bis zum Ende letzten Jahres geltende günstige Rechtslage für vorweggenommene Erbfolgen nicht genutzt worden sein und Produktivvermögen (Aktien, Unternehmen) zu übertragen sein, so öffnet sich für den Steuerbewussten ein Zeitfenster für Übertragungen in der Krise zu „günstigen“ Werten.
Das komplexer gewordene Erb- und insbesondere Erbschaftsteuerrecht ist zur Selbstbehandlung wenig geeignet. Insbesondere ist zu klären, wie mit dem „Verwaltungsvermögen“ in Unternehmen zu verfahren ist und ob man das Grundmodell oder Optionsmodell wählen soll.
JANUAR 2009
1. Unversteuerte Weihnachtsgeschenke ablehnen!
Geschenke an Geschäftsfreunde können vom Schenker pauschal besteuert werden, um die Einkommensteuerpflicht des Beschenkten zu vermeiden.
Von der Regelung (§ 37b EStG) sind Geschäftsfreunde, also Kunden und deren Mitarbeiter und eigene Arbeitnehmer betroffen. Die pauschale Steuer beträgt 30 %. Damit ist dann die Einkommensteuer des zu Weihnachten Beschenkten abgegolten.
Es muss sich um betrieblich veranlasste Geschenke handeln, sog. Incentives, die neben der eigentlichen betrieblichen Leistung/Lieferung erbracht werden. Also reine, echte Weihnachtsgeschenke und keine treulosen Schmiergelder oder Geschenke unter € 35.
Nicht unter die Regelung fallen Geschenke unter € 10, Bewirtungskosten und große Weihnachtsgeschenke z. B. für Einkäufer, bei denen man sich für genehme Preisstellungen besonders bedanken will, die einzeln oder insgesamt € 10.000 übersteigen. Der Beschenkte ist über die Übernahme der Einkommensteuer zu unterrichten, damit er selbst keine Einkommensteuer zahlen muss.
2. Zu Weihnachten noch schnell mit warmer Hand schenken!
Erbschaftsteuerreform: Wenn Sie Weihnachten größere Schenkungen an Begünstigte machen, die unter die Steuerklassen II und III fallen, also Eltern und Großeltern, Geschwister, Nichten und Neffen, Stiefeltern, Schwiegersohn, Schwiegertochter, Schwiegereltern, geschiedener Ehegatte oder sonstige (wie Geschäftsfreunde), ist zu beachten, dass zwar die persönlichen Freibeträge bei der Steuerklasse II zum Jahreswechsel von € 10.300 auf € 20.000 und bei der Steuerklasse III von € 5.200 auf die € 20.000 steigen, aber die Eingangssteuersätze von 12 % bzw. 17 % auf 30 % steigen. Daneben steigt bei Sachschenkungen in neuer Rechnung regelmäßig die Bewertung, da künftig stets der Zeitwert den Wert der Schenkung bestimmt.
Der eingetragene Lebenspartner sollte aber erst nach Silvester beschenkt werden. Sein Freibetrag steigt dann von € 5.200 auf € 500.000. Zum weiteren Schutz der Familie wurden bei Wohnimmobilien Erleichterungen eingeführt. Vom Ehegatten bereits bewohnte Familienheime sind von der Steuer freigestellt. Bei Übertragungen mit kalter Hand greift bei dem überlebenden Gatten und den Kindern der Fallbeileffekt: Die Selbstnutzung muss 10 Jahre durchgehalten werden, ansonsten entfällt die Steuerfreistellung rückwirkend. Wohnen Sie in einem Hochhaus, das Ihnen gehört, und nutzen Sie nur eine Wohnung, ist nur diese begünstigt. Bei dem nutzenden Kind darf die Wohnung nicht größer als 200 qm sein.
Handlungsbedarf liegt in alter Rechnung bei anstehenden Übertragungen auch bei ertragreichen und substanzarmen Personenunternehmen vor. Die Bewertung steigt vom Buchwert zum Ertragswert, der pauschaliert ermittelt rd. das 11-fache des Jahresergebnisses beträgt.
Unser Seminar-Handout zur leidigen Erbschaftsteuerreform ist auf unserer Homepage einsehbar. Für Beratungen stehen wir Ihnen auch zwischen den Jahren zur Verfügung.
3. Sich selber was schönes schenken: Ein Quantum Gold, Silber oder Platin
Da auch Weihnachten weltweit die Notenpressen weiterlaufen, kommen auch dem Weihnachtsmann Zweifel, ob Geldgeschenke das richtige sind. Da man das Geld zusammenhalten muss, weil die Banken selber viel Geld verloren haben und es nun selber brauchen, liegt der Gedanke nahe, und in Freiburg ist es eine Reminiszenz an Hayek, dessen 110. Geburtstag im nächsten Jahr gefeiert wird, dass gutes Geld schlechtes Geld verdrängt. Was liegt da näher als noch schnell ein bisschen schlechtes Papiergeld in gutes Edelmetallgeld zu wechseln und sich selbst eine kleine Freude machen. Edelmetalle sind auch erbschaftsteuerlich künftig der Renner über höhere Freibeträge für Kinder, Enkel, Eltern und Großeltern, also die Kernfamilie, also den schon von den Germanen erbrechtlich begünstigten Blutsverwandten: „Das Gut fließt wie das Blut“. Mit der Ehefrau ist man zwar nicht verwandt, aber der Gesetzgeber hat sie trotzdem begünstigt.
Gold hat zwar die 1000er-Marke wieder gerissen, aber es gibt drei gute Gründe, die für Gold sprechen: Die Ergiebigkeit der Produktion sinkt und es wird schwieriger, neue Goldlager zu entdecken. Weiter ist die Schmucknachfrage relativ stabil und zudem wird Gold zunehmend gekauft als krisensichere Anlage.Gold war stets eine anerkannte Fluchtwährung.
Silber schwankt beim Preis zwischen 9 und 11 Dollar, woraus sich ein Preisverhältnis zwischen Gold und Silber von rd. 80 errechnet, was im historischen Vergleich relativ hoch ist. Hier gibt es nun zwei Interpretationsmöglichkeiten: Silber ist unterbewertet und ein Schnäppchen oder Silber hat seine Zeit als Währungs- und Anlagemetall bereits hinter sich und ist nur noch Industriemetall vor dem Hintergrund rückläufiger Industrie.
Platin hat wohl auch seine beste Zeit bereits hinter sich: Sein Preis lag Mitte des Monats erstmals unter dem Goldpreis, wobei der Preis zu Beginn des Jahres bei 2.200 $ (US-Dollar) lag. Die Platinnachfrage stammt zu 2/3 aus der nunmehr stark schwächelnden Automobilindustrie.
4. Kurz vor Weihnachten: Der Zins ist dann mal weg
Genauer gesagt, weg ist nur der Habenzins und der Sollzins steht vor der Tür. Die US-Notenbank hat die Zinsen auf Null gesenkt, daneben werden Staatsanleihen und andere Wertpapiere gekauft, um den Markt mit Liquidität zu fluten, um eine Deflationsspirale zu vermeiden.
Bei Null ist nach allgemeiner Regel Schluss. Das hat der gute Keynes mit seiner Liquiditätsfalle schon beschrieben. Dann geht eine Konjunkturbelebung über den Zins nichts mehr, an Japan sei erinnert. Der amerikanische Staat übernimmt von der Privatwirtschaft einen Großteil der faulen Kredite. Hier kann sich die Deflationsfurcht schnell in eine Inflationsspirale drehen. Das Ganze wird nach Europa überschwappen. Hier sind die Verhältnisse ähnlich. Dem schwachen Dollar wird ein schwacher Euro gegenüberzustellen sein, um die Exporte bei Laune zu halten. Sollte das Experiment gelingen, was ja zu hoffen ist, kriegen wir weltweit eine Rieseninflation mit hohen Sollzinsen. Die hohen Bankzinsen sind auch notwendig um die Löcher in den Bankbilanzen zu stopfen. Über die sich ankündigende Rieseninflation werden sich die öffentlichen und privaten Schuldner von ihrer Last befreien, es kommt zu einem gewaltigen Vermögenstransfer vom Gläubiger zum Schuldner.
Der Anleger steckt aktuell in einer Zwickmühle: Zum einen braucht er Liquidität, um die Krise zu überleben, und auf der anderen Seite wird ihm das Geld schlecht. Er will vor Weihnachten und vor der Abgeltungssteuer in die Sachwerte fliehen, aber es fehlt ihm der Mut. Die Keynes´sche Liquiditätspräferenz kostet eben Geld. Angesagt ist hier ein Umschwenken in Aktien, bei denen mit rosa Brille schon eine Bodenbildung auszumachen ist. Die leidige Abgeltungssteuer sollte es dem Anleger auch leichter machen, noch vor Weihnachten einzusteigen. Keine Derivate oder sonstiges Zeug, was niemand versteht, sondern dicke, schwere Titel mit einer auskömmlichen Dividendenrendite und einem KGV, bei dem man nicht Nein sagen kann. Auch bei Fonds ist Vorsicht geboten. Neben den Kosten, die schon in guten Zeiten die Dividenden wegfressen, besteht die Gefahr, dass die notleidenden Banken ihren faul gewordenen Eigenbestand ihren Fondsgesellschaften unterjubeln. Auch schöne Zinstitel sollte man selber auswählen. Wenn die Zinsen steigen, wird der Bestand in den Rentenfonds in den Keller rauschen.
5. Last Minute-Weihnachtsgeschenk vom Finanzamt: Pendlerpauschale
Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die ab 2007 gekürzte Entfernungspauschale gegen das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes verstößt. Seit 2007 erkennen die Finanzämter Ausgaben für den Weg zur Arbeit nur noch ab dem 21. Kilometer an. Der Schaden für Steinbrück wird für 2007 bis 2009 auf € 7,5 Mrd. geschätzt. Steuerzahler, die für 2007 bereits die Pauschale deklariert haben, brauchen nichts zu machen, das Finanzamt ändert den Bescheid selbst. Falls die Entfernungskilometer nicht deklariert wurden, ist umgehend ein Antrag auf Berücksichtigung zu stellen. Das Bundesfinanzministerium hat versichert dass selbst dann, wenn die Einspruchsfrist abgelaufen ist, eine nachträgliche Berücksichtigung erfolgt. Also ab 2007 gilt: Für den Weg zur Arbeit können ab dem 1. Kilometer 30 Cent pro Kilometer abgerechnet werden, maximal € 4.500; diese Begrenzung gilt nicht für Fahrten mit dem eigenen Auto.
6. Das große Zittern zum Fest für Steuersünder
Der BGH hat folgenden Bussenkatalog festgelegt:
Hinterzogene Steuer in € |
Strafe |
bis 50.000 |
Geldstrafe |
ab 50.001 |
Geldstrafe oder Haft (auf Bewährung) |
ab 100.000 |
Haft (z. T. auf Bewährung, Geldstrafe nur in Ausnahmefällen) |
ab 1.000.000 |
Haft – nur im Ausnahmefall auf Bewährung |
Die vorgegebenen Haftstrafen liegen zwischen 6 Monaten und 10 Jahren.
Unsere diesbezüglichen Dienstleistungen: Prüfung von Verjährungsfristen, Gestaltung einer Selbstanzeige, Steuerabwehr im Strafverfahren.
7. M&A-Beratung
Der Zukunftsfonds Heilbronn ( www.zukunftsfonds-hn.com) hat sich an IoLiTec (www.iolitec.de) beteiligt. Wir haben IoLiTec hierbei beraten.
8. Geld
,, Geld ist nichts. Aber viel Geld, das ist etwas anderes."
George Bernard Shaw
,, Geld ist nicht so wichtig. Darum ist es mir völlig egal, ob ich 70 oder 50 Millionen Dollar besitze."
Arnold Schwarzenegger